Klaus Wegmann war zu Besuch am Domaine de Boux und berichtet über die Angelei, das Flair und die Art der Angelei an diesem in Frankreich gelegenen Paylake. Wir lassen Klaus selbst über den La Boux berichten.

Der Paylake „La Boux“ besticht durch seine ruhige Lage, inmitten von Nichts. Weit und breit gibt es keine größere Stadt und schon gar keine größeren Straßen. Verkehrslärm Fehlanzeige, hier kann man abschalten und den Geräuschen der Natur lauschen. In unserer Woche haben wir Hirsche röhren hören, den Fleischrasserindern auf der Wiese beim Wachsen zugesehen und ganz nebenbei auch noch zu viert exklusiv geangelt.

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Der See in der Vorstellung

Der See hat nur eine Stelle, an der man ans Gewässer kommen kann. Von dort aus muss alles zu den Plätzen getragen werden, man sollte also besser einen Trolly mit dabei haben. Wir hatten natürlich keinen, passte leider nicht mehr mit ins Auto.

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Von der Dammseite und der Waldseite aus, darf geangelt werden. Der La Boux ist einer der ältesten Paylakes in Frankreich, Leute wie: Alijn Danau, Patrick Bauwens, Sven Hoebeeck und Tim Paisley haben ihr Glück hier schon gesucht. In dem 2. Buch von Alijn Danau „Tegen De Stroom In“ befindet sich bereits ein Kapitel von April 1999 (Boux Belles) über diesen See. Die Karpfen kennen sich also mit Angeldruck aus und haben sicherlich schon alles gesehen.

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Wir losten unsere Plätze aus

Beim auslosen der Angelplätze, hatte ich die rechte Waldseite,also die zum Damm hin, gezogen, Sven die Mitte, Metin saß ganz links und Jürgen auf dem Damm.
Mein Platz war mit der tiefste Bereich des Gewässers, zwei Ruten wollte ich hier auf einem fetten Futterplatz platzieren, so mein Plan. Bei der Ankunft am Samstag, hatte ich dann auch gleich einige Kilogramm Fischmehlboilies in einem Areal, halb so groß wie ein Tennisplatz, verteilt.

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In den kommenden Tagen hatte ich vom Damm aus 2 mal pro Tag mit dem Wurfrohr 2 Kg Boilies auf dem Futterplatz nachgefüttert. Bereits am Sonntagmorgen gegen 10 Uhr biss dann der erste Fisch auf dem Futter. Was soll ich sagen, es war der wahrscheinlich größte Spiegler des Sees. Ich hatte anscheinend Bauerndusel, was für ein Start…

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Aber auch die anderen Jungs waren hart am Fisch, Metin fing von Beginn an gut auf seine Instant-Taktik und Sven hatte den Dreh nach ein paar Tagen auch raus. Jürgen hingegen konnte leider erst ab Mittwochmorgen am See sein.

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Unsere Taktik, dass wir alle mit gut sinkenden Fluorocarbon Schnüren angelten, hatte sich mehr als ausgezahlt. Ohne hätten wir uns sicherlich gegenseitig einige Male unsere Schnüren im Drill eingesammelt. Ärger wäre vorprogrammiert gewesen und auch anglerisch machte es Sinn, den Schnurdruck zu minimieren und mit sinkenden Schnüren zu fischen.

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Metin hatte links in seinem flacheren Bereich viele Fische. In den Nächten hörte man immer wieder fette Klatscher aus der Richtung, beeindruckend laut klatschten die Fischleiber wieder zurück ins Wasser. In dem kleinen Tal hier hört sich alles gleich doppelt so laut an. Auch der Sternenhimmel ist hier so krass hell und deutlich quasi zum Greifen nah, es ist einfach ein schöner Ort.

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Dem extremen Sommer 2018 geschuldet, fehlten dem See bestimmt 50 cm Wasser und die Wassertemperatur betrug Anfang Oktober noch immer 17 Grad. Nachts schrien dann die Bissanzeiger bei Metin auf, er fing konstant jede Nacht seine 1-2 Fische. Ein wunderschöner langer Schuppi mit über 21 Kg war nur einer seiner Höhepunkte. Er fing all seine Fische auf einfache Snowman Rigs.

