Keine Auslandsreisen, kein Nachtangeln und an den Hausgewässern ist es teilweise schwierig, überhaupt einen Platz zu bekommen – auch bei Stephan Wendl stand der Start in die Saison 2021 unter keinem guten Stern. Doch eine Session, die ihm seinen Zielfisch bescheren sollte, hat für vieles entschädigt. Check seine Story und check seinen neuen PB. Mega.

Die Vorbereitungen laufen

Nach einer schweren Verletzung, die eine 3-monatige Zwangspause zur Folge hatte, konnte ich endlich in die neue Saison starten. Mit Dominik, den ich vor ein paar Tagen bei einer meiner Tagesansitze mit meiner Familie kennenlernte, plante ich eine weitere Tagessessions für den nächsten Tag.

Am Platz angekommen, wurden die Ruten vorbereitet. Zuerst ein für mich neues Rig namens Withy Pool-Rig. Dieses wurde mit einem 12 mm GLM-Force Pop-Up versehen. Meine zweite Montage blieb unverändert und sollte mit einen einzelnen Sinker ins Rennen gehen. Natürlich montierte ich an dieser meinen Lieblingsköder, einen 15 mm White Tigernut Boilie. Bei meinen Ködern vertraue ich zu 100% auf die Bullet Baits Range. Die Pop-Ups haben einen unheimlich starken, sehr lang anhaltenden Auftrieb und die Boilies werden nur mit feinsten und frischesten Zutaten hergestellt. Als zusätzlichen Reiz hatte ich noch einen Partikelmix, bestehend aus Hanf, Mais, Mehlwürmer und Pellets mit dabei.

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Zuerst kam der White Tigernut ins Futterboot. Zusätzlich noch ein paar einzelne Boilies und ein paar Hände vom Partikelmix. In etwa 60 Meter Entfernung öffnete ich dann nach Bauchgefühl die Futterluken und die erste Falle war scharf.

Für die zweite Rute mit dem Pop-Up-Rig entschied ich mich für einen sehr strukturreichen Spot. Dort ragen zwei kleine Plateaus aus dem Boden und im Gegensatz zu vielen anderen, präsentierte ich die Montage nicht mittig auf der Erhöhung, sondern im Graben dazwischen. Natürlich kam auch hier etwas Beifutter zum Einsatz. Nun konnte das Warten beginnen.

Der Zielfisch steht fest

Mein Zielfisch für dieses Jahr stand klar fest. Es gibt einen riesigen Schuppenkarpfen, der aber schon seit längerer Zeit von der Bildfläche verschwunden ist. Nebenbei waren aber auch die allgemeinen Gerüchte im Umlauf wie z.B. dass dieser gestorben oder umgesiedelt worden sei. Doch davon ließ ich mich in meinen Vorhaben nicht abbringen und ging davon aus, dass dieser den Anglern in letzter Zeit immer nur einen Schritt voraus war.

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Nachdem den ganzen Tag über die Bissanzeiger schwiegen, überlegte ich sogar, ob ich die Köder nicht an anderen Spots positionieren solle. Doch da ich ohnehin in absehbarer Zeit nach Hause musste, entschied ich mich, mich weiterhin auf mein Vertrauen in meine Spotwahl zu verlassen.

Ein Drill, der alles abverlangt

In den späten Abendstunden begann ich dann, nach und nach, mein Tackle abzubauen und im Auto zu verstauen. Als lediglich nur noch das Rod Pod mit meinen zwei Ruten am Ufer stand, hörte ich plötzlich einen Dauerton aus einen meiner Delkims. Die Rute mit dem GLM-Force Pop-Up lief richtig heiß. Schnell hatte ich Kontakt zu meinen Gegenüber und dieser verlangte mir sofort einiges ab. Eine unglaublich Power, die da am anderen Ende der Schnur zu spüren war. Mir war sofort bewusst, dass es sich hier um einen guten Karpfen handeln musste.

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Während des 30 Minütigen Drills gingen mir so einige Gedanken durch meinen Kopf. Was für ein Fisch hat so eine unbändige Kraft?! Natürlich schoss mir auch der Gedanke von meinem Zielfisch durch den Kopf. Doch daran wollte ich noch gar nicht denken, da mein Gegenüber alles versuchte, um nicht in die Nähe meines Keschers zu kommen.

Nachdem der Fisch lange Zeit in der Tiefe umher zog, wollte er zum Ende hin auch noch in die, von mir rechtsgelegene Bucht ziehen. Doch dort wollte ich ihn keinesfalls haben. Zu groß wäre das Risiko, meinen Kontrahenten dort zu verlieren. Ich biss meine Zähne zusammen und verlangte meiner Handgelenksverletzung alles ab und endlich wechselte er den Kurs. Kurz danach hatten wir ihn endlich sicher in den Maschen. Erst einmal durchatmen. Domi, der den Fisch für mich gekeschert hatte, sagte nur, dass es ein gigantischer Schuppi sei. Ich war sprachlos, als ich einen Blick in den Kescher warf. Ich konnte es noch gar nicht realisieren, doch es konnte sich nur um meinen Zielfisch handeln!

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Boom! Ein neuer PB

Wir versorgten den mächtigen Schuppenkarpfen und beim anschließenden Wiegen pendelte sich die Waage bei satten 31 Kilo ein. Es war einfach unfassbar und ein Drill, der seinesgleichen sucht. Die Legende „Seekönig“ lebt und zu gleich mein neuer Personal Best.

Ich entließ diesen Traumfisch wieder in sein Element und in diesem Augenblick kamen mir die Worte meiner Frau Marion wieder in Erinnerung. „Geduld zahlt sich aus“. Schade nur, dass Marion und Simon ausgerechnet an diesem Tag nicht mit dabei waren, um diesen besonderen Moment gemeinsam zu genießen. Dennoch wissen wir jetzt, dass sich der Seekönig im besten Zustand befindet und weiterhin seine Bahnen zieht. Eventuell werden wir uns in ein paar Jahren wieder sehen und dann bei einer gemeinsamen Session mit meiner Familie.

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