Eine traurige Praxis, die auch in unserem Hobby mittlerweile “Gang und Gäbe” ist. Wir leben in einer “Ego-Gesellschaft” in dem der eigene Ruhm meist mehr bedeutet als das faire Miteinander. Wo führt das hin und wie handhaben es bekannte und umstrittene Teamangler?

Christoph Mühl: “Zuviel Information kann Gewässer verheizen!”

Jeder kennt es man will ins Ausland fahren oder möchte einen neuen Vereinssee befischen. Die Regel ist, dass viele Angler möglichst viele Informationen über das Wunschgewässer sammeln, damit der Saisonstart oder der Auslandstripp nicht ins Wasser fällt. Der Hintergrund dessen ist, dass man möglichst schnell dicke Fische in die Kamera heben kann/soll. Doch zu welchem Preis erfährt man solche Informationen? Ich habe dazu eine ganz eigene Einstellung. Wenn man mir etwas im Vertrauen sagt, dann bleibt es auch bei mir ohne dass ich Informationen gegen Informationen tausche. Denn meistens ist es doch so, dass dritte diese Informationen wiederum gegen Informationen weitergeben. Das Endprodukt ist, dass es früher oder später sowieso jeder weiß, aber man sich ggf. untereinander nicht mehr „grün“ ist, weil der eine den anderen beschimpft dass man diese ach so „geheime“ Information weitergegeben hat. Was zurückbleibt sind Anfeindungen zwischenmenschlich und ggf. verbrannte Gewässer! Muss das wirklich sein? Daher gehe ich mit solchen Informationen sehr vorsichtig um. Was ich nicht weiß macht mich nicht heiß und kann von mir nicht weitergesagt werden. Anders ist es, wenn man sich über Dinge austauscht die eh schon jeder weiß. Ich bin grundsätzlich ein hilfsbereiter Mensch, daher bekommt man auch eine vernünftige Antwort wenn man mich fragt und je nachdem sogar noch einen Tipp. Gut ist es, wenn man sich mit jemand austauschen kann der genauso denkt wie man selber dann ist es so eine Art blindes Vertrauen und menschlich definitiv ein Mehrwert. Das ist viel mehr wert als eine Information, vorallem ist es auf Augenhöhe, Erwachsen, Männlich, stimmt’s Mr. X 😉

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Michael Schützenmeister: “Unser Hobby lebt vom fairen Austausch!”

Schmarotzer gibt es leider überall und in allen Lebenslagen unserer Gesellschaft. So ein Parasit ist eine faule Person, die entweder vom Geld oder von der Arbeit anderer lebt. Wer das Gefühl hat, noch nicht genug Feinde zu haben, sollte sofort damit beginnen sich richtig unbeliebt zu machen. So ein Schmarotzer ist entweder ein Charakterschwein, dem jegliche Konsequenzen egal sind oder es ist ein Mensch, der mit einem Intelligenzquotient unter 85 nicht mitbekommt, was um ihn herum passiert. Ich schreibe deshalb so hart, weil ich aus persönlicher Sicht diese respektlose Unart nicht akzeptieren kann. Die Typen blenden alles aus und gehen über Leichen. In Bezug auf unser Hobby, dem Karpfenangeln, würden die für (dicke ) Fische alles machen. Mit den ergatterten Informationen setzen sie sich dann ins gemachte Nest. Im schlimmsten Fall auf deinen vorgefütterten Platz.

sich selbst Gedanken machen und beobachten - 5 Angler - 5 Meinungen: "Schmarotzer – Informationen nehmen. Niemals welche geben."

Zum Glück können die Spezis dadurch nicht gleich besser Angeln und liegen oftmals mit ihren Montagen weit vom Ziel entfernt. Da fehlt es eben an Eigeninitiative, Mut, Wissen, Recherche usw. um selbständig ans gewünschte Objekt der Begierde zu gelangen. Unser Hobby besteht doch nicht darin, sich an den See zu setzen, wo der angeblich dickste aus der Stadt drin schwimmt, um sich mit vielen anderen Anglern um die „freien“ Stellen zu prügeln. Nicht falsch verstehen…es geht hier nicht darum, keine Informationen mehr auszutauschen. Ganz im Gegenteil, der Austausch unter uns Karpfenanglern ist wichtig und sollte nicht fehlen. Da gibt oder bekommt man auch mal einen guten Tipp über den Bestand, ob bei uns oder auch in Frankreich. Aber viel spannender ist es doch, sich selbst ein Gewässer zu suchen wo man von seinem Bauchgefühl gelenkt wird.

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An einem See zu stehen, wo man nicht weiß, was einen erwartet. Es gibt mal kein Fischbild und die Verfolgungsjagd nach dem Bekannten Mr. X. Kaum bis keine anderen Mitstreiter. Das Feeling wenn man genau weiß, dass man sich alles selber erarbeitet und richtig gemacht hat, ist doch viel mehr wert und unbezahlbar. Sowas kann man dann auch ruhig mal für sich behalten und nur seinen Besten davon erzählen. Der Schmarotzer steht sowieso mehr auf die Gewässer wo es zu hundert Prozent was zu holen gibt.

selbsterarbeiteter Erfolg - 5 Angler - 5 Meinungen: "Schmarotzer – Informationen nehmen. Niemals welche geben."

