Die Sonne scheint, die Krokusse und Maiglöckchen sprießen aus der Erde und die ersten warmen Sonnenstrahlen sind für viele der Startschuss in die neue Saison. Doch auch wenn die Bedingungen an Land nicht besser sein könnten, herrscht unter Wasser noch tiefster Winter! Wer jetzt erfolgreich sein möchte, der braucht nicht nur winterfeste Kleidung und einen dicken Schlafsack, sondern auch eine gute Location und eine angepasste Futterstrategie.
Kaltes und klares Wasser verlangen nämlich ein anderes Vorgehen als im Sommer oder Herbst, in der sich die Karpfen gefühlt alles einverleiben, was ihnen unter die Barteln kommt. Schaut man sich die aktuellen Gegebenheiten an, stellen wir fest, dass die Temperaturen und Sonnenstunden stetig zunehmen, die Wassertemperaturen aber nur sehr langsam hinterher kommen. Vor allem nachts fallen die Wassertemperaturen nicht selten um 1-2 Grad und die Uferregionen kühlen schneller aus, als es einem lieb ist.
Der Stoffwechsel der Karpfen läuft nun auf Sparflamme und die Nahrungsaufnahme erfolgt in einem sehr überschaubaren Zeitfenster, in dem nur sehr geringe Mengen gefressen werden. Während große Mengen Futter oftmals dazu führen, dass die Nacht wieder ohne Aktivität vorbei geht, trumpfen nun auffällige kleine Köder mit nur wenig oder gar keinem Beifutter voll auf.
Bei meiner Winter- und Frühjahres-Angelei gehe ich immer nach dem gleichen Muster vor und verwende dabei drei effektive Taktiken, die mir immer wieder Erfolg gebracht haben.
Auffällige Hakenköder
Bei der Wahl der richtigen Hakenköder greife ich gerne zu auffälligen und gut auswaschenden Ködern, die sich visuell vom Gewässergrund abheben. Hierbei spielen Pop Ups natürlich eine bedeutende Rolle. Sie lassen sich über dem meist schlammigen oder mit Laub und Kraut bedeckten Bodengrund präsentieren und sind für die Fische auch aus weiteren Entfernungen sehr gut sichtbar. Meine Bodenköder kombiniere ich zu dieser Jahreszeit immer mit einem intensiv duftendem und grell leuchtenden Fluo Pop Up, um einen möglichst großen Anreiz zu schaffen. Der alt bekannte „Snowman“, bestehend aus einem 16 mm Boilie und einem 12 mm Pop Up, eignet sich hierfür hervorragend.
Weichfutter – Bait Pasten
Neben auffälligen Ködern spielen für mich Bait Pasten eine weitere wichtige Rolle bei der Wahl der richtigen Köder für kaltes Wasser. Die weiche Masse lässt sich prima um jeden Boilie kneten und löst sich innerhalb weniger Stunden komplett auf. Durch diese Eigenschaft werden alle Bestandteile direkt am Hakenköder gelöst und versprühen auch bei kalten Temperaturen ihren Duft sowie fressstimulierende Aminosäuren. Der Wirkungsbereich eines Boilies wird durch die Bait Paste noch einmal um ein vielfaches erweitert. Ein Hakenköder mit Bait Paste am richtigen Spot ist gerade jetzt genau die richtige Kombination, um sparsam fressende Fische auf die richtige Fährte zu bringen.
Da die Fische jetzt nur sehr sparsam fressen, sollte auf die obligatorische Hand Boilies komplett verzichtet werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Fische nur ein oder zwei Boilies aufnehmen und sich danach wieder im Winterversteck verkriechen. Mit einem einzelnen Hakenköder mit Bait Paste ohne Beifutter konnte ich persönlich die besten Ergebnisse erzielen.
Stick Mix und Groundbait
Stick Mixe sind gerade jetzt bei vielen Anglern die Nummer 1, wenn es darum geht, dem Hakenköder möglichst viel Aufmerksamkeit zu verleihen. Durch die Verwendung von PVA Mesh oder PVA Bags lassen sich einfach und effektiv kleine Mengen der hochlöslichen Zutaten an den Spot befördern.
Auch ich verwende unheimlich gerne Stick Mixe, um eine möglichst große Futterwolke zu erhalten. Man sollte jedoch beachten, dass Stick Mixe auch ein echt starker Brassenmagnet sein können, wenn sie aus zu viel Fischmehl bestehen. Aus dieser Erkenntnis haben wir den Hemp Explosion Stick Mix entwickelt, der zum größten Teil aus geröstetem Hanf besteht und ganz ohne Brassen anziehende Fischmehle auskommt. Den süßen und zugleich herben Stick Mix verfeinere ich zudem noch mit einem guten Schuss Scopex Liquid, welches auf CSL Basis hergestellt wird. Aber auch hier gilt die Devise „weniger ist mehr“, denn wir wollen die Fische mit dem Beifutter lediglich zum Fressen der Hakenköder animieren, um nicht an ihnen vorbei zu angeln.
https://www.youtube.com/watch?v=k_OlWFSzIIY
Wer bei seiner „Cold Water Session“ also auf auffällige, gut lösliche Köder setzt und sich mit dem Beifutter etwas zurückhält, hat gute Chancen die Karpfen auf ihren kurzweiligen Fresstouren zu überlisten.
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