Es ist so weit – Unser Format: 5 Angler – 5 Meinungen geht in die 2. Runde! Ist die Wahl der Schnurspannung eine Frage des Vertrauens, oder hat sie tatsächlich Auswirkungen auf das Beissverhalten der Fische? Senkt man seine Schnur besser ab, fischt man sie „Slag line“ , also mit ganz wenig Spannung oder spannt man die Schnur so stark, wie es nur geht ab? Wann gehen unsere Experten wie vor und welchen Tipp haben sie parat für die richtige Schnurspannung zur richtigen Zeit.

Lukas Olde passt sich den Gegebenheiten an

Zunächst einmal hat jede Art der Angelei ihre Berechtigung und ich setze sie auch gerne in verschiedenen Situationen ein.

Fische ich in Wurfweite und habe nicht mit Hindernissen zu rechnen, verwende ich die monofile Touchdown von Korda. Durch ihre sinkende Eigenschaft, kann ich perfekt Slag line, also mit schlaffer Schnur fischen. Die Schnur führt nicht durch den ganzen Wasserkörper, sondern liegt im Idealfall flach auf dem Gewässergrund.

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Angelt Lukas in Wurfweite, senkt er seine Schnur gerne Slagline ab. Dazu verwendet er eine gut sinkende, monofile Schnur.

Ganz anders sieht es aus, wenn ich vor Hindernissen fische. Ich möchte nicht, dass der Fisch in das Unterwasserhindernis zieht und ich diesen so eventuell verliere. In diesem Fall setzte ich auf Geflecht mit 20- 40 m monofiler Schlagschnur, welche ich straff abspanne. Dabei ist auch sehr wichtig, dass die Bremse geschlossen ist, damit der Fisch keinen Meter Schnur gewinnt.

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Vor Hindernissen spannt Lukas seine Schnur ab, um dem flüchtenden Fisch keinen Spielraum zu lassen.

Geflecht verwende ich ebenfalls, wenn ich auf großer Distanz ablege. Geflochtene Schnur hat keine Dehnung und gibt auch auf große Entfernung eine genaue Bissanzeige. Wenn ich mit Bootsverkehr oder Raubfischanglern zu rechnen habe, senke ich meine Schnur ab, sodass sie die Mitnutzer des Gewässers nicht behindert werden.

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Anpassung lautet das Erfolgsrezept von Lukas Olde.

Daniel Konopatzki schwört auf Absenkbleie

In über 90 Prozent meiner Angeltouren benutze ich ein Absenkblei. Hauptgründe dafür sind Treibgut an der Gewässeroberfläche, Wind und natürlich möchte ich nicht die Fische, die sich in der Nähe meines Futterplatzes befinden, verschrecken. Ich verwende nur dann kein Absenkbei, wenn sich Hindernisse wie Kraut oder Holz auf dem Weg zum Spot befinden.

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Daniel variiert die Gewichte der Absenkbleie, je nach Distanz und Situation.

Beim Absenken kommen folgende Varianten bei mir zum Einsatz:

Ich passe die Arten „Slag line“ oder „abgespannte Schnüre“ gerne dem Gewässer und der befischten Distanz an. Auf weiten Distanzen über 200 Metern, hänge ich in den meisten Fällen ein 40 g schweres Absenkblei in die Hauptschnur. Dann nehme ich auch gerne etwas Spannung auf die Hänger auf. An kleinen Gewässern mit einer überschaubaren Wurfdistanz hänge ich meist nur ein kleines 15 g Absenkblei in die Hauptschnur ein. Somit habe ich so gut wie keine Spannung auf der Hauptschnur. So kann ich Schnurschwimmer auf meinen Spot erkennen.

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Auf kurzen Distanzen wird ein leichtes 15 Gramm Absenkblei benutzt.
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Daniel Konopatzki mit einem hübschen Schuppi! (Quelle: Facebook)

Phillipp Gatzsch sorgt für optimale Schnurspannung

„Slag Line“

Wenn es die Bedingungen zulassen, fische ich am liebsten mit komplett schlaffen Schnüren. Konkret heißt das, wenn der Gewässerboden sauber und Chance auf einen Fallbiss gering ist. Auf diese Weise passt sich die Hauptschnur komplett den Konturen des Grundes an und ist für die Fische kaum noch wahrnehmbar. Die Voraussetzung dafür ist natürlich die Wahl einer sinkenden Schnur, wie beispielsweise der SiBra von Carpleads!

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Wenn die Bedingungen passen fischt Philipp am liebsten Slagline!

Absenken mit Backleads

Liegt mein Spot jedoch am gegenüberliegenden Ufer ist das Angeln mit schlaffen Schnüren nicht zu empfehlen, da man so einen Biss verpassen könnte, wenn der Fisch auf uns zu schwimmt. In diesem Fall hänge ich dann einfach ein Backlead ein, welches die Schnur zwar grob absenkt aber dennoch eine gewisse Spannung hält um Fallbisse anzuzeigen.

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Backleads als Hilfsmittel über weite Distanzen.

Abspannen

Komplett durchgespannte Schnüre benutze ich nur in zwei Situationen: Zum einen, wenn der Boden nicht sauber ist und die Gefahr besteht, dass sich die abgesenkte Schnur irgendwo verfängt. Und zum anderen, wenn meine Montage vor Hindernissen liegt und ich dem Fisch bei einem Biss keinen Spielraum für die Flucht geben möchte, was bei einer abgesenkten Schnur definitiv der Fall wäre.

Zusammengefasst ist die Spannung der Schnur immer ein Kompromiss. Dennoch empfehle ich, wo immer es möglich ist, mit schlaffen Schnüren zu fischen, da vor allem erfahrene Fische sehr empfindlich reagieren wenn ein Seil durch ihr Wohnzimmer gespannt wird!

