Das Wasser ist kälter, die Futtermittel immer spezieller und mit sinkender Wassertemperatur attraktiver. Wo im Sommer sich die Brassen und Rotaugen drum tummeln würden und niemand nur einen Gedanken verschwendet, dies überhaupt einzusetzen, fliegt jetzt in den Carryall. Spezielle Hakenköder, Liquids, Attraktoren und teils sehr kleine Köder. Pellets dürfen natürlich auch nicht fehlen! Welche Tipps haben unsere Autoren zur Angelei in kaltem Wasser? Auf welche Futtermittel und Tricks können die Junge bei kaltem Wetter überhaupt nicht verzichten? In dieser Runde unseres neuen Formates 5 Angler – 5 Meinungen schildern Alex Gärtner, Max Brodehl, Michael Schützenmeister, Johannes Wolf und Tomas Spiechowicz ihre Erfahrungen und halten coole Tips parat. Viel Spass!

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Alex Gärtner meint: Die Pulverbeschichtung bringt Erfolg

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Prinzipiell bin ich eher der Typ Angler der auf große, harte Köder setzt. Nicht weil ich denke damit fange ich nur große Karpfen, nein, die zahlreichen Weißfische in den Gewässern, die ich regelmäßig befische lassen es einfach nicht zu, kleine Köder zu fischen. Ganz anders verhält sich das allerdings bei kaltem Wasser.

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In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Karpfen in meinen Hausgewässern ab einer Temperatur von unter 8 Grad sehr träge werden. Um auch bei solchen Bedingungen noch einen Biss zu bekommen, braucht man unbedingt Köder, die auch im kalten Wasser ihre Lockstoffe optimal frei geben.

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Für diesen Zweck verwende ich gerne Köder mit einer Pulverbeschichtung, wie beispielsweise die neuen Citruz Cultured Hookbaits. Diese Köder geben selbst bei sehr niedrigen Wassertemperaturen ihre Attraktoren frei und das auch über einen längeren Zeitraum. Um den trägen Fischen weiter auf die Sprünge zu helfen, verwende ich zusätzlich den dazu passenden Citruz Fizzing Stick Mix.

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Dieser Stick Mix verteilt seine anziehenden Inhaltsstoffe in allen Wasserschichten, somit können die Fische den Köder einfach nicht übersehen und werden gezielt auf meinen Hakenköder gezogen.

Löslich und attraktiv muss es sein – sagt Max Brodehl

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Bei sinkenden Wassertemperaturen greife ich auf sehr lösliches Futter zurück. Ob ein mit Teig ummanteltes Blei oder einen in Baitpaste eingerollten Hakenköder – stark lösliches Futter wird vielleicht doch noch besser von den ohnehin schon trägen Fischen wahrgenommen.

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Eine fantastische Komponente im Trockenmix sind unter anderem Haferflocken. Sie geben einen großartigen farblichen Akzent und lösen sich sehr schnell auch bei kälteren Wassertemperaturen. Bei den Hakenködern darf es auch gerne mal noch eine Nummer kleiner sein.

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Daher kommt in mein Trockenfutter auch immer ein Anteil Maden oder Pinkies. Dass sich diese kleinen Krabbler auch bestens als Hakenköder eignen, brauche ich wohl nicht noch extra zu erwähnen.

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Michael Schützenmeister setzt auf klein, aber auffällig!

Um im Winter bei kaltem Wasser erfolgreich zu sein, gehört jede Menge Fingerspitzengefühl dazu. Die Fische werden langsamer und träge, so auch der Ansaugdruck, mit dem sie ihre Nahrung vom Grund saugen. Die Bissfrequenz wird deutlich geringer und um einen Fisch zu fangen, muss der Haken im besten Fall beim ersten Versuch hängen.

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Das Vorfachmaterial sollte meines Erachtens wenigstens auf den letzten zwei bis fünf Zentimetern aus einem weichen, beweglichen Geflecht bestehen. So hat der Haken mehr Spiel und eine bessere Chance sich im Fischmaul festzusetzen. Ansonsten kann der Rest des Rig’s ruhig steif sein. Sobald man auf Tiefen zwischen 6 und 14 Metern angelt, sollte man sicher sein das es ohne Verwicklung, sauber auf dem Grund landet. Vor allem wenn es im Winter um diesen einen einzigen Biss geht.

