Der Fang des Lebens – für diesen Status eines Fisches hat wohl jeder Karpfenangler eine andere Definition. Für manch einen ist es der beschwerliche und aufwendige Weg hin zum Fang, für den anderen das Gewichtsmonster aus dem nächstgelegenen Vereinssee und für den nächsten ein besonders schönes Exemplar von Karpfen. Christian Protzer aus dem Carpleads / Nautika Baits Team konnte seinen Fang des Lebens im schönen Nachbarland Polen fangen. Dabei ging es Chris hier nicht um einen der größten Fische des von ihm beangelten Gewässers, sondern vielmehr darum, unter welchen spektakulären Umständen er diesen fangen konnte! Wir übergeben das Wort an Chris.
Angel-Urlaub im Nachbarland
Es war mal wieder Urlaub angesagt. Für mich ging es eine Woche an den Turkusowy Zalew nach Polen. Einen Paylake der Extraklasse. Doch der Urlaub lief anders als geplant, denn unter Tags fielen die Bisse recht zäh aus, was natürlich viel Zeit mit der Familie zu ließ, aber woran lag es? Gibt es doch noch ein Happy End?
Bevor wir anfangen, kurz noch ein Wort zu den Plätzen vor Ort. Der See ist mit vier fest platzierten Hütten am Wasser ausgestattet, somit kann man nur einen gewissen Teil pro Hütte beangeln, der Großteil des Sees ist damit überhaupt nicht beangelbar, man muss also Warten bis die Fische irgendwann in Richtung der Plätze kommen.
Die Vogelperspektive bringt Gewissheit
Da die Bisse ausschließlich in den Abendstunden, nachts, oder eben in den Frühen Morgenstunden kamen, machte ich mir Gedanken, woran es liegen konnte, dass wir unter dem Tag keine, bis nur sehr wenige Aktionen bekommen. Es war am dritten Tag, als ich meine Drohne auspackte und die ersten Rundflüge startete. Was ich hier zu sehen bekam, lässt mir beim Schreiben dieses Berichtes noch Gänsehaut bekommen. Die Fische standen an der komplett anderen Uferseite, um seelenruhig zu fressen und um sich zu sonnen.
Doch wie nur dahin kommen? Wir sprechen von guten 400m Distanz, das mit monofiler Schnur natürlich alles andere als einfach werden würde. Ich musste es trotzdem probieren, kennt Ihr diesen Drang und diesen Instinkt?! Zack wurde ein Spinner Rig mit einem extrem scharfen „KRV“ Haken gebunden. Darauf einen gelben NautikUp und dazu ein kleiner PVA Bag, eine Hand voll Futter und ab damit ins Futterboot. Doch was nun?
Teamwork ist der Schlüssel zum Erfolg
Meine Frau bekam die Fernbedienung der Drohne in die Hand, mein Schwiegervater die Rute und ich fuhr das Futterboot so langsam an Ort und Stelle. Nach guten 400m Distanz und einem leichten Schnurbogen, stoppte ich so langsam das Futterboot und meine Frau dirigierte mich mit der Drohne noch ein wenig links und ein wenig nach rechts. Die Fische standen noch genau da, wo ich sie vorher schon ausgemacht hatte. Die Luken des Futterbootes wurden geöffnet und alles war bereit. Puhh dachte ich mir, ob das funktionieren würde. Wir flogen und fuhren alles wieder zurück zum Platz, spannten die Rute aufs Pod, hängten den Swinger unter Vollspannung ein und das Warten konnte beginnen.
Tatsächlich dauerte es gefühlt keine halbe Stunde als sich mein Bissanzeiger das erste Mal meldete und im Dauerton losmarschierte. Ein Vollsprint zu den Ruten! Voller Adrenalin begann der längste – und einer des härtesten Drills meiner bisherigen Angler Laufbahn! Gute 30-40 Minuten stand ich an Ort und Stelle und pumpte, was das Zeug hielt, immer im Hinterkopf, jetzt bitte nicht verlieren! Die Knie zitterten, die Arme wurden schwerer und schwerer, doch der Haken saß bombenfest in der Unterlippe und wir konnte den Fisch problemlos über den Kescherrand führen. Ein Stein, der vom Herzen fällt, das kann ich Euch sagen. Es hatte funktioniert, die harte und intensive Arbeit hatte sich bezahlt gemacht.
Lacht nicht, da es vielleicht kein Riese war. Aber für mich war es definitiv ein absolutes Highlight unseres Trips in Polen und dieser Fisch bleibt einfach unvergessen. Ist es nicht auch das, was zählt? Es müssen nicht immer die schwersten Wasserschweine sein, die solche Momente zu einem besonderen Moment werden lassen! Ich bin immer noch geflashed, wenn ich an diese Aktion zurückdenke und kann sagen, dass es definitiv einer der geilsten Momente war.
Ich hoffe der ein, oder andere kann es ein wenig mitfühlen und sich vorstellen, wie happy ich war!





