Neuer Angelverein, neues Gewässer und dann noch Ende November – die Erfolgsaussichten waren für Jonas Küchler bei seiner ersten Session an einem für ihn unbekannten Gewässer  alles andere als vielversprechend. Doch was dann kam, sollte seine Erwartungen übertreffen. Das ist sein Catch-Report.

Dieses Gewässer kannte ich nur vom Hörensagen und beschloss, mich dort mit einem Kumpel aus meiner Kindheit zu treffen. Wir gingen mit der Markerrute um den See, um ihn grob auszuloten und auf Strukturen oder Hindernisse zu stoßen. Ich sah in dem Gewässer deutliches Potential und entschied mich dazu, den Vorstand zu kontaktieren. Daraufhin wurde ein erster Termin bestätigt, um mich über die Regeln und deren Abläufe aufzuklären. Nachdem ich den Anmeldeschein ausfüllte und Ende November meine Vereinspapiere erhielt, stand für mich fest, dass ich direkt am darauffolgenden Wochenende dort die erste kleinere Angelsession ausführen würde. Gesagt, getan. Mein Tackle gepackt, Futter weitestgehend vorbereitet, machte ich mich auf den Weg ans neue Wasser.

Meine Vorbereitungen am Wasser

In dieser Situation ist es meiner Meinung nach schwierig, einschätzen zu können, was man erwarten kann. Man ist logischerweise von der Ausführung seines Hobby überzeugt. Auch jeder der Fänge, die man schon machen konnte und durfte, ist eine Bestätigung dafür, dass man durchaus mit Fisch rechnen kann. Allerdings kommt hinzu: Ein neues, fremdes Gewässer, schon fast Ende November und die Nächte zuvor hat es total abgekühlt. Alles Gründe, um ein wenig skeptisch sein zu dürfen.

Nachdem die Ruten beködert waren und sie mit einer recht großen Futterwolke aus einem Mix aus Partikeln, Mais und Grundfutter in die Tiefe des unbekannten Gewässers geschickt wurden, blieben die schrillen und doch all so geliebten Töne der Bissanzeiger erstmals aus. Ich entschied mich dazu, eine Rute, die mit einem Scopex Squid Boilie und einem Pineapple Pop-Up als Eyecatcher bestückt war, im Flachbereich anzubieten (ca. 4 Meter). Den Scopex Squid Boilie benetzte ich, schon Tage vorher, mit einem CC Moore Liquid. Die Boilies konnten das Liquid gut aufnehmen und wirken Unterwasser so noch attraktiver. Die zweite Rute legte ich etwas tiefer ab (ca. 6 Meter). Ich ging so vor, um zu erfahren, in welcher Tiefe sich die Fische in diesem Gewässer und zu dieser Jahreszeit aufhalten würden. Diese bestückte ich mit einem Fischboilie, eingelegt in Lachsöl. Um das ganze noch etwas zu perfektionieren, verwendete ich einen weißen, neutralen Pop-Up. Vorher beträufelte ich diesen noch mit Goo von Korda in der Geschmacksrichtung Isotonic.

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Koialarm im Herbst

Ich wartete und die Zeit verging wie im Flug. Kescher aufbauen, Schirm aufstellen und nach getaner “Arbeit” in den Angelstuhl setzen. Als ich den Naturgeräuschen lauschte und mich mit meinem Kumpel unterhielt, regte sich plötzlich etwas. Der linke Bissanzeiger ertönte zweimal und ich hörte das knacken der Freilaufrolle. Ich sprang auf und stand griffbereit an der Rute. Es war tatsächlich die tieferliegende Montage mit dem Fischboilie und dem weißen Pop-Up. Stille. Selbst das Licht des Swingers erlosch. War der Fisch weg? Nein. Nach ca. 1-2 Sekunden lief die Rute ab.

Ich nahm sie in die Hand und schlug an. Während eines starken Drills und einem kurzzeitigen Kampf mit dem Kraut, ließ sich der Fisch plötzlich an der Oberfläche blicken. Ein großartiger Moment, in dem ich direkt erkannte, dass es sich hierbei um einen ganz besonderen Fisch hielt. Mein Kumpel Max stand mit dem Kescher bereit und ich führte den Fisch hinein. Auf der Abhakmatte lag dieser wunderschöne, 16 Pfund schwere Koikarpfen. Es war mein erster Koikarpfen überhaupt. Zu dem Erfolg wurde meine Frage, welche Tiefe die Fische zu dieser Jahreszeit an diesem Gewässer bevorzugen, beantwortet und ich lag mit der Entscheidung goldrichtig, meinen Köder auf 6 Meter abzulegen. Es war für mich ein sehr gelungener Einstieg in das Fischen am neuen Vereinsgewässer – es heißt ja nicht umsonst der „goldene Herbst“!

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