Zeppelinartig treibt ein Gigant vor den Füßen von Max Ingenhaag. Aus dieser kleinen Beobachtung entstand großes Interesse. Aus Interesse entstand Wissen. Max nahm Eigenschaften wahr, die auch dich ein Stück näher an den Erfolg bringen und verrät, wie man den „Alpha Clan“ eines Gewässers überlistet…

Alpha Clans – Die Wahrheit über dicke Fische?

Langsam und trotzig zieht er seine Bahnen. Seine fetten Flanken schweifen wuchtig und brachial zur Seite aus. Er wirkt wie ein Zeppelin im warmen und blauen Sommerwasser. Dominant. Wie ein König in seinem Reich. Mit der Polbrille hocke ich im Uferdickicht und verfolge seine Route. Immer und immer wieder schießt er gen Grund. Schlammige Wolken drüben das ansonsten glasklare Wasser. Er pflügt den Boden durch und erinnert dabei an eine Wildsau.

Plötzlich kommt ein kleinerer Verwandter in sein Areal. Mitfressen? Er kommt gar nicht auf die Idee und hetzt über die aufsteigende Wolke. Das selbe Schauspiel wiederholt sich im Verlauf des Tages. Im Verlauf der Woche und im Verlauf des Monats.

Single Rod -  - successful-baits, max ingenhaag
Oft ist es ein Rätsel, was haargenau am Futterplatz abgeht.

Sie dominieren und rasieren den Futterplatz!

Ich will dieses Verhalten verstehen, beobachte und studiere es. Als die Sonne am höchsten Punkt steht, fliegt eine Ladung weißer Scoberrys in sein Areal. Ich bin mir sicher, dass der Gigant wiederkommt.

…und in der Tat. Es dauert keine 5 Minuten. Es scheint mir als hätte er die prasselnden Baits gehört, herbeigesehnt, ja fast schon erwartet. Erkundend nimmt das Zeppelin eine erste Bahn auf. Erst prüfend, dann inhalierend!

Als er den Grund erreicht, steigen Wolken auf. Ich verfolge seine Tour, wohlwissend wo mein Hookbait sich gerade befindet. Bissanzeiger, Bankstick oder gar ein Rod Pod? Ich halte die Rute in der Hand als würde ich Stippfischen betreiben. Nichts ist spannender als aktives Angeln! Mein Puls steigt in die Höhe, mein Herzschlag pocht auf. Ein Adrenalinrausch, wie ich ihn beim Karpfenangeln noch nie erlebt habe. Im nächsten Moment dann ein heftiger Schlag! Sein Take überträgt sich 1:1 in mein Handgelenk. Daraufhin ein surrender Abgang in die puffernde Rute.

„JA MANN!, das Zeppelin ist gehakt. Nach konditionellem Drill verliert das Mutterschiff langsam an Kraft. Ich kenne diesen Fisch und habe ihn bereits einige Male als ersten Abnehmer des Futterplatzes gefangen. Einen Fototermin und den Stress auf der Matte erspare ich ihm. Was in dem Moment viel wichtiger ist, ist die Erkenntnis.

Scoberry -  - successful-baits, max ingenhaag
Das Zeppelin ist gehakt! Der Fisch hat eine Vorliebe für weiße, auffällige Scoberries.

Logisch! – Giganten brauchen deftiges Futter!

Das Geschehen ist eigentlich einfach nur logisch. Das Gewicht der „Wildsau“ schwangt zwischen 23 und 25 Kilo. Um diese Masse zu halten braucht der Fisch deftiges Futter. Es reicht ihm nicht, wenn er es sporadisch etwas aufnimmt. Er braucht es ständig und am sichersten sind Nahrungsquellen, die er ohne viel Aufwand erreicht.

Spiegler 2 -  - successful-baits, max ingenhaag
Fische gehen auf den Nutzen ihrer Nahrungsquelle ein.

Würde er Muscheln oder Schnecken fressen, kostet ihn das Kraft. Er muss die natürliche Nahrung suchen, Strecken zurück legen und das Futter minimalistischer aufnehmen. Proteinreiche Boilies oder Partikel, die direkt im Wohnzimmer angerichtet werden, sind die willkommenste Quelle für dicke Fische.

Doch warum erscheint ihr Fang manchmal trotzdem so schwer? Warum fangen wir die Jungs des Alpha Clans nicht immer direkt? Was steckt hinter verschiedenen Taktiken auf große Fische?

Kaffee -  - successful-baits, max ingenhaag
Guter Kaffee weckt Geister! …und gerade am frühen Morgen entdeckt man verratende Verhaltensweisen von Fischen.
Schuppi 2 -  - successful-baits, max ingenhaag
Manche Fische zeigen ähnliche Verhaltensweisen! Dieser Schuppi ist ein seltener Gast auf Futterplätzen und favorisiert feines Futter.

Schlechte Erfahrungen hinterlassen Spuren!

Das größte Problem ist es, die großen Fische zu finden. Ich behaupte, dass 85 % von uns Anglern an den Alpha Fischen vorbeiangeln. Gerade an gigantischen Seen lassen wir uns viel zu schnell auf einen Spot ein. Wir füttern dann an Orten, die die Fische gar nicht frequentieren. Der erste Schlüssel heißt also Location! Wir müssen die Holding Areas und „Wohnzimmer“ erst finden, bevor wir mit direktem Erfolg rechnen können.

Durch die Beobachtungen ist mir aufgefallen, wie große Fische ihre kleineren Artgenossen verdrängen. Die kleineren Fische sind meistens in „Schulen“ unterwegs und teilen sich den Futterplatz. Die Giganten eher weniger, weshalb man sie meistens als einzelne Fischen auf Plätzen fängt.

Drohne -  - successful-baits, max ingenhaag
Der „Alpha Clan“ besteht meistens aus wenigen, großen Fischen, die ihre Futterplätze ungern teilen.

Doch woher kommt der ganze „Hokuspokus“ um Rigs, andere Köder oder Taktiken? Mir ist aufgefallen, dass die „Wildsau“ nach dem Fang einige Zeit verschwunden war. Durch das Haken und die negative Erfahrung hat sie ihr Areal einige Zeit lang gemieden und Futter in anderen Bereichen aufgesucht. In langsamen Schritten kam sie zurück an den Ort, wo sie gehakt wurde.

Mit dem regelmäßigen Eintrag von Scoberry und Red Spice Fish Ködern brachte ich den Fisch dazu wieder auf dem Platz zu fressen. Ich konnte ihn wieder als 1. Fisch fangen. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass große Fische Vertrauen brauchen. Wenn sie mit Futter oder bestimmten Spots keine schlechten Erfahrungen verbinden, ist ihr Fang kein Hexenwerk!

Favoriten -  - successful-baits, max ingenhaag
Das Zusammenspiel aus Nährwert und Reiz ist entscheidend.
2016 -  - successful-baits, max ingenhaag
Großkarpfen ticken ähnlich! Schon 2016 zeigte dieser Fisch synonyme Verhaltensweisen.

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