Erst am Samstag war es für mich möglich, ans Wasser zu starten. Ich denke mal, jeder kennt dann diese Situation: Alle erfolgsversprechenden Areas sind schon seit Donnerstagabend bzw. Freitagmittag besetzt. Dennoch möchte ich das Beste daraus machen, wer nicht zur rechten Zeit kommt, muss eben dort angeln, wo es aussichtslos erscheint. Frustriert setzte ich mich ans Wasser und beobachtete einige Zeit die Oberfläche nach Fischaktivitäten. Die Fische zeigten sich aber ausnahmslos dort, wo schon alle Plätze besetzt waren. Also keinerlei Chance für mich, an die Stellen zu kommen, wo sich die Fische offensichtlich aufhielten.

Location mit der Polbrille

Ich packte meine Polbrille aus und ging leicht enttäuscht am Ufer entlang wo keiner sitzen wollte. Da ich keine weiteren Fische am Ufer ausmachen konnte, kletterte ich auf einen Baum, der dicht Ufer stand. Von dort aus erhoffte ich mir, einen besseren Einblick ins Wasser zu bekommen. Durch die Polbrille konnte ich Totholz ausmachen zwischen dem einige gute Fische standen. Hat sich das Klettern also doch gelohnt. Fisch hatte ich zumindest gefunden.

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Karpfenangeln vor Totholz – ein Risiko?

Angeln vor dem Totholz ist immer mit einigen Risiken für Fisch und Material verbunden. Also musste ich mir gut überlegen, ob ich das Risiko wirklich eingehen wollte. Engelchen links flüsterte mir: „Besser nicht, das Risiko ist zu groß“, Teufelchen rechts hingegen: „Das Risiko ist überschaubar, probiere es aus, musst halt Hook & Hold angeln!“. Was soll ich sagen, das Teufelchen auf der rechten Schulter hat gewonnen.

Also den Platz am Totholz bezogen und die X1K Ruten von Wolf scharf gemacht. Schon landete eine X1K Rute vor dem Holz und eine weitere Rute hin zum Freiwasser. An der Rute vor dem Totholz machte ich die Bremse soweit zu, dass es mir schwer viel, Schnur von der Rolle zu ziehen. Als Köder kam ein Snowman zum Einsatz, der aus einem Pop-Up und einem süßen Tweety Boilie bestand – natürlich von meinem guten Kumpel Brocke. Das schlimmste jedoch ist: Füttern ist verboten, das machte die Sache natürlich nicht leichter. Die X1K Ruten stellte ich unmittelbar am Eingang vom Zelt auf, somit war ich schnell genug an den Ruten, sobald ein Biss kommen sollte. 

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Glückliches Ende einer schwierigen Session

Der Tag verlief ruhig und entspannt ohne Fischaktivität an meinem Platz. Erst gegen Abend verzeichnete ich einige kurze Piepser an der Rute vor dem Holz. Ich hatte den Eindruck, als ob die Fische an die Schnur kommen würden. Zumindest scheinen Fische am Platz zu sein. Kaum hatte ich diesen Gedanken, knallte mein Bobbin unter den Blank und ein wildes Gepiepse an der Rute vor dem Holz begann. Einen Schritt und ich war an den Ruten. Die Rute aufgenommen und den Rückwärtsgang eingelegt.  Der Fisch durfte nicht ins Holz gelangen. Also bin ich gute zehn Meter vorsichtig nach hinten gegangen, in der Hoffnung, der Fisch dreht ins Freiwasser ab. Und tatsächlich, nach mehreren vergeblichen Fluchten Richtung Totholz, die durch die Ruten sicher abgefedert wurden, drehte der Fisch nach rechts ab und zog ins Freiwasser. Langsam konnte ich die Bremse lösen und so den Fisch bis vor den Kescher ausdrillen. Noch geübt abgeschöpft und da war er, ein dunkler, wunderschöner Spiegler. Was für ein Fisch. Überglücklich fiel ich erst mal auf die Knie und konnte mein Glück nicht fassen.

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