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Beim Hakenköder setze ich auf klein und auffällig, statt auf 30er Murmel am Haar. Auch das kann sicher funktionieren doch Instant spielte mir die dezente Variante in der Vergangenheit oftmals mehr in die Karten als die selektive Bigfish-Präsentation. Auch das Futter rundherum kann nicht attraktiv genug sein. So etwas leichtes wie Partikel, Groundbait und 16mm Boilies sollte jeder mit sich führen. Mein Absoluter Favorit an Beifutter ist Teig. Den nutze ich über das gesamte Jahr und auch im Winter eine absolute Waffe.

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Wo ich zu wärmeren Gewässertemperaturen handgroße Ballen hinterherwerfe, forme ich mir bei Kälte ca. 25 mm Kugeln. Vorab mit etwas Liquid bearbeiten und schon bietet man eine sehr verlockende Variante an, die der Karpfen mit wenig Aufwand ansaugen kann, super zu verdauen ist und unserem Hakenköder am nächsten kommt.

Johannes Wolf sucht nach Temperaturunterschieden

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Karpfen sind wechselwarme Tiere. Aus diesem Grund geht ihr Stoffwechsel bei niedrigen Temperaturen gegen Null. Sie bewegen sich nur noch sehr wenig und stellen Ihre Nahrungsaufnahme fast ein. Deshalb gilt es im Winter die wärmeren Regionen des Gewässers aufzusuchen, um seine Fangchancen zu erhöhen. Die Temperaturunterschiede entstehen meist durch Sonneneinstrahlung, Wind oder Strömung. Diese gilt es zu finden und richtig zu deuten.

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Schon minimale Temperaturunterschiede können dann den großen Unterscheid machen. Meist trifft man dann eine große Anzahl an Fischen an einem Ort an. Sie versammeln sich oft an den wärmsten Punkten des Gewässers. Dies können tiefe  Stellen, Ein- bzw. Ausläufe, Stege, Brücken oder große überhängende Büsche sein.

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Eine mobile Angelei und regelmäßiges Moven zerrt zwar an den Nerven, doch kann einem helfen die Fische zu finden. Und wenn man die Fische im Winter gefunden hat, kann man wahre Sternstunden erleben.

Tomas Spiechowicz – meine Waffe heisst Talin!

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Wenn die Temperaturen im Steilflug sinken und die Bäume ihre letzten Blätter verlieren sind die Gewässer meist verlassen. Ruhe kehrt ein! Die widrigen Witterungsbedingungen führen bei den meisten Angler dazu, eine Zwangspause vom Angeln zu nehmen. Doch ich habe mich nie von den Launen „Mutter Natur´s“ einschüchtern lassen und habe mit den Jahren meine eigenen Erfolge im kalten Wasser verbuchen können.

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Zunächst gilt es erstmal den eigenen Schweinehund zu überwinden. Wenn es kalt wird, ist Disziplin und Ehrgeiz gefragt.

Meine Erfahrungen haben mit gezeigt, dass ich besseren Erfolg habe wenn ich während der Wintermonate auf die Zugabe von Fischmehl und -Öl verzichte. Mein Augenmerk setzte ich stattdessen auf die „leichte Kost“, wie zum Beispiel Milchproteinboilies mit einem hohen Anteil an Hefeextrakten sowie pflanzlichen Proteinen. Auf den Punkt gebracht verwende ausschließlich kleine Köder zwischen 10 und 12 mm, die ich zur Erhöhung der Attraktivität mit Talin behandele. Talin wirkt hervorragend in meine Köder ein und eignet sich zum soaken von Hookbaits, Pellets und natürlich meiner Futterboilies.

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Der Unterschied von Talin zu herkömmlichen Sweetern, Liquids, Dips ect. ist die starke Bindung an den Köder und demnach langfristige Abgabemöglichkeit im Wasser. Herkömmliche flüssige Lockstoffe waschen direkt nach dem Kontakt zu Wasser ab und können auf dem Spot nicht mehr wirken. Talin hingegen hält langfristig und lockt länger. Das merkt man, wenn man seinen zuvor in Talin gesoakten nach 12 oder 18 Stunden aus dem Wasser nimmt. Der süße Stoff ist noch immer zu schmecken und konnte über einen langen Zeitraum bestehen!

Abschließend kann ich sagen, mit Zucker fängt man Pferde und in unserem Fall, Fische!

5 Angler – 5 Meinungen // Nächste Runde!

In der nächsten Runde “5 Angler – 5 Meinungen” beschäftigen wir uns mit einer Frage zur Schnurspannung…