Es ist mal wieder Donnerstag und somit Zeit für unsere 3. Auflage von 5 Angler – 5 Meinungen. Heute befassen wir uns damit, was weiße Köder eigentlich so erfolgreich macht!

Vielleicht habt ihr selbst schonmal die Erfahrung gemacht, dass sich manche Pop Up Farben als ganz besonders erfolgreich herausstellen, neben pink und vielleicht noch gelb, gehört weiß definitiv zu den echten Topscorern. Aber genug geredet… Wir haben wieder 5 Experten am Start, die euch ihre individuellen Erfahrungen schildern werden:

 

Gerrit Wilms

Der allgemeine Grund, warum weiße Köder so erfolgreich sind liegt wahrscheinlich darin, dass diese Farbe einen ziemlich starken Kontrast auf eigentlich jedem Gewässergrund aufweist. Womit wir auch schon beim Punkt wären. Karpfen können sehr gut Kontraste sehen und unterscheiden. Deshalb werden weiße Köder, egal ob als einzelner Sinker, Pop Up oder auch Schneemann, in nicht zu stark befischten Gewässern als einer der ersten Köder auf einem Futterplatz aufgenommen. Folglich produzieren sie somit mehr Bisse als unauffälligere Köder.

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Gerrit Wilms weiß: “Weiße Köder produzieren mehr Bisse!”
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Und der Erfolg gibt ihm Recht! (Quelle:Facebook)

 

Sven Ihne

Weisse Boilies, warum?
Warum? Ganz klar, auch ich bin der Meinung – Kontrast spielt hier die Hauptrolle.

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Sven Ihne mit “White Pop-up”-Spiegler!

Wenn keine zusätzliche Farbe oder andere prägnante Zutaten bei der Herstellung hinzugefügt werden sind die meisten Boilies, die aus herkömmlichen Mixen bestehen, von der Farbgebung beige bis braun. Unterwasser arbeiten sie zwar etwas und verändern ihr Aussehen leicht, aber im Grunde passiert an der optischen Wahrnehmung nicht mehr viel. Der Grundgedanke, sein Futter einzufärben, um sich von der Masse abzusetzen und dem Fisch etwas noch interessanteres vorzulegen, ist schon etwas älter. Jedoch handelte es sich da meist um Farben wie Rot, Gelb, etc.

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Weiß hatte niemand auf der Kette und ohnehin war es schier unmöglich sein Futter weiß zu färben.  Versuche mit Lebensmittelfarbe oder ähnlichen Spielereien versagte oft kläglich. Dann kamen die Pop ups, die plötzlich nicht mehr identisch mit dem Grundfutter bzw den Boilies seien sollten, es ging darum mit dem Hakenköder farblich aus dem Futterberg heraus zu stechen. Pink, Neongelb, knallige Rot- und Gelbtöne fluteten den Markt im Karpfenködersektor. Auch weiße Köder gab es plötzlich in den kleinen Schraubdosen. Und diese Dinger hatten es in sich. Es dauerte nicht lange und die Boiliehersteller boten Ihren Kunden plötzlich weiße Bodenköder an.

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Oft keine schlechte Wahl…

Woher der Erfolg?

Gerade in klaren Gewässern sollen diese Köder super funktionieren. Der Kontrast der weißen Farbe auf meist dunklem Gewässergrund spricht die Fische an und macht sie Neugierig. Ist die Neugierde geweckt wird in der Regel probiert. Pop Ups sind sicherlich alles andere als gut schmeckend und nahrhaft, ein Bodenköder, der wohl möglich aus einem leckeren Birdfoodmix besteht oder wie im Hause HZ-Baits sogar ein vorverdautes Fischmehl enthält ist da schon eine gern genommene Alternative. Warum den visuellen Effekt also nur am Hakenköder nutzen wenn man dem Fisch auch eine gute Nahrungsquelle anbieten kann?

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Der Kontrast am Gewässerboden…

 

Nils Oetjen 

In meiner Angelei sind weiße Köder heute nicht mehr weg zu denken. Schon in der Entwicklung zum Scoberry von Successful-Baits konnte ich signifikante Unterschiede feststellen zu anderen bzw. dunkleren Ködern feststellen.

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Der Scoberry von Successful Baits – Ein legendärer Köder, der gerade in klaren Gewässern sehr gut funktioniert.

