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5 Angler – 5 Meinungen: Warum sind scharfe Haken so wichtig?

Wir haben Bock das Jahr 2017 mit einer letzten Runde “5 Angler – 5 Meinungen” abzuschließen. Was ist das Thema? Es wird darum gehen, warum scharfe Haken eigentlich so wichtig sind. Wie handhabt ihr das? Ruhig mehrmals benutzen? Reicht ein Haken aus der Verpackung? Oder achtet ihr pingelig genau darauf, dass euer Eisen so scharf wie möglich ist?

Passend zu diesem Thema haben wir erfahrene Angler am Start, die ihr Know-How preisgeben und diskutieren…

Heute sitzen Markus Rosenberger, Felix Kaczmarek, Marc Voosen, Achim Schlüßel und Nils Oetjen im Boot!

Markus Rosenberger – Einigkeit besteht: Der Haken muss scharf sein!

Nun, ich denke hier sind sich alle Angler einig. Ein scharfer Haken ist wichtig. Niemand möchte mit stumpfen Haken angeln. Ganz klar, ist auch für mich die Schärfe meiner Fangeisen von hoher Bedeutung. Besonders wichtig bei Gewässern wo die Fische rund ums Jahr stark beangelt werden und dementsprechend konditioniert sind. Gerade an solchen, meist kommerziellen Anlagen fische ich gerne mit sogenannten „Run-Rig Montagen“. Also ohne Fixblei, welches den Hakeffekt erheblich verstärkt. Hier speziell zum Beispiel kann das „mehr Eindringen“ ins Fischmaul über Fangen oder nicht Fangen entscheiden.

An solchen Seen wird dann das Rig sofort gewechselt, auch wenn nur der geringste Zweifel in mir aufkeimt. Es ist „in“ geworden seine Haken extra zu schäfen. Hier bieten verschiedene Firmen dem Angler spezielle Schärfutensilien an. Ja, man kann sogar nachgeschärfte Haken bei gewissen Dienstleistungsunternehmen bestellen. Auch ich feilte mir einige Zeit lang meine neuen Haken ultraspitz zu. Mittlerweile habe ich das präventive Schärfen aber wieder at acta gelegt. Ich hatte den Eindruck, dass ich öfter Fische schlitze. Durch den Umstand, dass ich die Spitzenpartie durch das abfeilen verdünnte und die Spitze Rasierklingen scharf gestaltet, konnte ich mir bald die Antwort selber geben. Ich suche mir gegenwärtig meine Hakenmodelle genau aus und ersetze lieber das Vorfach, wenn es mir notwendig erscheint. Vor allem gibt es einige Hersteller am Markt die wirklich sehr spitze Haken anbieten. Die FOX Edges Hakenserie zum Beispiel bieten ein Maximum an Hakeffekt und sind daher meine erste Wahl. Unglaublich scharfe Haken.

Wo ich schon noch feile ist, wenn sich z.B. beim Baggerseefischen oder am steinigen „Bin el Ouidane“ nach dem einholen die Spitze zu einer kleinen „Gonzo-Nase“ verformt hat. So putze ich den Haken Vorderteil mit der feinsten Steinfeile wieder gerade. Und weiter geht’s. Das geht gut und in Folge ist der Haken dann auch wieder schön scharf. Vor allem geht das schnell, wenn die Fische am Platz sind und das Rig an den Platz muss. Inzwischen binde ich dann aber neue Rigs, denn nach dem nächsten Einholen oder Fangerfolg gehört ein neuer Haken dran.

Felix Kaczmarek – scharfer Haken, ja. Das ist aber nicht alles!

Das Thema mit dem scharfen Haken ist ja so eine Sache. Klar, ich fische auch mit scharfen Haken und begutachte sie vor jedem Auswurf, doch ist das beim Flussangeln immer so ein Ding. Meine Angelei beschränkt sich mittlerweile fast nur noch auf die Jagd nach kostbaren Flussnomaden. Wer schon einmal an einem der großen deutschen Strömen gefischt hat, weiß dass die Angelei rau und dreckig ist. Dicke Schnur, fette Bleie und rundum ein starker Materialeinsatz. Das gilt auch für den Haken.

