Mit der Carp Expo Elbe-Oder-Spree in Magdeburg nahm das Messegeschehen der Expo-Messen unter Federführung von Marcus-Sippel-May seinen gebührenden Ausklang – jedenfalls für die diesjährige Messesaison.
Wir selbst waren am Samstag vor Ort, um uns ein eigenes Bild zu machen. Nach unserem redaktionellen Messebesuch am Samstag können wir sagen: Es deutet einiges darauf hin, dass die Vorzeichen für eine Fortsetzung mehr als gut sind, zumal die Anzahl der Besucher und die ungebrochen-positive Stimmung von Händlern sowie Besuchern keine andere Schlussfolgerung zulassen!
Wir sortieren einmal unsere Messeeindrücke sowie die Prognosen und Wünsche, die damit an die Fortsetzung des Messegeschehens in Magdeburg einhergehen!
Allgemeiner Eindruck
Nachdem man sich vor drei Jahren entschieden hatte, die Messe in Paaren/Glien (Berlin) aus Platzgründen an den neuen Standort nach Magdeburg zu verlegen, hat sich dieser Standort nach drei Jahren infolge nunmehr als fester Treffpunkt der ostdeutschen Karpfenanglergemeinschaft etabliert.
Wobei das Einzugsgebiet der Karpfenangler weit darüber hinausging, was sich bereits am Morgen auf dem Parklatz an den zahlreichen Nummernschildern aus verschiedenen Teilen des Landes festmachen ließ. Gespräche mit den Besuchern vor Ort bestätigten diesen Eindruck und zeugten teilweise von Anreise-Zeiten von mehr als 5 Stunden – was auf eine flächendeckende Akzeptanz der Messe in Deutschland hindeutete. Eine erfreuliche Entwicklung!
Aufteilung der Messe auf 3 Hallen – Pro und Contra
Im Unterschied zum Vorjahr spielte sich die Messe diesmal nicht mehr in den beiden Haupthallen (1 und 2), sondern gar in einer weitere dritten Halle ab, in der hauptsächlich die Firma Trakker mit einer sehr großen Ausstellungsfläche untergekommen ist.

Ebenfalls in Halle 3 befand sich der Vortragsbereich. Bezüglich dieser Raumaufteilung stellten sich bei uns gemischte Eindrücke und gewisse Ambivalenzen ein. Auf der einen Seite: Viele Besucher und Trakker-Fans begrüßten es, dass dem großen Tackle-Hersteller ein eigenes Areal gewidmet wurde – entkoppelt von den zahlreichen Ständen in den beiden Haupthallen. Das bot Gelegenheit, sich in aller Ruhe mit den dort ausgestellten Zelten, Liegen, Taschen und Co. zu beschäftigen.
Vorträge: Verschenktes Potential durch schlechte Akustik
Aber damit geht auch ein Wermutstropfen in Bezug auf das Vortragsgeschehen einher: Keine 10 Meter Luftlinie vom Trakker-Stand entfernt machte Christian Grasshoff den Auftakt mit deinem Vortrag zu seinen 25-Jährigen Erfahrungswerten beim Angeln an der Elbe.

Und das resultierte recht bald in einem akustischen Problem: Nicht nur, dass es hier anfänglich einige technische Interferenzen mit der Sound-Mischung gab und der Vortrag unverhofften von einem holprigen Start (den Christian allerdings souverän gemeistert hat) begleitet war, sondern auch, dass sich im Hintergrund ein Klangteppich einstellte, der es dem Zuhörer erschwerte, dem Auftrag konzentriert zu folgen. Einige Besucher quittierten dies mit einem frühzeitigen Verlassen des Vortragsbereiches (was aber fairerweise auch andere Gründe gehabt haben mag).
In Summe ging mit dieser Raumaufteilung verschenktes Potential einher. Allerdings muss man auch das in Relation setzen: Wie uns einige Besucher mitteilten, war die akustische Situation in den Vorjahren noch ungleich undankbarer für den Zuhörer. Denn noch im Vorjahr man hatte den Vortragsbereich in einer Nische der beiden Haupthallen untergebracht. Im Ergebnis kollidierte das rege Treiben im „Hintergrund“ umso mehr mit dem Vortragsgeschehen.

Unser Zwischenfazit hierzu: Wir erkennen das logistische Problem, das mit einer Gewährleistung einer gute Akustik für die Vorträge verbunden ist. Die Lösung dafür steht und fällt mit den räumlichen Gegebenheit vor Ort – vielleicht gibt es eine Lösung, wie man mit einfachen Mitteln – etwa der akustischen Abschirmung – zu einer Verbesserung der Klangqualität beitragen kann.
Messeverteilung Händler und Besucherströme

Auffällig ist, dass die Carp Expo bereits auf dem Datenblatt mit einer Vielzahl ein Bait-Hersteller aufwartete – jedenfalls im Vergleich zu den „reinen“ Tackle-Firmen wie Nash. Tackle, Fox, Korda, Sonik Sports und Trakker. Große Händler wie Eurocarp kamen darüber hinaus für eine Distribution auch weniger namhafter Tackle-Marken auf.
Immerhin konnte so dem Besucher mit Tackle-Schwerpunkt und Anschaffungs-Absicht doch noch auf seine Kosten.
Was aber nichts an der Dominanz der Bait-Hersteller ändert: Deren Vertreter reichten vom gut-besuchten Stand von Pykas Fischfudder um Unikat Meik Pyka über PR Baits, Nautika, Long-Baits, Successful-Baits, Bait-Perfection und viele weitere bis hin zum österreichischen Markt-Dominator Hirschbauer Baits und jüngsten Bait-Emporkömmling N-Vibe um Finn Wirschull und Benny Versemann.