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Ein riesen Problem in dem See sind die vielen Hechte. Jeder von uns hat mindestens einen Hecht beim Eindrehen der Karpfenmontagen gefangen. Mehrmals wurden unsere Schnüre durchgebissen, bei mir hat ein Hecht sogar mitten im Drill die Schnur gekappt. Shit happens… Die Raubfische hier im La Boux leben in einem Schlaraffenland, es gibt Unmengen an kleinen Fischen. Von Zeit zu Zeit haben wir diese im Uferbereich mit Futterresten angelockt und beobachtet, ein großer Spaß!

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Sven mit neuem PB

Am Dienstagmorgen konnte Sven dann seinen PB fangen, den größten Schuppi des Sees. Einen perfekten Schuppenkarpfen, keine einzige Schuppe fehlte. Wirklich ein beeindruckender Fisch. Auch er fing diesen Fisch instant. Mein Futterplatz bescherte mir noch ein paar Fische aber der Aufwand stand in keinem Verhältnis zu der Instantangelei der andern Jungs. Am Mittwoch um 8 Uhr stand plötzlich Jürgen Meyer bei mir vor dem Zelt, er war wirklich noch für gerade mal 4 Angeltage bzw. 3 Nächte den weiten Weg (950km) gekommen. Wir halfen natürlich gleich alle, sein Tackle zum Angelplatz auf dem Damm zu schleppen, hoffentlich lohnt sich dieser Kurzurlaub für ihn.

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Hechte und viele Krebse

Ein weiteres Problem neben den gefräßigen Hechten sind die vielen Krebse. Im Sommer sicherlich ein noch größeres Problem, dann ist ein Angeln nur mit Tigers, Fakebaits oder eingeschrumpften Ködern möglich. In unserer Woche waren die Köder zwar jede Nacht angefressen, aber sie haben letztlich doch fast immer durchgehalten. Somit haben wir unsere Ruten alle 12h einfach immer wieder neu beködert und waren so auf der sicheren Seite.

Vorab hatten wir vier uns gemeinsam zum Boilies rollen bei Jürgen in der Firma getroffen. Jürgen ist der Eigentümer von M + M Baits. Wir wollten alle mit dem gleichen hochwertigen Fischmehlboilie angeln, so unser Plan. Readys sind übrigens an vielen Paylakes verboten, um also kein Risiko einzugehen, wollten wir lieber gleich selbstgerollte Köder mitnehmen.

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Ich hatte mittlerweile drei Fische auf dem Futterplatz gefangen und einen vorm Kescher verloren. Also recht überschaubar. Ab Mittwochabend hatte ich den Futterplatz dann nicht mehr weiter befüttert. Stattdessen doch lieber meine drei Ruten instant mit gut gedippten Ködern immer wieder neu verteilt. Wir hatten was unsere Montagen anbelangt wirklich viel experimentiert, doch es stellte sich keine klar erkennbare Linie heraus. Schließlich fischte wieder jeder seine basic Rigs…

Jürgen mit einem 22,5 Kilo Spiegler

Jeden Tag wurde gegrillt und alle haben wir unser Essen zusammengeworfen, der eine hatte ein paar Würstchen, der nächste frisches Brot… So ging es bei jeder Mahlzeit. Hungern musste wirklich keiner von uns. In der letzten Nacht konnte Jürgen mit dem Sonnenaufgang einen alten Spiegler von 22,5 Kg fangen. Was für ein Glück, jeder hatte jetzt mindestens einen Fisch über 40 Pfund fangen können. So etwas hatte ich noch nicht erlebt, selten sind die Fänge in einem Urlaub so ausgeglichen. Gerade für Jürgen hatte es mich ganz besonders gefreut. Schön, dass es noch mit einen Fisch geklappt hat.

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Auf dem Heimweg hielten wir immer wieder an und machten Fotos von der Hügellandschaft, den Weinbergen und der tollen Französischen Landschaft. Der See wird mich wieder sehen…

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