Bist du im Feiertagsmodus und hängst gerade am Wasser? Wir haben hilfreichen Content für deinen Erfolg! In der heutigen 5 Angler Runde sind Jochen Berger, Marvin Glinka, Patrick Buhr, Simon Gehrlein und Alex Zille am Start. Die Jungs philosophieren über gemachte Fehler und geben passende Lösungen…

Jochen Berger: “Machmal steckt der Teufel im Detail!”

Am effektivsten lernt man einfach aus Fehlern! Gerade im letzten Jahr wurde mir besonders bewusst, wie eingeschränkt wir eigentlich sind. Zum Beispiel, wenn es darum geht, zu bemerken, ob Fische am Platz sind. Oft können wir nicht mal ahnen, dass wir (und welchen!) Fehler machen.

Ich hatte beschlossen, an diesem tiefen alten Baggersee, die Fische an der Uferkante abzupassen. Dazu wählte ich eine Stelle, an der das Ufer etwas weniger steil abfällt. Dort installierte ich eine Unterwasserkamera, um das Ganze haargenau zu verfolgen. Ich fütterte täglich – bei jeder Kontrolle war das Futter weg und so beschloß ich, nach der Saat auch endlich die Ernte einzufahren. Bevor ich das Futter und die Montagen rausschnorchelte, schaltete ich mein Tablet und die Kamera auf dem Spot ein und drückte auf “Record”. Während ich, nichts ahnend, das Futter rausbrauchte und die Montage präzise neben die Kamera legte, war mir zu keiner Zeit bewusst, wie viele Fische bereits dort waren. Erst als ich mein Zelt betrat, kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus! 15, wenn nicht sogar 20 Fische tummelten sich auf meinem sehr engen Futterplatz – mitten darauf, mein kleiner gelber Pop Up – eine gängige Vorgehensweise. Verzaubert von dem bunten Treiben vergingen die Stunden wie Sekunden und schließlich musste ich meinen Blick lösen, da durch die Dunkelheit der Nacht nichts mehr zu erkennen war.

Jochen beobachtete seinen Spot ganz genau!
Jochen beobachtete seinen Spot ganz genau!

Ich war mir sicher, dass ich fangen würde, denn der Montagen vertraute ich bisher zu 100 Prozent. Als ich am nächsten Morgen schwer verblüfft über meinen Blank aufwachte, war es mir ein leichtes – der Kamera sei Dank, den Fehler zu analysieren: Die Fische, obgleich es sehr viele waren, bewegten sich fast gar nicht beim Fressen . Mein Hinged-Stiff Rig, wurde zwar häufig eingesaugt, aber die Fische hebten den Kopf so gut wie nie. Im weiteren Verlauf des Jahres wurden meine Rigs aus Fox Camotex Soft immer kürzer, der zukünftige Köder: Ein einzelner VNX+ Sinker! Siehe da, es lief wie am Schnürchen.

Manchmal sind es feine Änderungen, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden!
Manchmal sind es feine Änderungen, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden!

Ohne die Kamera hätte ich zum Einen, den ersten Fehler nicht bemerkt und zum anderen einen weiteren begangen. Denn, ich hatte Null Indikation und hätte sicher gedacht, dass sich keine Fische am Platz befinden und wahrschlich den Platz gewechselt. Es war aber weder das Futter, noch die Stelle, die über Erfolg oder Niederlage entschieden hatten, sondern einfach das Rig! In den meisten Fällen, gerade auf Futterplätzen, ist es wichtig von Zeit zu Zeit deutlich mit der Vorfachlänge zu spielen – extrem kurz (5 cm) oder extrem lang (Ü40 cm)!

Testet es mal… Viel Erfolg!

Jochen Berger ist happy! Er konnte neue Erkenntnisse gewinnen.
Jochen Berger ist happy! Er konnte neue Erkenntnisse gewinnen.

Marvin Glinka: “Only trust yourself!”