Besucherströme zwischen Chaos und Struktur
Ein kleiner Kritikpunkt gilt der Lenkung der Besucherströme: Die Hallen boten insgesamt 88 Ausstellern Platz – und das erforderte einige Zugeständnisse an die geschickte Raumaufteilung. Zumal es ja auch darum geht, den Besuchern genug Freifläche zu ermöglichen.
Normalerweise ist die Lenkung der Besucher die Aufgabe der „Gänge“ zwischen den Ständen. Diese Gänge waren allerdings – spätestens zu den Stoßzeiten kaum mehr als solche zu erkennen. Vielmehr handelte es sich um „Nischen“, die sich aus der ohnehin dichten Raumausnutzung ergaben und durch die Besucherströme gänzlich unterzugehen schienen – der Übergang zwischen den Ständen und dem Durchgangsverkehr war damit fließend, einhergehend mit einem gewissen Rückstau, der den Besuchern Geduld abnötigte, um seine Verkaufsnische zu finden. Während manche das mit einem genervtem Gesichtsausdruck quittierten, nahmen es die meisten Karpfenangler gelassen.

Unser Zwischenfazit hierzu: Die Messe bewegt sich damit auf einer Gratwanderung: Einerseits gilt es, den gestiegenen Besucheranstürmen Herr zu werden (damit sich nicht erneut die Zustände aus der Messe in Paaren/Glien einstellen), andererseits ist die Folge der gestiegenen Nachfrage auch ein umso breites Händleraufgebot, das wiederum Platz beansprucht. Ein Teufelskreis im besten Sinne, wenn man so will.
Noch etwas: Man kann darüber streiten, ob eine ebenmäßigere Aufteilung auf Baits- und Tackle nicht sinnvoller gewesen wäre. Anderseits gehört auch zur Wahrheit: Die Messe wurde von vielen Besuchern als Futtermesse wahrgenommen. Tonnenweise Boilies, die bereits am frühen morgen „sackkarrenweise“ aus dem Messegelände geschleppt- und in die Kofferräume verladen wurden, waren das Gegenstück dazu.

Zur Vorstellung: Alleine bei der Firma Cockbaits gingen fast 3 Tonnen über den Tresen – und auch an den anderen Boilie-Herstellern schien das Interesse der Besucher kein Ende zu nehmen.

In Summe: Gemessen an der hohen Nachfrage nach Boilies bot die Messe mit ihren viele Boilie-Herstellern die passende Antwort auf die Bevorratung vieler Karpfenangler zum Saisonbeginn, wenngleich dadurch die Tackle-Anbieter quantitativ etwas in’s Hintertreffen gerieten. Vermutlich ist das das Gegenstück eines Erfahrungswertes der Veranstalter aus den Vorjahren!
Kulinarik
Apropos Futter – auch für das leibliche Wohl der Karpfenangler wurde hinlänglich gesorgt. Dafür kam der große überdachte Zwischenbereich zwischen den beiden Haupthallen auf. Hier boten Food-Trucks und Imbiss-Stände eine breites Essens-und Getränkeaufgebot, das von Erbsensuppe über Pommes und Currywurst bis hin zu Süßspeisen reichte.
Diese Angebote wurden auch flächendeckend angenommen. Einziger Wermutstropfen auch hier: Die gesalzenen Preise. Ein Beispiel als Referenz: Eine Portion Pommes mit Currywurst von – sagen wir zweifelhafter Größe für den hungrigen Magen – lag bei 8,50 Euro. Am Geschmack allerdings – davon überzeugten wir uns selber – war nichts auszusetzen! Ganz im Gegenteil!

Unser Zwischenfazit hierzu: Natürlich bildet die kulinarische Versorgung nicht das Kernstück der Messe ab, sondern nur die Rahmung des Events. Trotzdem gilt nach wie vor, dass es ich mit vollem Magen besser shoppen lässt! Daher nahmen die Besucher auch die erhöhten Preise billigend in Kauf, oder anders: Der Zweck heiligt die Mittel. Überdies wurde der Zwischenbereich von Halle 1 und 2 auch zum ausgiebigen Klönen und Fachsimpeln sowie für gelegentlich Raucherpausen genutzt – man zahlt hier also mittelbar für die Geselligkeit mit, die womöglich den ein- oder andere extra-Euro für’s Essen wettmachen konnte.

Fazit Carp Expo Magedeburg
Wir hoffen, dir mit diesen Zeilen einen lebhaften Eindruck der Messe vermittelt zu haben. In Summe fällt unser Fazit zur Carp Expo Magdeburg mit einigen leichten Abzügen in der B-Note ( Raumakustik, Händlerverteilung Besucherströme) durchweg positiv aus, weshalb wir der Messe eine prosperierende Zukunft mit der ein- oder anderen Anpassung und Verbesserung attestieren – jedenfalls wäre das wünschenswert, um den Stellenwert der Messe als festem Bestandteil der deutschen Messelandschaft sicherzustellen. Das nächste Jahr wird dann zeigen, inwieweit das der Fall ist und auf etwaige Verbesserungspotentiale geantwortet wurde…Wir werden berichten!



















