Die Natur „erwacht“ zum Leben. Viele von uns Petrijünger – inkl. mir – juckt es förmlich unter den Fingernägeln, wieder ans Wasser zu kommen und die ersten Erlebnisse zu sammeln. Für mich ist der Frühling eine ganz besondere Zeit. So gern ich auch in den anderen Jahreszeiten angeln gehe, gehört doch dieser Jahresabschnitt zu der schönsten Zeit, an der ich am Wasser sitze. Es ist für mich immer etwas ganz Besonderes, nach der Winterruhe die ersten „müden“ Karpfen zu überlisten. Nebenbei erlebt man, wie die Natur wieder lebendig wird. Die Stille des Winters ist vorbei, das Vogelgezwitscher belebt den Wald, Knospen und Blüten verzieren die Landschaft. Wenn man Glück hat, zeigen sich die ersten warmen Sonnenstrahlen, meist bei angenehmen Temperaturen, und dennoch sind erst wenige andere Wassersportler, geschweige Badegäste, am Wasser und man kann seine Passion zu 100% ausleben.

twelvefeetmag wolfgang enzlmüller eddy sterckx frühlingskarpfen 9 -  - Wolfgang Enzlmüller, Karpfenangeln im Frühling, Eddy Sterckx

Fallenstellen bringt im Frühling den Erfolg

Im Frühjahr ist gerade das Fallenstellen meiner Meinung nach deutlich erfolgsversprechender als vergleichsweise im Winter, natürlich immer gewässerabhängig. Es gibt jedoch einige Punkte, die man beachten sollte, um speziell an stehenden Gewässern erfolgreich zu sein:  Am besten man sucht sich flache Stellen, die von der Sonne schnell aufgeheizt werden. In solchen „Warmwasserzonen“ tummeln sich vermehrt unsere Freunde und beginnen mit der Nahrungssuche.

twelvefeetmag wolfgang enzlmüller eddy sterckx frühlingskarpfen 7 -  - Wolfgang Enzlmüller, Karpfenangeln im Frühling, Eddy Sterckx

Beim Füttern sollte man nicht zu euphorisch sein. Der Karpfen ist wechselwarm, und auch wenn die Lufttemperatur schon angenehme 15 Grad misst, heißt das noch lange nicht, dass es unter dem Wasser (auch im flachen Bereich) genau so warm ist. Die Karpfen können das viele Futter noch nicht verdauen. Zudem sind die Fische schneller satt, und man füttert die Tiere lediglich, anstatt zu fangen. Deshalb empfehle ich, bloß Fallen zu stellen. Eine Hand voll Boilies genügen.

Als Hakenköder bevorzuge ich gerne einen Snowman, um zusätzlich einen optischen Reiz zu schaffen. Aufgrund der grellen Farbe und hohen Attraktivität greife ich sehr gerne auf die Eddy Sterckx Yellow Dreams zurück. Ein schnellverdaulicher Birdfoodboilie, der intensiv nach Ananas riecht und sehr gut ab 8 Grad Wassertemperatur arbeitet. Als Counterpart zur Yellow Dream wird meine 2. Rute immer mit einer Fischmehlkugel bestückt. Dafür eignet sich sehr gut die Secret Key, da diese bereits bei einer Wassertemperatur ab 5 Grad super arbeitet und einen starken, würzigen Eigengeruch hat. Sollten sich Brachsen oder andere Weißfischen über die attraktiven Kugeln hermachen, dann habe diese mit der Secret Key nicht lange Freude. Der Grund: der Mix ist mit Chiliflocken bestückt, Karpfen lieben die Würze, Weißfische machen meist einen Weg drum herum.

twelvefeetmag wolfgang enzlmüller eddy sterckx frühlingskarpfen 4 -  - Wolfgang Enzlmüller, Karpfenangeln im Frühling, Eddy Sterckx

Punkto Ködergröße bin ich noch klein unterwegs – 12 oder 15 mm. Auch mit Dips, Liquids und Groundbaits darf hantiert werden. Die Fische zu dieser Zeit zu „selektieren“, ist fast nicht möglich, auch nicht mit Vorfüttern. Sollten bei zu viel Aktivität am Futterplatz Weißfische dazukommen und diese zu „lästig“ werden, habe ich noch immer die Chance, mit der Ködergröße auf 20 mm zu wechseln, meist genügt dann diese Art von Selektion. Ziel sollte es aber sein, sich grundsätzlich daran zu erfreuen, mal überhaupt die ersten Fische nach dem Winter zu fangen.

Flussangeln im Frühling?