Er muss stabil sein, das ist mir wichtig. Ich bin ehrlich. Bisher bin ich mit dem Material ausgekommen, das mir die Industrie bot. Nachschärfen habe ich mal getestet und kein Fable daran gefunden. Ist ein Haken stumpf, kommt das Teil in die Müllbox, denn meistens sind die Dinger dann nicht mehr zu gebrauchen. Man zieht die Montage permanent zwischen den Steinen her, die Strömung und der Sand am Grund wirken sich zusätzlich auf den Haken aus. Ich wäre also permanent am schleifen und nachschärfen und der Haken wäre öfters über statt Unterwasser.

Dann ist zwar er Haken scharf, aber die Fische beißen bekanntlich noch immer im Wasser. Seinen Haken auf ein Maximum zu schärfen, mag für stehende Gewässer sicherlich effektiv sein, doch bei der Angelei im Fluss mache ich mir über andere Dinge mehr Gedanken, als darüber, ob der Haken gerade noch 120% scharf ist. Versteht mich bitte nicht falsch, das Rig muss perfekt funktionieren, da sind wir einer Meinung.

Der Haken muss super scharf sein und in Kombination mit dem Vorfach und der Bleimontage optimal funktionieren. Doch auch hier reden wir nur von einem kleinen Puzzleteil, das zum großen Ganzen gehört. Manchmal habe ich das Gefühl, dass man gewisse Puzzleteile zu sehr gewichtet, andere essenzielle Komponenten dabei jedoch vollkommen vernachlässigt. Es ist schließlich immer so, dass alle beteiligten Teile zusammenpassen müssen. Angelplatz, Zeit, Köder, Wetter, Rigs, Fressverhalten und so weiter. Für meine Flussangelei stehen Angelplatz und Fische, die ich erstmal finden muss, an erster Stelle. Danach folgen die anderen Komponenten. Nur wenn ich tatsächlich Fische am Platz habe, kann ich diese auch fangen. Nun überlege ich gerade, ob ich überhaupt merke, wenn Fische am Platz sind, diese sich aber aufgrund eines nicht 120% geschärften Hakens nicht hake und diese dann weiterziehen, ohne dass ich sie überhaupt bemerken konnte… hmmm.

Marc Voosen – die Schärfe des Hakens ist entscheidend!!

Wer mich kennt weiß natürlich um meinen “Hakenfetisch”. Das dieser aber quasi aus dem nichts gebohren wurde wissen die wenigsten. Über Jahre hinweg wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass es etwas geben könnte das die Qualität der “chemisch geschärften Wunderwaffen” übersteigt. Ja selbst als Korda Chef Danny Fairbrass schon offen erzählte, dass er aus jedem Päckchen nur die besten 5-6 Haken verwendet dachte ich nur “typisch Engländer”, klar das die es wieder übertreiben.

Kaum hatte ich aber meinen ersten geschärften Haken in der Hand, ging alles ganz schnell und ich konvertierte in Sekundenschnelle. Mir war sofort klar, dass dies mehr Fisch fängt. Und genau das war in der Folge der Fall, ich und ein erlesener Freundeskreis fingen nicht nur mehr sondern auch andere Fische als die Jahre zuvor.  Der Rest ist Geschichte und heute betreibe ich eine Firma die mich halbwegs über Wasser halt.

Meine Lieblings Analogie zu dem Thema ist Folgende:

“Stelle dir vor du lässt beim Brötchen schmieren ein Buttermesser fallen und fängst dieses in letzter Sekunde mit der Hand auf. Stelle dir nun vor ein Chirug lässt im OP ein Skalpell fallen und greift aus Reflex nach diesem. Für wen besteht nun wohl die größere Chance sich zu schneiden?!”

