Wer dran bleibt, wird belohnt. Das gilt bei warmen Temperaturen, das gilt aber besonders bei kaltem Wasser. Robert Schneider musste diese Lektion vor einigen Wochen auf die harte Tour lernen. Eine sehr durchwachsende Saison lag bereits hinter ihm, eine letzte Session im Dezember sollte das Ruder nochmal rumreißen. Doch sollte ihm diese zunächst viel Durchhaltevermögen abverlangen – bis dieser eine Fisch kam, der alles veränderte. Davon soll Robert aber selbst berichten, los geht’s.

Die graue Zeit des Jahres hat Einzug gefunden. Die Sonnenstunden können an einer Hand abgezählt werden, ehe die Dunkelheit zurückkommt. Meine Saison verbrachte ich an einem Lowstock. Viele Nächte ohne Fisch, sinkende Motivation mit gleichzeitig wachsendem Aufwand. So fand ich mich Mitte Dezember mit Unentschlossenheit vor meinem Tackle wieder. Es stand ein verlängertes Wochenende an. Die letzten Urlaubstage in diesem Jahr. Klar war, der Lowstock war keine Option. Selbst bei besten Bedingungen war es hier zu mühselig. Und jetzt bei bis zu -6 Grad? Andere Optionen Waren rar gesät. Schlimmer konnte es kaum werden.

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Der neue See

Ich erinnerte mich an einen See. Über den Seebestand konnte ich nur rätseln. Wusste ich nur die beiden Schuppis, die ich im Sommer an einem Steg sah. Im Sommer eine Hölle aus Badegästen. Aber wer ist schon bei diesem Wetter draußen? Also Tackle gerichtet und Solid Citrus Boilies von HZ Baits eingepackt, Karten geholt und an den See gefahren. Ich wählte einen Platz auf einer Insel, da ich von dort sowohl im Freiwasser als auch an den Ufern fischen konnte. Haferflocken, kleine Pellets und Dosenmais ergaben mit Liquid abgemischt mein Futter. Spots präpariert, los geht’s!

Ich halte mich hier kurz. 3 Nächte nichts. Kein Zupfer, gar nichts. Schnee, Regen und Kälte. Passte ja irgendwie zur eh schon enttäuschenden Saison, oder? Die letzte Nacht stand an. Was jetzt? Spotwechsel! Also wieder einpacken und am neuen Platz wieder auftackeln. Die Ruten legte ich auf sauberen Plätzen in tiefem Wasser ab. Eine Handvoll Futter mit der Spomb nachgelegt. Und wieder kam sie. Die Dunkelheit.

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Essen gut, alles gut!

Was hilft, um Motivation zu tanken? Richtig! Gutes Essen! Ein Ton? War das etwa…Fullrun! Wathose an, ins Wasser Rute aufgenommen. Yes! Fisch dran! Fühlt sich nicht schlecht an. Ausgestiegen. Wie sagt man, wenn man sch**** am Fuß kleben hat…das war’s. Laune im Keller. Karpfenanglen? Ach, alles sch****!

Durchhalten – Karpfenangeln im Winter

Aber es half nichts. Ruten wieder raus und schlafen gehen. Am letzten Morgen wurde ich wach, jedoch ziemlich niedergeschmettert. 4 Nächte ohne Fisch auf der Habenseite. Ich setzte mein Wasser für den Kaffee auf und war gedanklich schon am Einpacken und meinen Trolley zurück zum Parkplatz schleppen. Den Blick aufs Wasser gerichtet sah ich an meiner Rutenspitze Bewegung. Ehe ich überlegen konnte, kamen einzelne Pieper und der Swinger ging an den Blank der Rute. Ihr könnt euch vermutlich vorstellen, wie die Nervosität stieg. 3 Nächte glatter Blank, dann einen guten Fisch verloren und wieder eine Nacht ohne Fisch. Es musste klappen. Und das tat es auch! Ich schloss die Maschen um einen Karpfen. Und ganz ehrlich? Hätte mir Anfang des Jahres jemand gesagt, ein 6 Pfünder würde mir eine komplette Session retten und einer der wertvollsten Fische des Jahres werden…aber so ist es! Haltet durch, egal wie eine Session oder gar eine ganze Saison läuft. Am Ende geht es um mehr als eine ellenlange Liste von Fischen und einer vollen Speicherkarte von Bildern. Mir hat der kleine Kerl auf jeden Fall geholfen, mich mit dem Jahr doch noch versöhnlich zu stimmen.

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Mehr über Robert und seine Angelei erfährst du in den Sozialen Medien – hier zum Beispiel auf seinem Instagram-Kanal.