In den vergangenen Jahren ist die Drohne immer mehr als Hilfsmittel beim Karpfenangeln in den Fokus gerückt. Die einen lieben sie, die anderen hassen. Aus aktuellem Anlass berichtet Janik Wolf in diesem Blog-Update über das Thema Drohne beim Karpfenangeln. Ist das noch Angeln? Los geht´s, Janik.

Fehlplanung und Rückschläge

Habe ich noch im vergangenen Updaten davon geschrieben, auf Overnighter setzen zu wollen, muss ich diese Idee im Nachgang als nicht die Beste deklarieren. So waren meist die Seen bereits besetzt, als ich erst einmal ankam. Nicht nur durch Karpfenangler, auch durch Badegäste und Ferienkinder, die ihre Zeit nutzen wollten. Dadurch konnte ich oftmals den eigentlichen Plan nicht durchziehen und begab mich teilweise sogar wieder nach Hause. Somit muss ich dieses Vorhaben leider für gescheitert erklären.

Besser erging es mir beim Daysession-Angeln. Hierfür habe ich mir eine Liste mit kleineren Gewässern zusammengestellt, die ich nach und nach erkunden wollte. Leider blieb ich auch bei diesem Vorhaben nicht vom Pech verschont und so stürzte meine Drohne bereits nach kurzer Zeit am ersten Gewässer durch einen Fehler ab. Im Nachgang konnte ich dennoch die Session relativ erfolgreich mit einem kleinen Spiegler beenden. Sicherlich nichts herausragend Spektakuläres, aber im Anbetracht dessen, dass ich von Leuten zu hören bekam „hier fängst du eh nichts, hier gibt’s keine Fische“ ein gutes Gefühl.

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Auch meine geplante Frankreich-Tour sollte nicht stattfinden. Durch die aktuellen Corona-Richtlinien und der Einstufung Südfrankreichs als Hochrisikogebiet, hat am Ende die Vernunft gesiegt und wir haben die Unterkunft storniert. Stattdessen ziehe ich meinen Plan vom Futterplatz einfach vor und habe bereits den ersten Versuch gestartet und eine Stelle angetestet.

Drohnen – angeln oder Fische fangen?

Durch den Vorfall mit meiner Drohne habe ich mir in den vergangenen Tagen viele Gedanken über dieses Thema gemacht. Ist der Einsatz von Drohnen unsportlich und unfair den Fischen gegenüber? Ist das noch Angeln?

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Im vergangenen Frühjahr habe ich mir eine kleine Drohne zugelegt. Sie sollte in erster Linie dazu dienen, Aufnahmen aus einer anderen Perspektive zu machen. Klar, in den knapp 1,5 Jahren habe ich sie auch zum Erkunden neuer Gewässer und dem Lokalisieren von Fischen eingesetzt. Davon kann ich mich nicht freisprechen. Leider auch am Tag des Absturzes. Ich wollte einen für mich unbekannten und zudem kaum zugänglichen See erkunden – in erster Linie wollte ich wissen, ob hier überhaupt Fische schwimmen. Nachdem ich einen Trupp von ca. 5-6 Fischen ausmachen konnte, passierte das Unheil – die Drohne senkte sich und stürzte ins Wasser, auch gegensteuern half nicht mehr. Nun stand ich da, ohne das fliegende Auge und noch weitere unbekannte Gewässer vor mir. Jetzt hieß es: back to the roots – oldschool location! Alles, was ich brauchte, war meine Polarisationsbrille, da es sich um flache, recht übersichtliche Gewässer handelte.

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Generell habe ich die Erfahrung gemacht, dass eine Drohne nur in den wenigsten Momenten deutliche Vorteile ausspielen kann. Klar bekommt man schnell einen Überblick über Gewässer und man kann die Fische auch deutlich schneller finden – meistens jedenfalls. Denn hierfür brauchen wir hervorragende Sichtverhältnisse, also Sonnenschein und klare Gewässer. Ziehen plötzlich Wolken auf oder fischen wir an trüberen Gewässern, ist das fliegende Auge schon nicht mehr so viel Wert. Auch bei Stürmen oder starkem Regen ist es nicht empfehlenswert, den Quadrocopter auszupacken. Im Gesamten stehen sehr viele Angelszenarien wenigen Situationen entgegen, in denen die Vogelperspektive uns wirklich weiterhelfen kann.

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Mir fällt auf, dass heutzutage sehr viele Leute auf das Hilfsmittel Drohne setzen. Auch jüngere Angler greifen vermehrt hierauf zurück. Am Ende soll das natürlich jeder für sich selbst entscheiden, aber mein Appell lautet: erlernt die Location im eigentlichen Sinne – also das Aufspüren der Fische mittels Polbrille und das Ertasten des Gewässerbodens mit einem Blei. In den meisten Fällen hilft die Drohne sowieso nicht weiter und ihr werdet auf die ursprünglichen Methoden zurückgreifen müssen.

In der nächsten Zeit werde ich, wie oben bereits angeschnitten, meinen Futterplatz richtig aktivieren und meinen Fokus vorwiegend auf dieses eine Gewässer legen. Aber bereits jetzt habe ich das eine oder andere Gewässer im Hinterkopf, an dem ich parallel eine Kurzkampagne starten werde. Es wird spannend, die heiße Zeit kommt bald!

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Mehr über Janik und seine Angelei erfährst du auf seinem Instagram-Kanal. Dort kannst du ihn auch erreichen, falls du Anmerkungen, Fragen oder sonstige Themen an ihn richten möchtest.

Das Stalking-Tutorial mit Lukas Welschenbach

Das Karpfenangeln mit der Drohne ist längst kein Geheimtipp mehr und kann überaus schnell zum Fangerfolg führen. Lukas Welschenbach nutzt die Drohne vor allem beim Stalken, da er aus der Vogelperspektive die Fische sehr schnell lokalisieren kann und zudem einen Überblick über das Gewässer bekommen kann.

In einem interessanten Video-Tutorial kannst du Luke bei seiner Vorgehensweise über die Schulter schauen und es danach auf dein Gewässer anwenden. Der Film zeigt dir eine präzise Anleitung zum mobilen Angeln auf Karpfen und natürlich geht Luke außerdem ausführlich auf das Suchen der Fische mit Hilfe einer Drohne ein.

-> Das Stalking Tutorial – mit Lukas Welschenbach