Es ist die Beule, ich habe es doch gewusst! Das war ein Fang auf Ansage!

Inzwischen sind es schon einige Monate. Schon seit dem späten Frühjahr halte ich meine Spots an zwei verschieden Baggerseen unter Futter. Mittlerweile konnte man öfters davon lesen, dass ich auf Dauerfutterplätze setzte und darin mein Vertrauen habe. Trotzdem muss man immer mit Auge und Fingerspitzengefühl an die Sache heran gehen.

In den letzten Wochen lag eine riesige Hitze über dem ganzem Land. Es war phasenweise kaum zum aushalten. Die Wassertemperaturen gingen in die Höhe und ins Wasser zu gehen war schon keine Abkühlung mehr. Eines meiner Gewässer ließ ich die letzten Wochen ganz in Ruhe und ging dort nicht fischen. An beiden Gewässer senkte ich die Futtermengen und behielt den Luftdruck im Auge. War dieser hoch, fuhr ich auch mal gar nicht zum anfüttern oder ging auf eine minimale Futtermenge zurück. Zweimal war ich zum Fischen los. Dann wenn die Temperaturen kurzweilig sanken. Doch unter 20 Grad sah man das Quecksilber auch da nicht sinken. Der Luftdruck war hoch und die Rute abseits vom Futter, die recht flach lag, brachte mir jeweils einen kleinen Schuppi.

Proline Carp Products Christian Scheller1 -  - karpfenangeln, Fuffi, Baggersee

Ich wartete auf Abkühlung und das uns von Hitze und warmen Temperaturen erlösende Tiefdruckgebiet. Dies kam und brachte hier bei uns in der Gegend Unwetter mit extremem Sturm, der ganze Baumreihen zum Abknicken brachte. Wie Streichhölzer fielen die Bäume um und entwurzelten sich. So lagen die Baumkronen auf dem Weg zum See am Straßenrand. Was eine Energie die Natur entwickelt. Respekt sollten wir vor Mutter Erde und ihrer Kraft haben.

Die Nacht nach dem Unwetter wollte ich fischen gehen. Doch es saß ein anderer Karpfenangler auf der Stelle, von der aus ich meine Spots befischen kann. Enttäuscht blieb ich zu Hause und widmete die Zeit meiner Frau und den Kindern. Das Wochenende war dann noch mit Familienfeiern belegt. Voller Anspannung hatte ich den Windfinder im Blick und vereinbarten mit meiner Frau eine Angelnacht zum Wochenbeginn. Währenddessen konnte ich beobachten und hören, dass die ersten Tage und Nächte nach dem Unwetterin den Seen meiner Umgebung nix ging.

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Mit gemischten Gefühlen fuhr ich dann nach dem ersten Arbeitstag der neuen Woche abends zum See. Zu meiner Frau sagte ich noch, ich bin mir nicht sicher ob die Fische beißen. Ein Blank scheint mir möglich aber vielleicht ist es auch Zeit für einen der Großen. Am See angekommen kam noch während des Aufbauen mein Freund Andre´ vorbei. Wir quatschten so vor uns hin, während ich nach und nach alles aufbaute. Wir sind vertraut und kennen uns, das Gewässer und teilweise auch die Fische, die hier so ihre Kreise ziehen. Wir unterhielten uns über einen Fisch, der den Namen „die Beule“ trägt. Ein Fisch, den Andre´ vor zwei Jahren einmal gefangen hatte. Er musste kurze Zeitspäter los und sagte, dass die Bedingungen nicht ideal seien, um zum Erfolg zu kommen. Doch wenn was geht, dann ein Großer wie “die Beule“. Ich meinte: „wahrscheinlich ist es so“.

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Die Nacht brach an. Es blieb ruhig. Immer wieder wurde ich kurz wach und dachte weshalb nix geht? In der Morgendämmerung schaute ich über den See und ging davon aus, dass ich in einer Stunde blank einpacke werde. Ich schlief wieder ein. Drei oder vier einzelne Pieper weckten mich. Mit dem Blick auf den Hänger gerichtet, zog er sich hoch und mein Delkim leuchtete grün auf. In diesem Moment knallte der Hänger unter den Blank der Rute und der Delkim überschlug sich. Rein in die Watstiefel, ran an die Rute und die Bremse surrte. Bei der ersten Flucht merkte ich sofort, dass ich es nicht mit einem kleinen Fisch zu tun hatte. Langsam zog der Fisch in meine Richtung. Als ich das erste Mal den Schlagschnurknoten sah, wurde mir etwas bange. Ich dachte ernsthaft ich könnte diesen Fisch noch ausschlitzen. Ich erinnerte mich an einen kürzlich angehörten Podcast. Danach sagte ich einige Male laut ich kriege dich, ich catch dich, du kommst in meinen Kescher. Nur kurz danach schlossen sich die Maschen um den Fisch.

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Am ausgestreckten Arm blickte ich in den Kescher und sah von weiten einen ordentlichen Nacken. Als ich das Netz anhob und direkt hinein blickte in den Kescher konnte ich es nicht glauben. Es war “die Beule“. Unfassbar was manchmal passiert. Dazu hatte sie das mir bis dato höchste bekannte Gewicht und ist für mich der zweite Fuffi in diesem Jahr. Ich dachte wieder an den oben genannten Podcast und Mindnest….Wenn ich im Kopf auf Erfolg eingestellt bin und den Fisch will, dann wird er auch kommen! Selten war ich so fokussiert am Wasser wie in diesem Jahr. Dann passieren einfach die unfassbaren Dinge.

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