Mittlerweile schreiben wir Anfang April und ich kann es kaum erwarten endlich an meinen geliebten Fluss zu kommen um dort den typisch kampfstarken Karpfen nachzustellen. Die Voraussetzungen könnten besser sein. Sehr wechselhaftes April-Wetter und noch sehr kalte Nächte, machten mir nicht gerade Mut, dennoch begann ich meinen altbekannten Flussabschnitt zu befüttern. Kurz darauf folgte der erste Ansitz.

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Mit Einbruch der Dunkelheit beginnt die „heiße Phase“.

Außentemperaturen von tagsüber 15°C und eine Wassertemperatur von mittlerweile 12°C schienen eigentlich ganz gute Voraussetzungen zu sein. Jedoch befand sich der Fluss und sein Umfeld eher noch in seinem Winterkleidung. Kahle Bäume und keinerlei Aktivitäten im und auf dem Wasser ernüchterten mich doch sehr. In dieser ersten Nacht blieben meine Bissanzeiger stumm.

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Kurz vor Mitternacht…

Irgendwas war dort komisch, sagte mir mein Gefühl, nicht im richtigen Fluss der Natur. Ganz anders als all die erfolgreichen Jahre zuvor. Ich beschloss in den nächsten Tagen viel Location zu betreiben, um eine Alternative zur „alten Stelle“ zu finden. Vielleicht brauchte ich einen Tapetenwechsel. Meine innere Karpfenanglerstimme (wer kennt sie nicht) sagte mir dies zumindest. Ein neuer, lukrativer Spot war relativ schnell gefunden. Ich entschied mich eine langgezogene Kurve mit vielen ruhigen Wasserzonen genauer unter die Lupe zu nehmen. Genau das Gegenteil zur Vergangenheit.

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Durch das Füttern am Tage und der Tatsache, dass die Fische meist nachts fressen wässerte ich meine Boilies vor der Session 12 Stunden in Flusswasser. Das steigert das Vertrauen!

Nach etwas Recherche bezüglich Tiefe und Bodenbeschaffenheit des Flussbettes begann ich den Abschnitt zu befüttern. Anfangs mit je 3kg Strawberry Temptation und Tuna Halibut von Vampire Baits, wobei ich die Menge im Laufe der Wochen bis zum Ansitz auf ein Minimum reduzierte. Auch bei dem Futter entschied ich mich zu einem neuen Schritt. Ich fütterte dort nun auch fischige Boilies. Da ich an dem „alten Spot“ zu 90% alle Fische nur auf süße Boilies fing war ich unendlich gespannt wie die Tuna’s hier angenommen werden. Der erste Test folgte unweigerlich kurze Zeit später.

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Typisch ausgeprägtes Flusskarpfen-Paddel. Und diese Farbe!!!

Schnell noch eine Tagschicht abschuften und ab ans Wasser. Doch auf dem Weg zur Arbeit kam schnell die Ernüchterung. 1 Grad Außentemperatur…Warum gerade jetzt dieser Einbruch??? Im Hinblick auf die dortige Wassertiefe war es fast sogar eine Katastrophe. Naja egal…das Auto war gepackt also ging es wie geplant nach Feierabend ans Wasser. Gegen 20 Uhr stand mein Tackle und die Ruten lagen. Ich fütterte noch ca. 200 gr. Boilies,  die ich vorher in Flusswasser 12 Stunden gewässert hatte, auf jede Rute und genoss anschließend noch die letzten Sonnenstrahlen bei einem Feierabendbier und hoffte, dass ich in dieser Nacht nicht durchschlafen kann. Meine Hoffnungen sollten erhört werden…es war mittlerweile kurz vor Mitternacht, als mein Mxr zwei kurze Töne von sich gab.

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Der erste Flussfisch des Jahres mit genau 15 Kilo.

Doch kein Schnurabzug. Ein Blick auf die Rutenspitze verriet sehr schnell, dass es kein Karpfen war, es muss Beifang sein. Und tatsächlich…was sich vor meinem Kescher hochschraubte war eine, typisch für diesen Fluss, kapitale Barbe von ca. 6-7 Pfd. die auf eine meiner Strawberry-Fallen reinfiel. Nun gut…wenigstens Fischkontakt und wo sich die Barben tummeln dürfte der Karpfen nicht weit sein. Und Tatsächlich sollte meine Mühe noch belohnt werden. Ein Kreischen riss mich morgens um sechs aus dem Schlafsack. Da ist er endlich, der erste Flusskarpfen des Jahres. Mega agil im Drill und nicht klein zu bekommen…der Drill hat einen riesen Spaß gemacht.

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Mein Setup für die Flussangelei.

Zu guter Letzt durfte ich einen wunderschönen, 15 Kilo schweren Flussbullen stemmen. Die ausgeprägten Schwanzflossen dieser Flussfische faszinieren mich stets auf neue. Die Ausmaße und Färbung sind der Hammer. Für mich gilt es jetzt am Ball zu bleiben und den Spot heiß zu halten. Ich bin sicher Ihr hört noch etwas von meinen dortigen Flussabenteuern.

In diesem Sinne… Bis dann und stets stramme Schnüre

Christian Unbereit
Team Vampire Baits