Im Sommer 2017 ist Dave Woods, Media Manager bei Solar Tackle, an einem längst abgefischten See in der Nähe seines Wohnortes vorbeigefahren. Irgendetwas sagte ihm, dass die Fischer nicht jeden einzelnen Fisch mit ihren Netzen herausholen konnten. Nun, es gab nur einen Weg, das herauszufinden. Kurzerhand hat sich Dave auf Zielfischjagd gemacht, die über mehrere Jahre dauert sollte. Doch genug der Vorrede. Dave, du hast das Wort.

Der See liegt eingezäunt in einem dichten Kiefernwald. Trotz der parallel verlaufen Straße ist dies immer noch ein wunderschöner Ort, mit von Schilf gesäumten Rändern und nur sehr wenig Anzeichen von anderen Anglern. Ich hatte absolut keine Ahnung, was ich dort vorfinden würde. Ich inspizierte daher das andere Ende des Sees. Sofort sah ich etwas im Wasser, war mir aber zunächst nicht sicher, was das ist. Auf den zweiten Blick meinte ich, einen Haubentaucher zu erkennen, der sich sein Abendessen fangen wollte. Ich wollte mich aber etwas erhöht stellen, um einen besseren Blick auf das Wasser zu erhalten. Plötzlich sah ich, dass der vermeintliche Haubentaucher ein Karpfen war, der ruhig seine Runden direkt unter der Wasseroberfläche zog. Ich kletterte die alte Eiche noch ein bisschen höher, um den Fisch besser beobachten zu können. Und da – Mr. Carp war nicht allein unterwegs. Ich sah mindestens 10 weitere Karpfen. Keine Monster, aber für einen See, in dem es eigentlich keine Fische geben sollte und nur 5 Minuten von meinem Haus entfernt ist, natürlich sehr interessant.

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Ein Vierziger? Kann das sein?

Während ich das Gewässer weiter erkundete, schmiedete ich schon einen Plan: Wo kann ich am besten angeln, um neugierigen Blicken zu entkommen? Bei meinem Spaziergang sah ich immer mehr Fische, die dem Netz wohl entkommen sind. Durch die Entdeckung von immer mehr Karpfen wurden meine Besuche nach der Arbeit immer häufiger. Es war offensichtlich, dass der See hauptsächlich aus Flachwasserbereichen bestand. Schnell konnte ich auch den ersten Fisch fangen, einen Spiegler von rund 20 Pfund. Ich sah einige Fische beim Fressen und schmiss ein sehr leichtes Set-up neben die Gruppe von Fischen. Der Biss kam nur Minuten später.

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Ungefähr einen Monat später fuhr ich erneut am See vorbei. Das Wetter war perfekt, ein warmer Sommertag ohne Wind. Ich kletterte erneut auf den Baum, um ein paar Fische zu suchen. Tatsächlich sah ich bereits nach kurzer Zeit einige Fische vorbeischwimmen. Der Anblick des letzten Fisches dieser Truppe ließ mich fast von dem Baum fallen. Ich erinnere mich noch genau an den Anruf bei meinen Freunden Mark und Tim, die ich gleich vom Baum aus angerufen habe: „Jungs, ihr werdet es nicht glauben, was ich gerade gesehen habe. Einen Spiegelkarpfen, der alle anderen Fische aus dem See, die ich bisher gesehen habe, in den Schatten stellt. Wenn es kein Vierziger ist, dann ist er sehr nah dran!“.

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Der Fisch geht mir nicht mehr aus dem Kopf

Es verging kein einziger Tag, an dem ich nicht darüber nachdachte, was ich dort, an dem versteckten Waldsee von dem Baum aus gesehen habe. Der Herbst verging schnell, ich widmete mich anderen Projekten. Den Winter verbrachte ich dann damit, meine nächsten Sessions an dem schlammigen, flachen See zu planen und entsprechend vorzubereiten. Im darauffolgenden Sommer stellte ich schnell fest, dass das Einbringen von Baits reine Zeitverschwendung war – die Schwäne kamen aufgrund der Tiefe des Gewässers an die Boilies ran und verschlangen diese, bevor sie ein Karpfen zu Gesicht bekam. Immer wieder verschlug es mich an den See, den großen konnte ich jedoch nie auf meiner Matte begrüßen.

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Ein neuer Plan muss her

Ich wusste, dass der See über die Wintermonate aufgestaut wurde und so natürlich auch deutlich tiefer war. Ich beschloss, Mitte Februar mit dem Füttern zu beginnen, um Ende März dort angreifen zu können.

Innerhalb weniger Wochen verteilte ich rund 30 Kilo Boilies in einem großen Areal. Anfang März machte mir dann ein erneuter Wintereinbruch einen Strich durch die Rechnung – der See war tatsächlich zugefroren. Aufgrund der Situation wollte ich schon aufgeben und den See für dieses Jahr auf Eis legen – aber der Blick auf die Wetter-App motivierte mich. Für die nächsten Wochen standen die Zeichen voll auf Frühling. Ein starker Temperaturanstieg in Verbindung mit einem stürmischen Tiefdruckgebiet. Wenn diese Bedingungen nicht perfekt sind? Genau auf solch eine Wetterphase hatte ich gewartet. Später in dieser Woche sprach ich noch einem Freund und wir beschlossen, die Nacht vor dem Orkantief dort zu angeln. Ich war sehr aufgeregt, war es doch meine erste Nacht an diesem See und das erste Mal, dass ich auf meinem Futterplatz angelte.

Ich wartete bis kurz vor Einbruch der Dunkelheit und brachte die beiden Ruten dann mit Wathose an die beiden Spots. Den Abend über verbrachten wir damit, uns über den Fisch zu unterhalten, den ich zwei Jahre zuvor gesehen hatte. Ob er wohl noch lebt?

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Zielfisch im Netz – Ausdauer zahlt sich aus

Gerade als die ersten Autos um 5 Uhr morgens auf der Straße vorbeifuhren, bekam ich ein paar Pieper. In Erwartung einer Brasse ging ich zur Rute und nahm Kontakt auf. Erst rund zehn Meter vom Ufer entfernt wurde der Widerstand größer – wohl doch keine Brasse? Plötzlich war ich hellwach und ein langer Kampf, direkt unter der Rutenspitze, begann. Es war noch ziemlich Dunkel, als ich den Fisch über den Kescherrand zog. Ein erster Blick in den Kescher und mir wurde klar, was ich gefangen hatte. Es war der große Spiegler, den ich damals vom Baum aussah.

Sofort rief ich meine Kumpels Mark und Tim an, die direkt in den Van sprangen, um den Moment mit mir zu teilen. Die Waage blieb bei 39 lb 10 oz stehen – so schlecht war also meine Schätzung gar nicht. Ich hatte einen Fisch gefangen, der wahrscheinlich noch nie zuvor gefangen wurde. Ein Moment, auf den ich jetzt zurückblicke und in Erinnerungen schwelge. Ein Moment, den ich mit meinen besten Freunden teilen durfte und der mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird. Ein perfekter Moment.

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