Zeit für ein erstes Resümee. Schon in wenigen Tagen und Wochen beginnt für die meisten von uns die langersehnte Herbstkampagne – so auch für Tobias Veigl. Er nimmt dies zum Anlass und zieht ein erstes Zwischenfazit dieser Saison und blickt auf seinen Frühling und Sommer zurück. Wie lief es bisher bei dir, Tobi? Erzähl mal.

Mit dem neuen Jahr wollte ich schon früh wieder an den großen Stauseen angreifen, doch wegen der Ausgangssperre fiel das Nachtangeln weg und somit die Hauptbeißzeit wie ich es aus den vergangenen Jahren kannte.

Ich fing mit den ersten sonnigen Tagen im März an, mir einen Überblick über die Gegebenheiten an kleinen Gewässern zu machen. Ein flacher 4 ha Weiher war hierfür genau richtig. Mit der Falte ruderte ich die Uferzonen ab, um zu sehen, wo sich die Karpfen aufhalten. Wie erwartet, war dies im flachsten Bereich der Fall, in dem sich die Fische sonnten. Die ersten Abendsessions vergingen dort leider ohne Aktion. Da das Areal größtenteils aus sehr weichem Sediment und Seerosenwurzeln bestand, legte ich meine mit Pop-Ups bestückten Ruten zunächst auf sandigem Boden knapp außerhalb des Areals ab. Erst als ich meine Montagen direkt in das Sediment legte und zur Sicherheit mit Subfloats bestückte, bekam ich Bisse.

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Trotz vieler Fische, die sich mit jedem weiteren Tag sonnten, blieb es bei diesen beiden. So wechselte ich den Platz und beangelte einen lehmigen Spot zwischen zwei Seerosenfeldern, nachdem das dort verteilte Probefutter in Form von Mais und Weizen innerhalb eines Tages weggeputzt war. Dieser Spot sollte mir in den nächsten Wochen regelmäßig Fische bringen mit 2-3 Bissen pro Abend.

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Auf Boilies verzichtete ich völlig, da ich an diesem Gewässer keine selektiven Köder benötige. Selbst Graser liefen trotz des trüben Wetters im April bereits voll an.

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Mittlerweile ist es wieder möglich, nachts draußen zu bleiben, doch mit den Umständen der vergangenen Monate und dem guten Wetter ist es kaum möglich, zu dieser Zeit überhaupt einen Platz an den Talsperren zu finden, der frei ist. Deshalb warte ich auf den Herbst, bis ich mich den großen Gewässern widme.

Auf Graserjagd im Sommer

Die Sommerzeit hat für mich andere Vorzüge, so bin ich an meinen Hausgewässern vor allem auf Graserjagd. Um nicht mit den anderen Anglern an dem doch recht kleinen 3-4 ha großen Weiher zu konkurrieren, beschränke ich das Angeln auf Abende von 3-6 Stunden unter der Woche. In dieser Zeit bereite ich die Plätze, die ich direkt vor den Füßen auf maximal 30 m Distanz anlege, täglich mit viel Mais vor.

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Seit vergangenem Jahr habe ich meine Montagen hierfür etwas umgestellt und gemerkt, dass ich einen deutlichen Anstieg an gefangenen Grasern zu Karpfen erhalten habe. An Stellen, an denen ich noch zuvor das Futter auf mehrere Quadratmeter verteilt und mit kurzen Stiff-Rigs fischte, fing ich deutlich mehr Karpfen als Graser. Ich überlegte, ob es nicht noch andere Möglichkeiten gäbe, als sich durch zu angeln. Der erste Gedanke war, mit Schilfblättern zu hantieren, aber durch die Unmenge als Uferbewuchs schien
das weniger gezielt möglich zu sein. Die zweite Variante war, Futtertaktik und Montagen so zu gestalten, dass sich die Karpfen möglichst selten haken sollten.

In der Praxis zog ich das Futterareal auf eine deutlich kleinere Fläche zusammen, bei stehts mehreren Kellen Mais pro Rute. Gleichzeitig kamen ca. 30 cm lange geflochtene Vorfächer zum Einsatz. Aufgrund meiner Beobachtungen im Uferbereich und Unterwasseraufnahmen verhalten sich die Karpfen langfristig wie langsame Staubsauger, vor allem wenn viele kleine Partikel direkt nebeneinander liegen. Bei Grasern dagegen konnte ich auch auf längere Sicht solches Fressverhalten nicht beobachten, wobei sich diese zumeist sehr viel häufiger nach einer Futteraufnahme wieder aufrichten.

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Diese Taktik funktionierte sogar sehr viel besser, als ich es erwartete. Es folgten nun größtenteils Graser, sodass ich mich nicht mehr durch die Karpfen durchangeln musste, um einen der Torpedos zu fangen. Gefühlt ist der Sommer schon fast wieder vorbei aber ich freue mich schon sehr auf meine Lieblingszeit, den Herbst, denn es steht wieder Bootsangeln an einem großen Stausee an.

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Mehr über Tobias und seine Angelei erfährst du