Wie jedes Jahr sollte es für mich, im Zeitraum kurz vor der Laichzeit, für eine Woche an ein fremdes Gewässer gehen. Geplant wird diese Session bereits im vorherigen Winter. Wichtig dabei ist mir, dass ich eine Woche ungestört, womöglich auch auf einem Platz ausharren kann, natürlich ein gesunder Bestand an Karpfen vorhanden ist, das Angeln nicht durch unnötige und komplizierte Regeln erschwert wird und vor allem ein Gewässer, das ich vorher noch nicht befischt habe. Es hat für mich einfach keinen Reiz, mich immer und immer wieder an eines meiner Hausgewässer zu setzen und womöglich immer wieder die selben Fische zu fangen. Diese besuche ich lieber für kurze Ansitze am Wochenende. Ein fremdes Gewässer, neue bzw. für mich unbekannte Fische und Gewässer erkunden – das ist es, was bei unserem Hobby die Spannung aufrecht hält.

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Ein neues Gewässer muss her

Nach etlichen Recherchen war endlich ein passender Baggersee gefunden und der Plan stand fest. Doch den Plan habe ich wohl ohne das Corona-Virus gemacht. Denn zwei Wochen bevor es losgehen sollte, stand fest, die lange Anreise darf aufgrund der Ausgangsbeschränkungen nicht angetreten werden. Ein neues Gewässer musste her und zwar schnell. Nach etlichen weiteren Recherchen im Internet und Anrufen blieb nur noch ein, für mein Vorhaben passender Baggersee, nicht weit von meinen Wohnort entfernt, übrig. Alle anderen Vereine stellten nämlich in der momentanen Lage keine Gastkarten aus.

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Nachdem alles erledigt war und ich die sichere Zusage für die Gastkarte hatte, machte ich mich eine Woche vor Beginn der Session mit dem Fahrrad auf dem Weg zum See, um eine erste grobe Erkundungstour zu starten. Da es seit Wochen konstant hohe Temperaturen hatte, wurde meine Vorfreude aber durch die bevorstehenden Laichzeit gedämpft. Bei meinem eigentlichen Reiseziel betrug die Gewässertiefe um die 9 Meter, somit wäre noch genügend Zeit gewesen, bis sich die Karpfen auf das Liebesspiel konzentrieren würden. Bei meinem Ausweichgewässer dagegen betrug die Tiefe maximal 3 Meter. Das heißt, das Wasser hatte schon fast die passende Temperatur für die Fortpflanzung der Karpfen und diese hätten dann sicherlich andere Sachen im Kopf, als nach meinen Ködern zu greifen.

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Mit dem Fahrrad angekommen, sah ich auch gleich am Ufer viele Brassen, die gerade höchst motiviert ihren Trieben nachgingen. Meine Befürchtung wurde immer größer, sollte in sieben Tagen meine Session starten und das Wetter weiterhin anhalten, würde ich wohl genau zur Laichzeit der Karpfen hier sitzen.

Kühles Wetter lässt die Karpfen fressen

Nun war es endlich soweit, das Auto habe ich bereits am Vorabend beladen und am Samstagmorgen sollte es losgehen. Am See angekommen, warf ich an ein paar Plätzen meine Markerrute aus, um zu wissen, wie der Untergrund aussieht. Zu 90% war nur tiefer und sehr weicher Schlamm zu finden. Am dritten Spot fand ich jedoch einen Sandstreifen auf 16 bis 22 Rutenlängen, der parallel zum Ufer entlang ging. Ich klippte den Marker auf 20 Rutenlängen und fütterte die gesamte Breite und etwa 30 Meter Länge des sandigen Spots mit Hanf und Boilies der Bullet Baits Range großflächig an. Etwa zwei Stunden später lief bereits die erste Rute ab und ein kleiner Graskarpfen kam zum Vorschein. Dies war schon mal ein gutes Zeichen, da die Fische wohl regelmäßig im Sand nach Futter suchen. Am Abend fütterte ich nochmal etwas nach. Die ganze Nacht über passierte nichts weiter, doch im Morgengrauen startete dann das Unerwartete: im 30-Minuten-Takt lief eine Rute nach der anderen ab – bis in den Nachmittag hinein. Anscheinend wollten sie sich nochmal so richtig den Bauch voll fressen bevor es ans Laichen geht.

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Am zweiten Tag, Tag der Eisheiligen, kam dann der vorhergesagte Wetterwechsel, die Temperatur fiel den Tag über um 15 Grad und eiskalter Regen kam dazu. Nachts sind dann sogar noch der Kescher und die Abhakmatte gefroren. Die Oberflächentemperatur ist zum Vortag um über 5 Grad gefallen. Dies sollte wohl die Laichzeit für ein paar Tage nach hinten schieben. Trotz des riesigen Temperatursturzes bissen die Karpfen im regelmäßigen Abstand weiter und das rund um die Uhr. Das kalte Wetter sollte nun fast die ganze Session anhalten. Den Fischen störte dies aber keineswegs und somit konnte ich in der gesamten Woche um die 50 Karpfen fangen.

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Doppelruns waren sogar an der Tagesordnung. Mit so einem Ergebnis hätte ich vorher im Traum nicht gerechnet. Wer jetzt denkt, ich hätte Massenweise Futter versenkt, um so eine Anzahl an Fischen zu fangen und am Platz zu halten, der irrt sich. Denn wie es die alten Hasen schon immer schrieben, lieber eine Hand voll hochwertige Baits, anstatt eine Tüte voll mit überflavourten Griesknödel. Dies sollte wohl auch ein Grund dafür sein, dass immer wieder eine Rute ablief, auch wenn seit Stunden kein Futter mehr nachgelegt wurde. Die Karpfen waren so verrückt nach meinen Gaben, dass sie regelmäßig zurück kamen, um nach weiteren Boilies zu suchen.

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Meine Futterwahl

Meine Futterstrategie sah folgendermaßen aus: ich fütterte jeden Morgen und Abend etwa 500 g Hanf und etwa die selbe Menge an Boilies in unterschiedlichen Größen und Geschmackssorten weit verteilt auf einer Fläche von 30×20 Meter. Bei den Baits setzte ich wie anfangs erwähnt auf die komplette Range von Bullet Baits. Eine neue Baitfirma, die sehr hochwertige Karpfenköder herstellt. Nach jedem gefangenen Karpfen wechselte ich die Sorte am Haar. Hatte ich beispielsweise gerade einen Lauf auf GLM-Force, so montierte ich danach einen Mango/Cherry Boilie, um vorzubeugen, dass die Karpfen eine gewisse Sorte mit bösen Erfahrungen in Verbindung bringen könnten. Hatte ich mal mehrere Stunden keine Aktion mehr, so fütterte ich nicht direkt nach, wie es die meisten machen würden. Ich wechselte nur meinen einzelnen Sinker am Haar und meist kam nur kurze Zeit später der ersehnte Run.

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Alles in allem ging meine Strategie voll auf und die Fische waren die Woche über in einem regelrechten Fressrausch, wie ich es bisher selten erlebt habe. Und das alles trotz eines relativ niedrigen Futterverbrauchs. Am letzten Tag wurde auch das Wetter wieder angenehmer und die Sonne zeigte sich den ganzen Tag über. Zwei Tage nach Ende der Session fuhr ich nochmal mit dem Fahrrad bei strahlenden Sonnenschein um den See und wie erwartet, waren die Karpfen nun auch mit dem Laichen beschäftigt.

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