Keine Frage, das Flussangeln ist eine große Herausforderung. Du suchst die Nadel im Heuhaufen. Davon kann auch Paul Cramer ein Lied singen. Seit er sich im Frühjahr des vergangenen Jahres auf die Suche nach den Flusskarpfen begeben hat, liegen 50 Blank-Nächte hinter ihm. Doch das Blatt sollte sich schon bald wenden. Das erzählt uns Paul am besten selbst. Los geht´s.

„Du musst sie finden, dann wirst du sie fangen“. Mit diesem Satz eines Kollegen hat meine Suche nach den Flusskarpfen vor ziemlich genau 1,5 Jahren angefangen. Sie konnten überall sein. Die Fische können die Flussstrecken, soweit es durch die Begrenzung von Wasserwerken möglich ist, entlang ziehen – das macht die Sache nicht gerade leichter. Seit Beginn meiner Suche im Frühling 2020 kann ich mittlerweile von ca. 50 Blank-Nächten sprechen. Zwischendurch wurde ich immer mal wieder fündig, mit einzelnen Fischen bis 14 Kilo, die man dann in diesen Strecken auch regelmäßig fing. Aber es war halt nur mal nicht das, was ich mir erhofft hatte. Das war doch noch nicht alles. Da musste es doch irgendwo mehr Fische geben. Und so ging die Suche in einem neuen Abschnitt weiter. 

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Ein Flussabschnitt mit sehr viel Struktur

Durch einen Zufall bin ich dann vor kurzer Zeit auf die Information gestoßen, dass in einem Streckenabschnitt flussaufwärts immer mal wieder Fische gefangen werden. Zum Beginn der Suche im besagten Abschnitt entschied ich mich für eine für diese Jahreszeit kluge Stelle, die ich dieses Mal nicht alleine angehen wollte, um so einen größeren Bereich abfischen zu können. Zusammen mit Sascha Darr, der von der Idee begeistert war, fuhr ich also das erste mal an die Stelle. Infos über den Abschnitt hatte ich absolut keine.

Also begann am ersten Abend die Stellensuche, die sich bis in die Nacht gezogen hat. Beim Einschalten des Echolots traute ich meinen Augen kaum. Wahnsinn, was an dieser Stelle für Struktur war. Abfallende Kanten mit einer Länge von gerade mal fünf Meter, die von einem halben auf fast sechs Meter abfielen. Dazu kam noch, dass es nur mit langer Suche möglich war, krautfreie Stellen zu finden. Die Ruten lagen bestückt mit 150 Gramm Bleien und simplen aber verwicklungsfreien Montagen an den zuvor gesuchten Spots. Wir gingen mit einem zwiespältigen Bauchgefühl in die Nacht. Es konnte alles passieren, aber auch nix.

Die Nacht verlief vorerst ruhig, bis wir dann gegen 05:00 Uhr von einem kräftigen Fullrun auf Saschas rechter Rute geweckt wurden. Und so nahm das Chaos seinen Lauf. Auf den ersten Fisch von Sascha folgten in den nächsten Stunden bis zum frühen Nachmittag noch neun weitere bis 17 Kilo. Wahnsinn. Dabei hatten wir noch am Vorabend gesagt, dass es mega wäre, wenn wir 1-2 Fische bekommen würden. Die Bedingungen waren einfach perfekt und die Fische standen voll im Futter.

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Im Team erfolgreich

Ab Nachmittag waren die Fische wieder weg und die zweite Nacht verstrich erstmal ruhig. Die Ruten waren wieder an den Spots platziert und wir saßen noch lange bis in die Nacht draußen, sprachen über den verrückten Tag und sichteten die Bilder. Wir waren an diesem Wochenende zusammen am Wasser und fischten deshalb als Team. So konnten wir mit den insgesamt vier Ruten „Run to Run“ fischen, sodass jeder immer abwechselnd mit Drillen dran war. Die Action vom ersten Tag wiederholte sich am Sonntag morgen und wir konnten letztendlich insgesamt 14 Fische zwischen 10 und 17 Kilo fangen. Die Frage, die ich mir stellte, ist, ob das ein einmaliges Erlebnis war oder ob ich sie wirklich gefunden hatte. In diesem Moment, in dem du gerade diesen Artikel liest, werde ich die Antwort auf meine Frage höchstwahrscheinlich schon haben.

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Run to Run – so fischen auch Christian Espert und Christian Wolf. Seit über 10 Jahren stellen die beiden den Karpfen schon gemeinsam nach. Um im Team bestmöglich zu agieren, haben sich Chris und Chris dazu entschlossen, bei gemeinsamen Sessions immer abwechselnd zu drillen. Diese spezielle Vorgehensweise zeigen die beide in einem spannenden Video, check unseren Beitrag dazu: Traumsession am großen Natursee – neues Video online.