Mein Name ist Hendrik Freese und ich bin 29 Jahre alt. Seit meiner Jugend war das Angeln immer präsent, doch das gezielte Fischen auf Karpfen hat es mir seit ca. 10 Jahren besonders angetan. Ständig suche ich nach neuen Ideen und Herausforderungen.

Car(p)fishing – Halb Carp. Halb Car.

So kam ich im letzten Jahr auf die Idee, ein neues und sehr umfangreiches Projekt zu starten – Car(p)fishing! Ich werde mein ganzes Angeljahr auf das Fischen aus dem Bus heraus auslegen. Ich verfolge das Ziel, auch unter der Woche für spontane Ansitze loszufahren und den Aufwand, sprich Tackle schleppen und aufbauen, so gering wie möglich zu halten, dabei aber auf nichts verzichten zu müssen und am Ende vielleicht sogar mehr Fische gefangen zu haben.

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Umbaumaßnahmen nötig!

Also habe ich den Winter über fleißig am neuen Gefährt, einem VW T4 2,5 TDI, geschraubt und gebaut. Der ganze Ausbau ist noch nicht fertig, aber die Saison hat nun begonnen, die Temperaturen sind tagsüber im zweistelligen Bereich,  also wurde die erste Nacht aus dem Bus heraus geplant und in Angriff genommen. Als Gewässertyp habe ich mir einen langsam fließenden Fluss mit ca. sechs Metern Breite und ca. 1,60 m Wassertiefe ausgesucht. Dieses Gewässer hatte ich vor sieben Jahren schon einmal im Frühjahr erfolgreich auf Karpfen befischt und aufgrund der Tatsache, dass zwischen dem befahrbarem Weg und Wasser nur gut drei Meter liegen, erschien mir dieses Gewässer als hervorragendes Testobjekt. Also alles nötige eingepackt und los ging´s.

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Die erste Session im neuen Begleiter

Am Platz angekommen brauchte ich nicht lange alles aufzubauen und die Montagen zu platzieren. Cool dachte ich, das ging definitiv schneller als mit Bivvy, Liege usw. Ebenso schnell hatte ich den Bus dann für die Nacht hergerichtet. Gerade hatte ich´s mir bequem gemacht, da schrie plötzlich der Bissanzeiger. Fullrun! Schnell hoch in die Stiefel und zur Rute. Die erste Frage die ich mir selbst stellte war: „Tatsächlich ein Fisch? Oder doch eine der zahlreichen Bisamratten?“. Schnell bekam ich eine Antwort, definitiv war ein Fisch eingestiegen, der richtig Aktion brachte. Wahnsinn, dachte ich weiter, ein Biss nach ca. drei Stunden. Der Fisch hatte trotz der niedrigen Wassertemperatur ordentlich Ausdauer und nach einer knappen halben Stunde konnte ich den Fisch sicher über den Kescherrand führen. Puhh, erstmal durchatmen, kurz  sortieren.

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Der Adrenalinspiegel war innerhalb von Sekunden nach oben geschossen. Zum Glück erwartete ich noch Besuch von einem Kollegen, den ich nun erstmal anrief, wo er denn bleibt, der erste Fisch im Jahr war genetzt. Ein paar Minuten später war er da und der Fisch konnte zum Shooting aus dem Wasser gehoben werden. Erst jetzt sah ich, was für einen strammen Burschen ich gefangen hatte. Einen makellosen Spiegler konnte ich stolz der Kamera präsentieren. Nach dem Auftakt war ich mehr als nur motiviert. Also die Montage schnell wieder auf den Platz und wieder in den Bus. Die Nacht war ruhig und der Frost kam mit -1 Grad zurück. Wieder ein großer Vorteil, stellte ich am Morgen fest. Die eingebaute Isolierung hatte Wirkung gezeigt, denn kalt wurde mir im Bus nicht.

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Der Morgen danach

Am Morgen zog ich die seitliche Schiebetür auf, um einen Blick auf die Ruten zu werfen. Die Sonne ging gerade auf und ich hatte einen traumhaften Blick über die hinter dem Gewässer liegenden Felder. Der Moment, der vielen Anglern das gibt, was sie neben den gefangenen Fischen suchen, nämlich Entspannung und Erholung. Ich blieb eine gute Viertelstunde liegen und genoss die aufgehende Sonne. Mein treuer Begleiter Sam, ohne den ich nicht ans Wasser gehe, war währenddessen auf seiner morgendlichen Runde am Ufer unterwegs. Ich kochte mir einen Kaffee und machte mir schon Gedanken über den nächsten Ansitz.

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Die Saison mit einem solchen Fisch zu beginnen ist für mich was Besonderes und gibt einen richtigen Motivationsschub. Ideen und Verbesserungen am Ausbau kamen mir während des Ansitzes ebenfalls zu genüge. Diese werden so gut wie möglich bis zum nächsten Ansitz umgesetzt, wenn der nicht schon unter der Woche stattfindet.

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