Der Frühling stellt für die meisten Karpfenangler hierzulande den Beginn der neuen Angelsaison dar. Nach einer manchmal langen und entbehrungsreichen Winterpause sind die Erwartungen, die der Angler an Saisonstart stellt höher, denn je, zumal die Vorfreude groß ist. Hinzu kommt, dass man genug Zeit hatte, sich in den Wintermonaten eine Strategie für den Saison-Beginn zurechtzulegen. Im Falle von Nick Metzner überlagert sich diese Strategie mit den Erfahrungen, die er in den vergangenen Jahren zur zeitigen Angelei im Frühjahr gemacht hat. In Summe ergibt sich daraus ein Bild, das Nick in eine allgemeine Vorgehensweise übersetzt hat – besonders, insoweit es die Gewässer- und Stellenwahl betrifft.

5 Frühjahrstipps zum Karpfenangeln: Ein Gastbeitrag von Nick Metzner -
5 Frühjahrstipps zum Karpfenangeln: Ein Gastbeitrag von Nick Metzner -

Dabei berücksichtigt er bereits im Vorfeld die Unwägbarkeiten des Frühlings unter dem Aspekt der Temperatur und Gewässertiefe, deren Einfluss über Wohl und Wehe einer Session im Frühjahr entscheiden kann. Wir übergeben das Wort an Nick Metzner von Proline.

Gewässerwahl

Für einen optimalen Start in den Frühling solltet ihr euch vergleichsweise flache Seen mit einem anständigen Bestand heraussuchen. Die Gewissheit, dass ein See gut besetzt ist und sich überdies aufgrund der moderaten Tiefe schneller unter dem Einfluss der verhaltenen Frühjahrssonne erwärmt, steigert die Aussicht auf Erfolg, zumal diese Aussicht der Motivation zuträglich ist. Das stellt mit Blick auf die zurückliegende Winterpause und die Wiederaufnahme bekannter Handgriffe, an die man sich erst wieder gewöhnen muss, einen nicht zu unterschätzenden Faktor auf dem Weg zum Erfolg dar. Oder anders: Man sollte es sich zum Saisonbeginn in Punkto Gewässerwahl nicht gleich unötig schwer machen.

5 Frühjahrstipps zum Karpfenangeln: Ein Gastbeitrag von Nick Metzner -

Location am Ufer

Hat man sich für eine Gewässer entschieden, steht und fällt das Selbstvertrauen in das anschließende Unternehmen mit einer guten und strukturierten Location, deren Sorgfalt sich zweifellos als Schlüssel zum Erfolg erweist! Gute Location ist dabei nicht nur eine Frage des Ortes und der Mittel (Ersteindruck, Echolot, Lotrute etc.), derer man sich dafür bedient, sondern auch des Zeitpunktes: Hierfür nutze ich die Dämmerungsstunden, bei Sonne auch gerne mal die Drohne oder eine Polbrille. Der Einsatz eines Bootes kann ebenfalls sehr hilfreich sein.

Stellenwahl – mit dem Deeper-Echolot

Aber auch ein Deeper-Echolot kann ein wahres Ass im Ärmel sein, wenn es darum geht, die Stellenwahl genauer zu sondieren. Hierfür bietet sich der Deeper perfekt an, um beispielsweise tiefe Löcher oder sogar Fischsicheln zu finden. Ein weiterer Top-Spot ist Totholz! Gerade hier habe ich in der Vergangenheit oft die Erfahrung gemacht, dass selbst 1m-tiefes Wasser mit Totholz ein echter Hotspot sein kann.

Futter

Ein weiterer entscheidender Faktor, mit dem der Erfolg einer Session steht und fällt. Hier kannn man viel falsch aber auch viel richtig machen. Das betrifft neben der Wahl des Futters schlechthin auch dessen Menge. Auf eine Formel gebracht: Art und Menge des Futters sind im Frühjahr sehr entscheidend für mich. Konkret: Ich setze auf Pellets, Boilies in auffälligen Farben sowie einen Partikelmix bestehend aus Hanf, Mais und ein paar Tigernüssen. Mit 1kg auf 3 Ruten macht man für den Anfang erstmal nichts verkehrt und kann diese Menge bei Bedarf immer anpassen. Im Zweifelsfall gilt nämlich: An der richtigen Stelle eingebracht, genügt bereits wenig Futter, um einen Reiz zu setzen. Ein zweiter Grund spricht ebenfalls für diesen Ansatz: Umgehkehrt kann einmal eingebrachtes Futtter, das die Fische innerhalb der begrenzten Fress-Zeitfenster womöglich zu schnell sättigt, nicht mehr zurückgenommen werden. Wer unter diesen Vorzeichen zu viel gefüttert hat, läuft Gefahr, sich ein Eigentor zu schießen.

5 Frühjahrstipps zum Karpfenangeln: Ein Gastbeitrag von Nick Metzner -
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Am Haken + Rigwahl

Als Hakenköder kommen bei mir definitiv auffällige Toppings oder einzelne Pop Ups zum Einsatz. Sehr gute Erfahrungen konnte ich – aus dem oben genannten Grund zum Thema Futter – auch damit machen, eine der Ruten mit einem Single-Hookbait zu bestücken und in regelmäßigen Zeitabständen neu zu platzieren. Auf diese Weise bediene ich einen suchenden Ansatz und decke eine möglichst große Gewässerfläche ab – in der Hoffnung, irgendwann auf die Fische zu stoßen. Die Erfahrung hat gezeigt: Hier genügt der Reiz eines einzelnen-, auffälligen Köders, um einen Biss zu provozieren.

5 Frühjahrstipps zum Karpfenangeln: Ein Gastbeitrag von Nick Metzner -

Bei den Rigs nutze ich mittlerweile ein Spinner D-Rig für Bodenköderpräsentationen und ein Spinner-Rig für Pop Up‘s. Beide Vorfächer fische ich in den längen von 10-20cm – die Wahl dieser Länge hat sich bei mir bewährt, zumal sie bei den von mir verwendeten Rigs auch die besten Hak-Eigenschaften sicherstellt.

5 Frühjahrstipps zum Karpfenangeln: Ein Gastbeitrag von Nick Metzner -
5 Frühjahrstipps zum Karpfenangeln: Ein Gastbeitrag von Nick Metzner -

Mit diesen Frühjahrstipps entlasse ich euch in die Saison und wünsche euch all’zeit viel Erfolg und eine gute Zeit am Wasser!

Euer Nick Metzner