Sommerzeit ist für den Großteil von uns Urlaubszeit, so auch für twelve ft. Redaktionsfreund und Gastautor Janik Wolf. Er warf seinen eigentlichen Plan für die warme Jahreszeit komplett über den Haufen und flog auf die Sonneninsel Mallorca – natürlich war die Rute mit im Gepäck! Wir übergeben ihm nun das Wort und hoffen, dir den Sommer somit ein kleines Stück näher bringen zu können.

Mein Jahresurlaub führte mich Anfang Juli recht spontan und entgegen der eigentlichen Planung auf die wunderschöne Baleareninsel Mallorca. Nachdem die Buchung abgeschlossen war, beauftragte ich die Suchmaschine „Google“ mit den Worten „Karpfen+Mallorca“.  Ich habe die Angewohnheit, in jedem Urlaub zu angeln – und dabei möglichst auf Karpfen. Tatsächlich erhielt ich einige Informationen, auch wenn diese sehr spärlich ausfielen. Um mein Tackle zu organisieren – oder besser gesagt – zu minimieren, blieben mir noch genau fünf Tage Zeit.

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Gut informiert ist halb gefangen – so gehe ich vor

Was ist das Wichtigste bei solch einem Vorhaben? Genau: Genug Informationen über die Gewässer und deren Gegebenheiten. Klar, nur da wo Karpfen schwimmen, kann ich diese auch fangen. Nachdem ich zum einen aus einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 2019 wusste, dass Karpfen als Plage in ein Gewässersystem eines Naturparks gelangten und zum anderen von weiteren Gewässern gelesen habe, in denen Karpfen schwimmen sollen, kam ich dem Traum meines Carpa d’Mallorca schon näher.

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Ich hatte nur noch meine Ausrüstung so zu minimieren, dass diese im Flugzeug – möglichst ohne Über- oder Sportgepäck – transportiert werden kann. Hierzu kürzte ich den Stab eines Allround-Keschers, damit dieser diagonal in den Koffer passte. Eine kleine Tackle-Tasche füllte ich mit zwei Inline-Bleien, einer Packung Haken, einer Spule Vorfachmaterial, Fake-Mais, sowie Schere, Feuerzeug und Boilienadel. Als Rute kramte ich meine alte Teleskoprute aus dem Keller und montierte eine kleine Rolle mit 0,30 mm Oberflächenschnur. Da ich nicht genau wusste, ob ich dort an der Oberfläche oder am Grund fischen würde, packte ich außerdem eine Spule 0,35 mm Fluorocarbon ein, um im Falle der Grundangelei 2-3 Meter „Leader“ vor die schwimmende Oberflächen-Schnur schalten zu können. Vor Ort wollten wir sowieso eine Luftmatratze kaufen, welche dann als Abhakmatte dienen kann.

Als letzten Schritt der Vorbereitung musste ich eine Angellizenz kaufen. Diese konnte ich mit Hilfe deutscher Websites problemlos auf der Homepage der örtlichen Lokalverwaltung für knapp 16 Euro (Gültigkeit 3 Jahre) kaufen.

Über Stock und Stein: Mit dem Bus zum Naturpark

Am dritten Urlaubstag sollte es ursprünglich mit dem Fahrrad zum besagten Naturpark gehen. Dieser lag ungefähr 3,5 km vom Hotel entfernt. Auf Grund der Tatsache, dass die Preise für Mietfahrräder derart hoch lagen und wir günstiger ein Auto hätten mieten können (was jedoch erst am Folgetag möglich gewesen wäre), fiel die Wahl auf den Linienbus. Am Ziel angekommen fanden wir einen ausgetrockneten See vor. Zudem stand am Eingang des Naturparks ein Schild, das darauf hinwies, dass – entgegen der Information aus dem Zeitungsartikel – das Angeln dort verboten sei. Mittlerweile sah ich meine Chance auf einen Karpfen als gering an. Mir blieben nur noch die beiden Stauseen, aber hier einen Karpfen zu fangen, schätzte ich als schwierig ein.

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Es geht hoch hinaus – Mit dem Auto in die Berge

Zwei Tage später ging es mit einem Mietwagen zu den beiden größeren Stauseen. Die Fahrt der knapp 45 km langen Strecke dauerte unglaubliche 1,5 Stunden. Enge Straßen, steile Kurven und zahlreiche Mountainbiker waren die Gründe hierfür. Am ersten Stausee angekommen, verschaffte ich mir auf einem der zahlreichen Aussichtspunkte zunächst einen Überblick. Die über Google Earth ausgesuchte Bucht, mit unter Wasser stehenden Bäumen, lag trocken. Dennoch wollte ich hier mein Glück versuchen.

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Gegenüber auf einer Landzunge fischten bereits mehrere Einheimische. Auf dem Weg entlang des Ufers konnte ich einige Fischreusen entdecken, welche aufgrund des niedrigen Wasserstandes trocken lagen. Ich setzte mich direkt an den Eingang zur Bucht und merkte nach dem ersten Wurf, dass der See an dieser Stelle tiefer als gedacht ist. Durch den aufkommenden Wind entschied ich mich, mit Mais an meiner Uferkante – direkt vor meinen Füßen – zu fischen. Währenddessen kurbelten die Spanier gegenüber einen Fisch nach dem anderen heraus. Auch bei mir sollte der erste Biss nicht lange auf sich warten lassen. Ein kleiner Fully wurde zu meinem ersten spanischen Karpfen. So konnte ich während einer Stunde Angelzeit zahlreiche Fullys und auch einen kleinen Zeiler fangen.

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Leider waren die Karpfen alle nicht wirklich groß – Spaß gemacht hat es dennoch. Vor allem vor dieser atemberaubenden Bergkulisse. Und wer kann schon von sich behaupten, einen Karpfen auf Mallorca gefangen zu haben?

Euer Janik Wolf

Mehr Informationen über Janik gibt‘s hier