Für mich ist es essentiell beim Angeln, auf sich selbst zu vertrauen. Seinem eigenen Instinkt zu folgen! Sich auf sein Bauchgefühl zu verlassen! Seine eigenen Erfahrungen zu sammeln! Das soll nicht heißen, dass ich Ratschläge und Meinungen von anderen Anglern ignoriere. Nein, im Gegenteil. Andere Angler und andere Denkweisen können inspirieren. Aber nochmal: In erster Linie vertraue ich mir selbst, vertraue meinem Gerät, vertraue meinem Futter und entscheide alleine, was ich tue. Und womit ich etwas tue. Es liegt wohl mitunter an meiner dickköpfigen Persönlichkeit, dass ich derartig denke. Aus dieser Überzeugung heraus habe ich mir sogar ein Tattoo stechen lassen, den Schriftzug „Only trust yourself“.

Aus Fehlern lernen. Jedes Mal, wenn du am Wasser bist und angelst, hast Du die Chance, es besser zu machen!
Aus Fehlern lernen. Jedes Mal, wenn du am Wasser bist und angelst, hast Du die Chance, es besser zu machen!

Natürlich kann das eigene Vorhaben schiefgehen. Und da sind wir beim Thema – aus Fehlern lernen. Fehler sind menschlich – aus Fehlern lernt man. Und gewiss: Man lernt nie aus. Misserfolge gehören zum Angeln dazu. Doch das ist für mich der Antrieb – sich weiterzuentwickeln. Seinen eigenen Weg zu gehen. Im Falle eines Misserfolges kann man die Schuld bei sich selber suchen. Nicht bei Anderen. So macht man seine eigenen Erfahrungen. Und nicht anders. Vielleicht fragt sich der geneigte Leser, wie sich meine Sichtweise zu dieser Thematik entwickelt hat. Ganz einfach: Ich habe aus Fehlern gelernt.

Vertrauen ist wichtig. Auch beim Futter.
Vertrauen ist wichtig. Auch beim Futter.
 Angeln gehen, Erfahrungen sammeln und aus Fehlern lernen. Am besten am Wasser und nicht in den sozialen Medien.
Angeln gehen, Erfahrungen sammeln und aus Fehlern lernen. Am besten am Wasser und nicht in den sozialen Medien.

Mit Blick auf unser Zeitalter der Digitalisierung und der Generation facebook habe ich das Gefühl, dass sich eine ganz bestimmte Spezies unter uns Karpfenanglern geschlichen hat: Internetangler. Charakteristische Eigenschaften eines Internetanglers: Selbstdarstellungsdrang, Arroganz und absolut kein Reflexionsvermögen. Die Internetangler tummeln sich im Netz. Doch im Netz wird man von oftmals unbrauchbaren Informationen überschwemmt. Das verblendet. Doch ganz viele Karpfenangler lassen sich vom Internet und von den sozialen Netzwerken beeinflussen. Sie blicken nicht über den Horizont hinaus. Denn diese Internetangler haben anderes im Sinn: Sich selbst abfeiern. Likes sammeln. Anerkennung erhaschen. In einer scheinheiligen Community. Eigene Erfahrungen gleich Fehlanzeige – der Ausdruck „Möchtegern-Scheinerfahrungen“ trifft es da vielleicht eher. Für diejenigen, die sich vielleicht angesprochen fühlen: Angeln gehen, die Natur genießen und eigene Erfahrungswerte sammeln. Am Wasser – und nicht im Internet.

Eigene Erfahrungen führen definitiv zum Erfolg.
Eigene Erfahrungen führen definitiv zum Erfolg.

Patrick Buhr: “Am meisten lernst du aus Niederlagen!”

Wie sagte einst ein weiser Angler Namens Auwa Thiemann: „Angeln ist zu 70 % Erfahrung, zu 20 % Können und nur zu 10 % Glück.“ Dieser Satz ist mir aus meiner Anfangszeit hängen geblieben und ich habe ihn mir oft in Erinnerung gerufen. Der allerwichtigste Faktor beim Angeln für mich ist Erfahrung. In all den Jahren habe ich so unglaublich viel dazu gelernt, Erfolge gefeiert, aber auch Niederlagen einstecken müssen. Dabei musste ich feststellen, dass die erfolgreichen Sessions natürlich mehr Spaß machen und lange Zeit in Erinnerung bleiben.