Ich konnte im Flachwaser eines südfranzösischen Stausees beobachten, wie die Karpfen explizit die helleren Köder ansteuerten und diese aufnahmen. Die braunen und rötlichen verschmähten sie anfangs. Erst als die weißen alle „aufgesaugt“ waren, wurden die dunkleren gefressen.

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Nils Oetjen mit einem Spiegelbrett, das auf weiße Köder hereinfiel.

Hellere Köder heben sich vom dunklen Untergrund ab und sind für den Karpfen leichter zu finden bzw zu lokalisieren. Und selbst auf helleren Kies/Sandböden sind sie auffälliger als andere Köder. Im Zusammenspiel mit einem leckeren Flavour eine krasse Waffe unter Wasser.

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EXTRA GEFÄHRLICH! – Weiße Köder in Kombination mit attraktivem Liquid.

In meiner Angelei haben weiße Köder, seien es Boilies, Pop ups oder Fakeköder, einen festen Platz eingenommen.

Ich hoffe der ein oder andere Leser probiert es selbst mal aus und berichtet von seinen Erfolgen.

 

Sascha Legenbauer

Es gibt nicht viele Themen, die beim modernen Karpfenangeln so viel diskutiert werden, wie die erfolgversprechenden Köderfarben. Egal ob Sinker oder Pop ups -jeder hat da wohl eine eigene Vorliebe, was die Farbe angeht.

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Sascha setzt auf weiß – Ein echter Eyecatcher!

Eine Farbe, die die letzten Jahre aber immer nochmal den Punkt auf das sprichwörtliche „i“ gesetzt hat, ist ganz klar die Farbe Weiß! Aber warum ist das so? Ich glaube, dass es ganz einfach mit der natürlichen Neugier der Karpfen zu tun hat. Alles wird erst einmal eingesaugt, was sich so auf dem Grund befindet. Das sagt nun zu Beginn nichts darüber aus, warum gerade weiß nochmal schneller den Erfolg bringt. Aber der Kontrast, von der weißen „Pille“ zum Gewässergrund, der ist es, der den entscheidenden Vorteil bringt!

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Dürfen nicht fehlen… – weiße Pop ups!

Weiß hebt sich immer am meisten ab. Egal welcher Untergrund gerade vorliegt und genau da kommt dann wieder die Neugier ins Spiel, die den Karpfen die weiße „Pille“ einsaugen lässt.

Probiert es aus!

Und eins sei abschließend noch gesagt: „ Wenn nix geht! Weiß geht immer!“

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Wenn nix geht? Weiß geht immer! (Quelle: Facebook)

 

Max Brodehl

Weiße Köder sind zunächst an sich schon ziemlich auffällig. Ein Futterteppich mit dunklen Ködern und darüber ein Snowman-Rig mit einem weißen Pop Up – das fällt sofort ins Fischauge. Ein PVA-Beutel mit hellen Pellets und Grundfutter findet am richtigen Spot ebenfalls schnell einen Abnehmer.

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WEISS für einen krassen Kontrast!

Aber weiße Köder haben noch einen weiteren Vorteil. Sie lassen sich hervorragend färben. Die Köder mit einem dünnflüssigen Liquid gleichmäßig benetzen und einziehen lassen – schon lassen sich ganz individuelle Köder erstellen. Somit ist man für nahezu alle Situationen am Wasser bestens gerüstet. Besonders bei etwas Bodenkraut oder Lehmboden geben weiße Köder einen krassen Kontrast.

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Weiße Köder lassen sich perfekt einfärben… – zum Beispiel mit farbigem Goo!

Wenn ich mir meine eigenen Hakenköder koche, verarbeite ich gerne etwas weiße Boiliefarbe in die Flüssigkomponenten. Das ergibt später einen sehr attraktiven Washed-out-Effekt. Die Köder sehen dann so aus, als hätten sie schon ein paar Tage im Wasser gelegen. Ich bin davon überzeugt, dass dies gerade bei vorsichtigen Fischen den einen oder anderen Bonusfisch bringt.

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Max Brodehl mit einem hübschen Bonusschuppi!

 

5 Angler – 5 Meinungen// Darum ging es in Runde 2!

In der zweiten Runde von 5 Angler – 5 Meinungen haben einige coole Autoren Ihr Statement zum Thema Leadcore oder Leader abgegeben…