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Am liebsten mit schlaffen Schnüren…
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…zum Erfolg! – Philipp Gatzsch

Simon Wichert bedient sich nützlicher Helfer

Abgesenkt, slag line oder abgespannt. Welche dieser 3 Arten der Schnurspannung ich anwende, hängt von der jeweiligen Situation ab. So spielen Art der Schnur, Hindernisse, Krautbewuchs, Bodenstruktur und Gewässertiefe eine sehr wichtige Rolle. Durch regelmäßige Tauchgänge beobachte ich sehr viel und weiß wie sich manche Dinge unter Wasser verhalten. Doch fangen wir zuerst einmal bei den Hindernissen an. Wenn ich zum Beispiel vor versunkenen Bäumen am anderen Seeufer fische, so habe ich meine Schnur extrem auf Spannung, um dem Fisch bei einem Anbiss sofort entgegen wirken zu können, wichtig ist hierbei eine geflochtene Hauptschnur ohne Dehnung.

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Simon beobachtet viel und passt sich dann an…

Hierbei ist es mir dann auch egal, wenn meine Schnur etwas über den Boden gespannt ist. Ich glaube, dass  die Fische, die sich in den Bäumen aufhalten und somit ständig an Ästen entlang streifen, sich nicht so sehr zurückschrecken, wenn sie eine Schnur berühren.

Oft beobachte ich Karpfenangler, die mit einer durchhängenden Schnur fischen. Im Prinzip ist diese Art der Angelei auch nicht falsch, allerdings tun es viele, weil es gerade wieder voll im Trend ist, ohne zu wissen, dass es in vielen Situationen eigentlich total unnötig ist. Wenn man natürlich seinen Spot direkt vor der Rutenspitze hat, so ist es selbstredend, dass man mit lockerer und somit eine auf dem Boden liegende, unauffällige Schnur fischt. Wer aber auf größerer Entfernung quer durch Krautfelder angelt, der kann sich sicherlich denken, dass die Schnur auf jedem Krauthalm aufliegt und nicht zu Boden sinken kann. Warum in so einem Fall also den Hanger/Swinger durchhängen lassen? Damit man unter Umständen einen Fallbiss nicht mitbekommt? Nein, das muss nicht sein.

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Gerne mit Helfern, wie Tungsten oder Absenkbleien!

Ähnlich schaut es bei der Bodenstruktur aus. Befische ich ein Plateau so lege ich, wenn es möglich ist, meine Montage an der Kante ab und zwar die Kante hinter dem flachsten Punkt. Dadurch verläuft meine Schnur automatisch auf dem Grund entlang, egal ob mein Hanger oben am Rutenblank klebt oder durchhängt. Dann kommt da noch die Gewässertiefe hinzu, viele flache Badewannen Seen ohne Kanten und Plateos die einen monotonen Boden aufweisen sind häufig auch dafür bekannt, dass die meisten Fische immer auf weiter Entfernung beißen. Jetzt stellt euch vor ihr angelt auf eine Distanz von etwa 100m Entferung, Vor euren Füßen fällt die Kante auf 3m ab und diese 3m hat es bis zum Spot. Durch die Entferung legt sich eure Schnur so oder so auf den Boden. Eine monofile Schnur hängt in diesem Fall durch wie ein Sack. Wie ihr seht spielt es in den meisten Situationen keine Rolle, ob ihr euren Swinger/Hanger unterm Rutenblank habt oder ob dieser durchhängt. Wichtig ist, dass die letzten Meter der Schnur sogut es geht auf dem Boden liegen und dafür gibt es ein paar kleine Helferlein, wie Leadcore, schwere Fluoro carbon Schnüre, Absenkbleie oder Tungstenmaterialien. Entscheident sind die letzten paar Meter am Rig, die sogut es geht auf dem Boden liegen sollten.

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Ein richtig cooler Spiegelkarpfen den Simon überlisten konnte.

Maik Plate spannt vor Hindernissen ab, kann aber auch anders!

In fast allen Situationen fische ich am liebsten Slag line, da sich so meines Erachtens nach, die Schnur perfekt dem Grund anpasst und dadurch am unauffälligsten ist. Gerade an Gewässern an denen ein hoher Angeldruck herrscht, konnte ich den einen oder anderen Fisch mehr fangen.

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Schöne Fische…

Wenn große Distanzen nötig sind, um an den Fisch zu kommen, oder vor Hindernissen gefischt wird, spanne ich in der Regel meine Schnüre wie Drahtseile, dazu wird die Bremse oft komplett geschlossen, dass der Fisch nur den Schnurbogen und das bisschen Schnur vom Swinger bis zum Blank zur Verfügung hat. Wichtig dabei – Ruten mit einem Expander sichern!!Mit zusätzlich abgesenkten Schnüren, fische ich meist nur im Sommer und frühen Herbst wenn das Kraut anfängt abzusterben und besonders viel Weißfisch aktiv ist, um Nachts nicht ständig von einzelnen Piepern geweckt zu werden

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…die Maik mit seiner Strategie fangen kann!

5 Angler – 5 Meinungen Rückblick // Darum ging es in Runde 1!

In der ersten Runde von 5 Angler – 5 Meinungen haben Alex Gärtner, Max Brodehl, Michael Schützenmeister, Johannes Wolf und Tomas Spiechowicz ihre Erfahrungen zur Angelei im kalten Wasser geschildert.

-> Noch nicht gelesen? Hier gehts zu der netten Meinungsrunde!

5 Angler – 5 Meinungen // Nächste Runde!

Was macht weiße Köder eigentlich so erfolgreich? Eine viel diskutierte Frage, auf die wir in unserer nächsten Runde „5 Angler – 5 Meinungen“ eingehen werden!