Der wichtigste Faktor ist die Erfahrung!
Der wichtigste Faktor ist die Erfahrung!

Mit Abstand am meisten gelernt habe ich jedoch bei meinen Niederlagen am Wasser. Ein super Beispiel dafür ist eine Session vor etwa einem Monat. Während einer kurzen Nacht fing ich zwei Brassen und hatte noch einige Pieper. Am Morgen holte ich mit einer Rute etwas Schweres und Unbewegliches ein.  Kurz darauf kam ein Geäst zum Vorschein. Ein Fisch hatte sich gehakt und war in dieses hinein geschwommen. Die Schnur war unzählige Male um einzelne Zweige gewickelt, bis der Fisch es schließlich geschafft hatte den Haken loszuwerden. Das war ärgerlich, doch verriet mir mehr über diesen See als irgendein anderes Erlebnis.

Viele Erfolge basieren auf zuvor gemachten Niederlagen!
Viele Erfolge basieren auf zuvor gemachten Niederlagen!

Das Geäst war voller kleiner Schnecken und sogar reichlich Zuckmücken Larven. Ich wusste damit nicht nur was die Fische hier fressen, sondern auch noch exakt wo. So basieren viele große Erfolge auf anfänglichen Verlusten, Blanks oder anderen Niederlagen. Genau diese geben einem Erfahrung und Wissen und machen einen zu einem besseren Angler. Mit den Jahren sammelt man Erkenntnisse über Gewässer, Fischverhalten, Futter, Rigs und vieles mehr. Die Gewässer werden Größer, die Fänge besser… was am Ende bleibt ist die Kunst das Wasser zu lesen: Watercraft!

Die Kunst ist es das Wasser zu lesen!
Die Kunst ist es das Wasser zu lesen!

Simon Gehrlein: “Vorteile muss man erkennen lernen!”

„Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten“ – Was Konfuzius schon vor Hunderten von Jahren wusste, können auch wir Angler oftmals am Wasser erleben. Wer nach einem Fehler sein Handeln nicht ändert, bekommt schneller als einem lieb ist die zweite Klatsche. Deshalb ist es wichtig Fehler schnell zu erkennen und diese dauerhaft abzustellen.

Neue Gewässer sollte man nicht unbedingt im Winter kennenlernen!
Neue Gewässer sollte man nicht unbedingt im Winter kennenlernen!

Die Liste der Fehler in meiner eigenen Angelei hat einige schöne Beispiele parat, die zeigen, dass man oft erstmal etwas falsch machen muss, bevor man merkt wie es richtig geht. Ich denke dabei z.B. an einen Aussteiger an einem verregneten Herbsttag, den ich – und davon bin ich überzeugt- nur deshalb hatte, weil ich nach dem Biss zuvor zu faul und bequem war den schon etwas stumpfen Haken auszutauschen.

Ein neuer und scharfer Haken bewahrt uns vor Pannen!
Ein neuer und scharfer Haken bewahrt uns vor Pannen!

Ebenfalls ärgerlich war der Zeitpunkt einer Session an einem für mich neuen Baggersee: Wie kann man den Bitte auf die Idee kommen, sich Anfang Januar auf einen neuen See mehrere hundert Kilometer entfernt von zu Hause einzulassen? Für zwei Nächte? Als drittes Beispiel möchte ich die ausschließliche Verwendung von 18 mm Boilies zu meiner Anfangszeit erwähnen. Dieser Standard-Durchmesser war an brassenverseuchten Löchern echt eine schreckliche Wahl und gleichzeitig an hart beangelten Gewässern nicht klein genug um sich von den verwendeten Ködergrößen anderer Angler abzuheben.

Simon Gehrlein sieht großen Mehrwert in unterschiedlichen Ködergrößen.
Simon Gehrlein sieht großen Mehrwert in unterschiedlichen Ködergrößen.

Viel zu spät erkannte ich die Vorteile die extrem unterschiedliche Ködergrößen mit sich bringen! Seit diesen Erfahrungen steht für mich fest, dass immer ein fertig gebundenes Rig im Boot sein muss, dass man neue Seen nicht im Winter kennenlernen sollte und dass die Auswahl der Ködergröße wesentlich wichtiger ist, als man auf den ersten Blick glauben mag!