Bei keiner anderen Angelart kommt der Schärfe des Haken so eine hohe Bedeutung zu, wie bei der unseren, da der Fisch sich selber haken muss. Wir reagieren nicht mit einem Anschlag, weil die Pose tanzt oder wir einen Ruck in der Rute spüren. Wir müssen uns komplett auf die Funktionalität unserer Falle verlassen und diese schnappt einfach öfter zu, wenn der Haken kleben bleibt.

Achim Schlüßel – investiert in scharfe Haken!

Warum scharfe Haken wichtig sind? Ganz simple Antwort – weil sie mehr Fische fangen! Meine gemachten Erfahrungen der letzten 20 Jahre sind aber mal so was von eindeutig, wie kaum eine andere Hypothese im wilden Dschungel gemachter Erfahrungen vom Wasser. Und ich wäre ehrlich gesagt äußerst überrascht, wenn es meine Mit-Schreiber in dieser Runde anders bewerten würden. Ja, ja, ich höre schon die Fluss-Angler, die sagen werden, dass es im Fluss total egal ist (Ich würde sagen: nicht ganz so entscheidend ist!), wie scharf ein Haken ist und der Haken auch sehr schnell stumpf wird. Dem wiederspreche ich prinzipiell nicht – dennoch fische ich seit gut 3 Jahren IMMER mit professionell nachgeschärften Haken – egal unter welchen Umständen. Im Fluss dann halt mit einer nach innen gebogenen Hakenspitze.

Wir wissen, dass die Karpfen mehr als nur einmal unsere Haken(-köder) wieder ausspucken (und sich dabei wahrscheinlich über uns lustig machen) ohne sich aufzuhängen – trotz brutalster Hakenschärfe. Dies geschieht in hart beangelten Gewässern und bei erfahrenen und misstrauischen Fischen sicherlich wesentlich öfter als in großen wilden Flüssen oder wenig befischten Seen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass wir diese Fische schneller haken steigt exorbitant an. Die Kernaussage meiner Zeilen lautet daher: Ein wirklich ultrascharfer Haken greift wesentlich schneller im Maul oder, und das möchte ich hier betonen, anderen Stellen im Kopfbereich. Der Haken bleibt einfach kleben, sobald die Hakenspitze minimalsten Kontakt hat! Als Folge dessen steigt sicherlich auch die Rate der Aussteiger im Drill ein wenig an – wir verlieren also einige wenige Fische, die wir früher nicht mal gehakt hätten. Damit hatte ich zu Beginn ein paar mentale Probleme, die ich aber mittlerweile durch Zen-Meditation nach einem Drill-Aussteiger in den Griff bekommen habe (Einatmen – Ausatmen, Einatmen – Ausatmen…). Oh ja, Ich bin manchmal ein Choleriker…

Früher bin ich dem Problem „stumpfer Haken“ mit der Hakengröße begegnet und habe eher kleinere 6er oder 8er Modelle gefischt. Kleinere Haken sind per se schärfer, weil der Stahl dünner ist. Heutzutage fische ich gerne auch mal wieder einen 2er oder 4er Haken – je nach Situation. Denn Fakt ist auch, dass größere Haken durch ihren größeren Hakenbogen ebenfalls die Wahrscheinlichkeit erhöhen, den Fisch schneller ans Band zu bekommen. Der Einfluss der Hakengröße ist hierbei aber sicherlich bei weitem nicht so entscheidend wie die Schärfe des Hakens. Hinzu kommt, dass wir durch die angepasste Länge des Hairs die Größe des Hakens kompensieren können. Hier gilt die simple Faustformel: Je kleiner der Haken, desto länger das Hair.