Aber nicht nur stehende Gewässer haben ihre Reize, auch das Flussangeln, insbesondere die Donau vor meiner Haustüre, hat seinen besonderen Reiz im Frühling. Natürlich ist man am Hauptstrom stark vom Schneewasser abhängig und Plateaus sind oft wegen der starken Strömung schwer zu befischen. Im Frühling suche ich mir – entgegengesetzt zum See – im Fluss die tieferen Strömungskanten. Grund dafür ist, dass das warme Wasser durch die Steinkanten und Wasserwirbeln nach unten gedrückt und gezogen wird. Auch natürliches Futter schwemmt es an solche Plätze gut an, bzw. bleibt auch dort liegen. Daher macht es auf jeden Fall Sinn, sich solche Spots zu suchen.

twelvefeetmag wolfgang enzlmüller eddy sterckx frühlingskarpfen 8 -  - Wolfgang Enzlmüller, Karpfenangeln im Frühling, Eddy Sterckx

Am Fluss heißt es: Futter frei – auch im Frühling

Mit dem Futter sollte man im Fluss ebenfalls nicht sparen, auch nicht im Frühjahr. Nicht nur Karpfen, sondern die gesamte Population in diesem Gewässer nimmt gerne unser Futter an. Zudem verschwemmt es viel Futter aufgrund der Unterwasserströmung und des ständigen Sogs der vorbeifahrenden Schiffe. Wichtig ist, dass die Wanderfische in meine Region gelockt werden und dies gelingt besser, indem man einen Futterteppich präsentiert. Größenmäßig halte ich es aber auch bei der Donau sehr klein, 15 und 20 mm gemischt zum Füttern. Oft halbiere ich die 20er Kugeln, damit sie nicht so leicht wegrollen. On top finde ich es im Fluss sehr sinnvoll, das Futter zu tunen, indem die Boilies eingesoakt und zusätzlich mit gecrushten Boilie vermischt werden, um eine möglichst große und lange Futterspur zu erzeugen.

twelvefeetmag wolfgang enzlmüller eddy sterckx frühlingskarpfen 3 -  - Wolfgang Enzlmüller, Karpfenangeln im Frühling, Eddy Sterckx

Wichtig ist, dass nicht zu viel „Misch-masch“ zusammengemixt wird. Die Boilies von Eddy Sterckx sind meist extrem Geruchsintensiv. Damit hebe ich mich von der Masse ab: die Fische, die die Boilies fressen, merken sich den Geruch bzw. Geschmack und suchen nach weiteren Boilies, auch im Fluss. Es hat sich herausgestellt, dass auch im Fluss der Secret Key der optimale Mix ist, getunt mit einen Secret Key Trigger, den man im 500 ml Kanister kaufen kann. Eine absolute Geheimwaffe im Frühjahr! Als Hakenköder bevorzuge ich wie im See ebenfalls gerne den Snowman mit 15 mm.

twelvefeetmag wolfgang enzlmüller eddy sterckx frühlingskarpfen 1 -  - Wolfgang Enzlmüller, Karpfenangeln im Frühling, Eddy Sterckx

Steilkanten versprechen Erfolg – aber: Vorsicht ist geboten!

Oft befinden sich im Fluss extreme Steilkanten von 1 m auf 4-6 m Tiefe. Auch mit Highpod ist es oft unmöglich, dass sich die Schnur bei einem Anbiss nicht in die Kante „reinfrisst“ und man den Fisch dadurch verliert. Ich lenke die Schnur mit speziellen Umlenkern direkt auf der Kante um, dies ist jedoch in der Strömung nicht ganz ungefährlich. Ein falscher Schritt und die Strömung und deren Untiefen hat einen in der Gewalt. Mit Watstiefel besteht daher Todesgefahr, daher bitte unbedingt eine Schwimmweste zum eigenen Schutz beim Auslegen und drillen verwenden! Beim Anbiss kann sich die Schnur aufgrund des Umlenkers nicht in die Kante schneiden und der Fisch kann sich mühelos in die Strömung stellen. Außerdem hat man weniger Schnur im Wasser. Schnurschwimmer können quasi ausgeschlossen werden und ein weiterer Vorteil des Umlenkens ist weniger Dreck und Müll in der Schnur, die permanent angetrieben kommen.

twelvefeetmag wolfgang enzlmüller eddy sterckx frühlingskarpfen 6 -  - Wolfgang Enzlmüller, Karpfenangeln im Frühling, Eddy Sterckx

Grundsätzlich ist es aber egal, an welchem Gewässer man sein Glück im Frühling versucht. Die Hauptsache ist, dass man die Natur genießt und eine sehr schöne Zeit am Wasser verbringt. Werden die Ansitze dann noch mit schönen Karpfen belohnt, dann gibt es doch nichts Schöneres, als unsere Passion auszuleben, und genau um das geht es doch!

Mehr über Eddy Sterckx erfahren