Simon Grolig: “Geben und nehmen!”

Schwieriges Thema… Gewässerinformationen weitergeben, das ist für mich ein Balanceakt, ein Tanz auf Messers Schneide, ein sensibler und teilweise brisanter Aspekt unseres schönen Hobbies. Für mich gehört es zum „Game“ dazu… Sehe ich regelmäßig Bilder von großen Fischen bei Personen, von denen ich weiß, dass sie in meiner Region fischen, will ich wissen, wo diese Fische schwimmen. Es geht nicht immer unbedingt darum, selber letztendlich dort zu fischen.

Große Fishe erregen Aufmerkamkeit dessen muss man sich bewusst sein - 5 Angler - 5 Meinungen: "Schmarotzer – Informationen nehmen. Niemals welche geben."

Oftmals befriedigt es mich bereits, den Schleier des Unbekannten zu lüften. Das Ganze funktioniert natürlich nur über Informationen und investigatives Engagement. Allerdings bedarf es aus meiner Sicht für die Einholung entsprechender Informationen eines gewissen Maßes an Fingerspitzengefühl. Denn die dabei entstehende Situation ist ambivalent… Auf der einen Seite versucht man für sich selber immer ein Maximum an Informationen zu sammeln und gewinnbringend zu nutzen, während man auf der anderen Seite versucht, seine „Geheimnisse“ so gut wie möglich zu bewahren. Dabei muss man sich allerdings bewusst sein, dass das Eine niemals ohne das Andere funktionieren wird. Es ist wie immer im Leben, wer nimmt, muss auch geben. Jedenfalls auf Dauer.

Informationen integer zu behandeln heisst den Ausschnitt von für Veröffentlichungen vorgesehenen Gewässerfotos mit Bedacht zu wählen - 5 Angler - 5 Meinungen: "Schmarotzer – Informationen nehmen. Niemals welche geben."

Dabei stößt mir eine Entwicklung –und ich bin Gott weiß kein „früher war alles besser“-Redner- in Zeiten sozialer Netzwerke übel auf. Oftmals wird man unvermittelt von einem völlig Unbekannten angeschrieben, die dann auch –ohne viel blumigen Smalltalk- unverfroren gleich in direkter in oftmals nahezu von mir als dreist empfundener Art und Weise versuchen. Gewässerinformationen zu erfragen. Ich würde mich weiß Gott nicht als „Schmarotzer“ bezeichnen, doch in solchen Situationen, würde ich einen Teufel tun Gewässerinformationen preiszugeben. Denn ich finde es gibt eine Art „Ehrenkodex“, ein Konglomerat aus Respekt, Diskretion und vor allem Integrität. So habe ich mir für meinen Teil mir über die vergangenen Jahre ein Netzwerk mit Personen aufgebaut, die ich ohne jegliche Anflüge schlechten Gewissens auch einmal auf eine konkrete Gewässerinformation anhauen kann. Diese Leute –und das macht das Ganze für mich legitim- wissen, dass auch sie „im Gegenzug“ bei Bedarf Informationen erhalten und vor allen Dingen, dass ich die Information mit dem angezeigtem Maß an Respekt behandele. Dazu gehört, dass ich die Informationen nicht kopf- und grenzenlos an Dritte weitergebe, ich mich an den entsprechenden Gewässern integer Verhalte und eben nicht in der oftmals benannten „nach mir die Sinnflut“ Manier agiere. Die Berücksichtigung dieser Werte ist für mich essentiell. Ein entsprechendes Vertrauen –denn genau darum geht es unter dem Strich- will erarbeitet werden.
Ich bin nach alledem bestimmt nicht der, der wild mit Informationen um sich schmeißt… Das mag der ein oder andere „Facebookfreund“ vielleicht als Geheimniskrämer- oder Schmarotzerei abtun… Mir, egal ich hab da meine Prinzipien!

Mann muss lernen wem man vertrauen kann - 5 Angler - 5 Meinungen: "Schmarotzer – Informationen nehmen. Niemals welche geben."

Nils Oetjen: “Ich gebe nur unter höchstem Vertrauen etwas weiter!”

Eigentlich ist mit dem Titelthema schon alles gesagt. Wer sich so verhält ist nichts anderes als ein Schamrotzer. In meinen Augen asozial. Mehr kann ich dazu eigentlich nicht sagen! Ich empfinde es als Unding, wenn man jemanden hilft aber umgekehrt hilflos zurück gelassen wird, wenn man selber mal support benötigt. Ich für meinen Teil habe damit aufgehört anderen zu helfen bzw Geässertipps zu geben.

