Unser Autor Chris Salzmann nimmt für das Karpfenangeln viel auf sich – so wie wir alle ist auch er mit vollem Einsatz dabei. Er fischt häufig im Ausland. An und für sich nichts besonderes für uns. Aber 1.400 km für drei Nächte nach Österreich sind schon ein Brett. Es hat sich allerdings gelohnt. Super Locations. Gute Drills. Schlaflose Nacht mit einem Run nach dem anderen. Chris erzählt, was ablief.

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Frühjahrssession in Österreich

Letztes Jahr im Herbst bekam ich eine Einladung, unseren österreichischen Teamangler Walter Schober zu besuchen, um mit ihm an seinem Hausgewässer ein paar Tage zu fischen. Natürlich willigte ich sofort ein, denn durch die regelmäßigen guten Fänge, die er vorzuweisen hatte, war auch ich Feuer und Flamme! Doch leider kam es 2018 nicht mehr dazu, da ich krankheitsbedingt immer noch mit meinem Arm zu kämpfen hatte. Deswegen verschoben wir es auf 2019.

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Krasse 700 km Anfahrt

Die Zeit verging aber schnell. Und endlich war es soweit, wir hatten Ende April und die Fische an Walters Gewässer schienen jetzt richtig in Fahrt zu kommen. Jetzt war es an der Zeit anzugreifen. Wir einigten uns auf drei gemeinsame Nächte. Irgendwie hatte ich immer im Kopf, es wären 500 km bis zu ihm. Weit, aber OK. Einen Tag vor Abreise fragte ich ihn nach dem Standort für mein Navi. Jetzt kam der Schock: Einfach mal knapp über 700 km! Und das für 3 Nächte! Naja, das Auto war gepackt und ich hatte Urlaub. Also gab es jetzt kein zurück mehr und wenns läuft, dann entschädigt das die lange Reise – so mein Gedanke.

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Kaum am See und schon Fisch in Sicht

Am nächsten Tag standen wir pünktlich zur vereinbarten Uhrzeit am See. Kurz die Lage gecheckt und schon die ersten Fische rechts in einem Flachwasserbereich gesichtet. Schnell wurden die ersten Ruten klar gemacht, um noch bei Sonnenschein den ein oder anderen Fisch genau dort mit unseren gelben Pineapple Pop Ups zu überlisten.

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Mega Drill mit Graser

Das schien auch zu funktionieren, denn als ich die zweite Rute zu einem anderen Spot fuhr, lief die Pop Up Rute ab. Doch leider blieb der Fisch hängen und konnte sich vom Hook befreien. Auch Walter konnte direkt einen Lauf verbuchen. Doch auch er verlor den Fisch in einem Hindernis! Am frühen Abend bekam ich den nächsten Biss. Wieder die Pop Up Rute. Schon während des Drills merkte ich, dass es ein Graser ist. Als die Bahnschranke dann vor dem Boot auftauche begann ein Wahnsinnsdrill und das an einer 2 1/4 lbs Rute. Ein Traum!

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Vorbereitung ist alles

Die Nacht verlief relativ ruhig, nur kleinere Fische fanden unsere Hakenköder. Das schlagartig warme Wetter schien den Großen nicht zu gefallen, doch die Wetterapp kündigte ein Gewitter an. Mit Regen und Wind. Wir hofften, dass genau jetzt die dicken des Altbestandes anfangen zu fressen. Unsere Spots präparierten wir mit ordentlich Secret Liver und Red Squid Boilies in 24 und 27 mm aus dem Hause Bait Perfection, um den kleineren Fischen aus dem Weg zu gehen. Als Hakenköder kamen die steinharten Stone Hookers zum Einsatz. Ebenfalls in 24 und 27 mm und von der gleichen Sorte.

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Schlaflose Nacht – Reichlich Anbisse

Unser Plan ging voll auf, der Regen brachte Sauerstoff ins Wasser und der Wind erledigte den Rest und mischte das Wasser durch. Jetzt kamen die Dicken. Zum Schlafen kamen wir kaum. Ständig rannte eine der Ruten los und wir konnten einige gute Fische bis 23 Kilo fangen. Die 700 km vom Hinweg waren wie weggeblasen. Auch über die Rückfahrt in die Heimat dachte ich nicht mehr nach. Es lief und das mal so richtig! Manchmal lohnt sich einfach ein weiter Weg. Auch wenn es mit Strapazen verbunden ist.

Eins ist sicher, die 1.400 km werd ich mir wieder geben!

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