Wer nur ein einziges Mal einen PinPoint-Haken in seiner Hand gehalten hat und diese unfassbare Schärfe wahrgenommen hat wird mir sofort zustimmen. Das „Kleben“ des Hakens ist nicht nur unfassbar beeindruckend, sondern hat meiner Meinung nach das professionelle Karpfenangeln definitiv in eine andere Dimension verschoben.  Der englische Top-Angler und lebende Legende Terry Hearn vergleicht die Arbeit von PinPoint-Inhaber Mark Voosen mit der größten Revolution im Bereich des Karpfenfischens nach dem Hair-Rig. Und wer von Euch würde es auch nur annähernd wagen „the legend“ zu wiedersprechen? Ich nicht! Und warum nicht? Weil er einfach Recht hat!

Daher mein Rat: Investiert eure Kohle für PinPoint-Haken oder übt Euch im Selberschleifen. Diese kleine Investition liefert unterm Strich für wenig Geld den größten Hebel und wird Eure Fischerei definitiv nach vorne bringen. Wenn ihr mit ultrascharfen Haken angelt, werdet ihr immer einen Vorteil gegenüber den mitangelnden Kollegen haben, die einen Standardhaken aus der Packung verwenden – Das solltet ihr niemals vergessen!

Nils Oetjen – Mehr als 25 Jahre Erfahrung

Ich kann über Eindringverhalten etc. auf wissenschaftlich fundierter Basis leider nichts schreiben, da ich mich nur praktisch mit diesem Thema beschäftigt habe.

Ich begann vor 3 Jahren die geschärften Haken von Pin Point am legendären Lac d´Orient zu Fischen. Ich wollte meine Angelei grundlegend verändern. Nur wusste ich nicht wo ich anfangen sollte. Zeit habe ich schon immer sehr viel eingesetzt, um Fische zu fangen. Das konnte ich nicht verändern. Futter ist in meiner Angelei nicht der wichtigste Faktor. Einzig und allein blieb der letzte Zentimeter meiner Montagen. Der Haken.

Eine Frage, die sich mir damals stellte, war ist die Gleiche wie bei diesem Thema. Sind scharfe Haken wirklich so wichtig? Nach mehr als 2 Jahren aktiver Fischerei an den unterschiedlichsten Gewässern Europas kann ich diese Frage für mich mit ja beantworten.

Ich habe in den zwei letzten Jahren mit weniger Zeit mehr Fische gefangen. Letztes Jahr waren es laut meinem Fachbuch  rund 15% mehr. Dies sind „nur“ 10% mehr im Verhältnis zu den Erfolgen in 2015. Nun kann man sagen, dass ich sehr viel Glück gehabt haben könnte. Das stimmt sicherlich auch. Oder ich habe einfach mehr für meine Fische “gearbeitet”. Aber war es wirklich so?

Ich habe in den 25 Jahren zuvor nie Fische in Brustflossen,Bauch oder Oberlippe gehakt. Das es die letzten Jahre vermehrt passiert ist, können Kritiker gerne als Zufall abtun. Ich für meinen Teil sehe den Hauptgrund in dem extrem scharfen Haken. Wenn man sich mal Unterwasseraufnahmen anschaut und beobachtet wie die „Dicken“ über den Grund schleifen, ist es in meinen Augen kein Zufall, dass man solche Zufallsfänge auf seiner Habenseite verbuchen kann. Mit stumpfen Haken wäre mir das sicherlich nicht passiert.

Letztendlich entscheidet aber der Glaube an Gerät und Köder, ob wir erfolgreich sind und bleiben. Nur wenn wir an das glauben, was wir benutzen, sei es nun Futter oder Haken, setzen wir es auch richtig ein und können erfolgreich sein.

Für mich haben die Haken von Marc Voosen einen unentbehrlichen Platz in meiner Tacklebox belegt.

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5 Angler – 5 Meinungen Rückblick // Darum ging es in Runde 9!

In der neunten Runde von 5 Angler – 5 Meinungen gab es einen Chod-Rig-Talk. Florian Woldt, Max Ingenhaag, Thilo Schulze, Martin Gruber und Klaus Wegmann haben uns über die Schulter schauen lassen.

Noch nicht gelesen?

-> hier geht’s zur Runde 10!

 

 

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