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Ich gebe nurnoch in Ausnahmefälle etwas Preis, und das nur an Leute, die ich schon zig Jahre persönlich kenne. Im Internet gebe ich gar nichts mehr preis nur weil man bei Facebook “befreundet” ist. Gerne wird man mal angeschrieben, aus dem einzigen Grund möglichst viele Infos zu saugen. Ganz nach dem Motto “Fragen kann man ja mal”. Nur beantworte ich solche Anfragen gar nicht mehr. Ich gehörte eigentlich zu den Menschen, die anderen gerne weiter geholfen haben. Habe hilfreiche Tipps weiter gegeben, die auch zum Erfolg geführt haben. Seien es Rig Tipps, oder Gewässertipps… Wenn ich dann aber mal etwas Support benötigte war das Schweigen groß. “Ich kann da nicht weiter helfen! Ich hab versprochen das Geheim zu halten!”

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Das gute an meiner Person ist, dass ich in den seltensten Fällen Hilfe benötige. Um so mehr bin ich dann enttäuscht, wenn es mal eintrifft und man mir Tipps verwehrt. Eben von Leuten die jahrelang von meinen Tipps gelebt haben. Es kann durchaus sein, dass ich eine Entwicklung innerhalb der Randsportart ,die zum Grössenwahn neigt, verpasst habe. Aber ich wurde so erzogen, dass man hilft wenn man selbst Hilfe erfahren hat. Das Fazit, was ich vor langer Zeit daraus gezogen habe ist, dass ich meine wertvollen Infos nur noch für mich behalte. Keine Infos. Kein Support. Keine Hilfe……

Wie kam es dazu fragen Sie sich? Nun ja. Eigentlich ganz einfach erklärt. Schmarotzer. – Informationen nehmen. Niemals welche geben……

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Felix Kaczmarek: “Kein Bock auf Fischgeilheit und Profilierungssucht!”

Schmarotzer. Eine Personengruppe unterster Schublade, die in unserem Hobby leider viel zu öfter vertreten ist, als wir es uns wünschen. In dieser Runde 5A5M melde ich mich gerne mit zu Wort, um meinen Dampf abzulassen. Denn leider bin ich schon viel zu oft in den Genuss von Schmarotzern gekommen, die hintenherum Informationen sammelten, im Kreis meiner engsten Vertrauten versucht haben, an die Informationen zu meinen aktuellen Angelplätzen zu kommen. Ekelhaft! Oftmals sind es große Fische, die Menschen antreiben, anderen nachzueifern und dabei Grenzen zu überschreiten.

Felix1 - 5 Angler - 5 Meinungen: "Schmarotzer – Informationen nehmen. Niemals welche geben."

Diese Fischgeilheit und Profilierungssucht widert mich an und lässt mich heute die Konsequenzen daraus ziehen. Stille aus meinem Mund. Das ist schade, denn auch ich teile meine Erfolge gern mit anderen, doch ließ mich das freudige Teilen in den letzten Jahren immer wieder zum Entschluss kommen, dass es sie auch in jüngeren Generationen noch gibt. Schmarotzer. Geil auf Fisch, koste was es wolle. Und selbst wenn zwischen meinem Zielgewässer und dem Wohnort des oder der Schmarotzer mehr als 300 Kilometer Fahrtweg liegen, versuchen manche, durchaus bekannte Angler, an Standortdaten meiner Angelplätze zu kommen. Warum? Das bleibt mir unbeantwortet. Am Ende bin ich in den letzten Jahren zu oft enttäuscht worden.

Felix3 - 5 Angler - 5 Meinungen: "Schmarotzer – Informationen nehmen. Niemals welche geben."

Man hat auf meinen Futterplätzen gefischt, die ich über 6-8 Wochen täglich vorbereitet hatte, im darauffolgenden Jahr wurden meine Plätze von Socialmedia-Stars belagert, die an meine Erfolge aus dem Vorjahr anknüpfen wollten. Es ist schade, dass manche der selbsternannten Profis heute unter einem solchen Druck stehen, dass sie um jeden Preis an Fisch gelangen müssen. Den Preis zahlen andere, darauf wird keine Rücksicht genommen. Leute, wacht auf! Geht euren eigenen Weg, arbeitet für euren Erfolg und macht euer eigenes Ding, ohne anderen dabei permanent auf die Füße zu treten. Unser Hobby ist so geil, da müssen wir uns das Leben gegenseitig nicht noch schwerer machen. Peace!

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5 Angler – 5 Meinungen Rückblick // Darum ging es in Runde 14!

In der 14. Runde von 5 Angler – 5 Meinungen wurde über das Thema “Aus Fehlern lernen!” behandelt.

Was sollte man unbedingt vermeiden? Wie ticken unser Zielfische? Wie lernt man etwas dazu? Jochen Berger, Marvin Glinka, Patrick Buhr, Simon Gehrlein und Alex Zille geben euch Ansätze…

-> Hier kannst du Runde 14 nachholen! 

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