Wer einmal ein paar Nächte vom Boot gefischt hat, kann das Gefühl der scheinbar grenzenlosen Freiheit wohl gut nachvollziehen. Der Drang vieler Karpfenangler, sich immer weiter in die Natur zu begeben, um noch ungestörtere Tage am Wasser zu verbringen, fernab jeglichem Tourismus, ist wohl der Grund, warum es viele Karpfenangler nunmehr nicht mehr an, sondern aufs Wasser zieht. Damit das erste Erlebnis kein Reinfall wird, voller Pleiten,Pech und Pannen wird, sondern ein bleibendes Naturerlebnis, kommen hier 5 Punkte, die man auf jeden Falll beachten sollte.

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Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Bootskarpfenangeln bedeutet, auf sich allein gestellt zu sein, inmitten der Natur. Man ist schlichtweg ein paar Tage den Naturgewalten ausgesetzt. Das bedeutet für mich, ich richte meine Session nach dem Wetter. Wenn man die Möglichkeit nicht hat, sollte man See,Fluss und Spod mit Bedacht wählen, da mit starkem Wind, Gewitter oder extremer Hitze besonders auf dem Wasser nicht zu spaßen ist. Eine kleinere Bucht, der ufernahe Bereich oder der Schutz von großen Bäumen ist manchmal entscheidend.

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Run to Run

Die Platzierung der Ruten sowie die Bissanzeige ist ein viel diskutiertes und umstrittenes Thema. Ich persönlich halte es sehr einfach. Wenn man die Möglichkeit hat, im flachen Wasser zu ankern, sollte man die Möglichkeit auch nutzen. Dann bleibt alles wie gehabt, die Banksticks mit einem gewissen Abstand neben das Boot. Das ist auf jeden Fall die entspannteste Variante. Die andere Möglichkeit, die sich oft nicht vermeiden lässt, ist, dass man über tiefem Wasser ankern muss. Dann ist ein Bootspod meist unabdingbar. Um dort eine zuverlässige Bissanzeige zu gewährleisten, fallen Swinger und Hänger komplett weg. Bei dieser Situation kommt bei mir ein großes freilaufendes Absenkblei zum Einsatz, das ca. 10 Meter hinter dem Hakenköder platziert wird. Somit bekommt man in jedem Fall bei relativ offener Bremse den langersehnten Run.

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Richtiges verankern

Wichtig um das Boot relativ stabil zu halten, sind mindestens 3 Anker, die dem Boot von der Größe angepasst sein müssen. Ich verwende M-Anker, da diese sich bei Druck immer weiter in den Boden reinziehen. Für mein 4 Meter Aluboot kommt ein 10 Kilo Anker für den Bug, sowie zwei 5 Kilo Anker für das Heck zum Einsatz. Die Ankerseile sollten nicht zu dünn ausfallen und optimalerweise eine Metallkette vor dem Anker geschaltet haben, um Schwingungen auszugleichen. Das Seil sollte je nach Wassertiefe eine Länge von 15 bis 30 Meter haben. Ein weiterer Tipp, den ich euch gerne mitgeben würde, ist die App Windfinder. Diese App ist, was Wind und Windrichtung betrifft, immer sehr genau. Somit könnt ihr den Wind gut beobachten, damit ihr den Bug immer in Windrichtung ausrichten könnt.

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Weniger ist mehr

Auf dem Boot, egal welches man hat, ist man im Platz sehr beschränkt. Daher packe ich mein komplettes Tackle vorher so, dass ich nur einen minimalen Teil von dem mitnehme, was ich sonst so alles mitschleppe – ihr kennt das. Den Rest lasse ich, wenn alle Stricke reißen sollten, im Auto. Und nebenbei, wenn ihr mal länger auf dem Boot bleibt, ist manchmal ein wenig Freiraum, um sich zu bewegen, schon echt Gold wert.

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Nutzen, was man hat

Auch wenn man vermeintlich den besten Platz fürs Boot gefunden hat, bringt es dir alles nichts, wenn die Fische nicht auf den ausgesuchten Plätzen sind. Dann ist es an der Zeit, sich bewusst zu machen, warum man sich für das Bootskarpfenangeln entschieden hat. Grenzenlose Freiheit, Einklang mit der Natur, dieses Ungewisse, was jederzeit kommen mag. Man hat das Privileg, nicht auf Uferstellen oder ständig belagerten Spots angewiesen zu sein. Ein Umsetzen ist leicht und schnell gemacht. Zudem kann ich euch nur empfehlen, die Ruten nicht zu werfen, sondern ein Beiboot zu benutzen, um die Fische zu suchen und verschiedene Seeteile zu befischen.

Beachtet man die genannten Punkte, kann und wird man Traumstunden auf dem Boot erleben und den ein oder anderen Fisch fangen, den man vom Ufer niemals erwischt hätte. Auch die Natur hält jederzeit atemberaubende Naturschauspiele für uns bereit. Sammelt eure eigenen Eindrücke und genießt die Zeit ohne den großen Einfluss vom Alltagsstress!

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