Schicker TwoTone für Simon Gehrlein!
Schicker TwoTone für Simon Gehrlein!

Alex Zille: “Mein Wegweiser zum Erfolg!”

Wie in jedem anderen Hobby und genauso im richtigen Leben machen wir viele Fehler. Das ist im ersten Moment ja auch gar nicht schlimm und absolut menschlich. Wichtig ist nur, dass man aus den Fehlern lernt!

Im Laufe der letzten Jahre sind mir selber bei meiner Angelei viele Fehler aufgefallen, die man immer und immer wieder macht. Man muss „lernen“ gewisse Dinge anders anzugehen oder sie auszuführen.  Im Folgenden möchte ich euch meine TOP 3 – „Fehler“ auflisten und hoffe, dass sie euch dann, bei der eigenen Angelei, wiederbringen…

Alex nennt 3 Punkte, die euch bei eurer Angelei helfen könnten!
Alex nennt 3 Punkte, die euch bei eurer Angelei helfen könnten!

1.) Hör auf dich bekloppt zu machen!
Dass die Angelei einen manchmal in den Wahnsinn treiben kann, haben die meisten von euch schon selbst bemerkt. Wichtig ist nur, dass man früher oder später erkennt, dass man gewisse Dinge nicht beeinflussen kann. Lege Wert auf ordentliche Location qualitatives Futter und eine funktionierende, scharfe Montage. In der Regel stellt sich der Erfolg dann schon ganz von alleine ein. Und wenn dies nicht der Fall ist, sollte man sich erst einmal die Frage stellen, ob die Karpfen überhaupt auf dem Spot fressen und schwimmen, bevor man Montage, Taktik und Futter über den Haufen wirft.

2.) Sei fleißig und krieg deinen Ar*** hoch!
Wie in Punkt  1 schon beschrieben, ist die Stelle extrem wichtig und entscheidend! Und ja, dafür muss man dann auch mal die komfortable Rasenfläche verlassen und auf die ausgiebige Grillparty verzichten. Eine weitere Sache, die ich früher nie so wirklich verstanden habe ist, die Rute immer und damit meine ich auch jedes Mal neuzulegen! Solange das Eisen nicht im Feuer ist, kann man auch nix fangen! – logisch. Aber gerade an großen Gewässern ist es super wichtig, wenn die Fische auf dem Platz sind, 110% zu geben, damit man so viel wie möglich abgreifen kann. Und auch nach Brasse 5 sollte man die Rute neu legen, (dabei dann vielleicht auch mal über einen neuen Spot nachdenken :-D).

Essenziell: Der richtige Spot!
Essenziell: Der richtige Spot!

3.) Mach dein Ding und sei du selbst!
Wenn du meinst, im Januar am tiefen Baggersee auf einem halben Meter abzulegen, dann tu es! Die verrücktesten Sachen sind zumindest IMMER einen Versuch wert. Wenn alle sagen, du musst mit Mini-Murmeln fischen, du aber auf dicke Köder Bock hast, dann häng dir dicke Bollen dran! Ich könnte ewig so weiter machen! Was ich damit sagen will ist, lass dir nicht so viel in deine Angelei reinreden! Trotz alledem, sei immer wachsam was andere Angler sagen und erzählen, viele Sachen sind natürlich hilfreich und können oft entscheidende Kleinigkeiten sein.

Da passte alles! Alex Zille mit einem fetten Spiegler
Da passte alles! Alex Zille mit einem fetten Spiegler

5 Angler – 5 Meinungen Rückblick // Darum ging es in Runde 13!

In der 13. Runde von 5 Angler – 5 Meinungen wurde über das Thema “Das richtige Bleisystem” gefachsimpelt.

Wo sollte man welches System einsetzen? Welche Version hakt denn besser? Robert Raditzky, Marvin Berndt, Christian Haack, Tobias Steinbrück und Alex Goroschko wurden befragt…

-> Hier kannst du die Meinungsrunde zum richtigen Bleisystem abchecken!

Goroschko4 - 5 Angler - 5 Meinungen: Aus Fehlern lernen!