Jeder von euch kennt sie, die Vorfreude auf den bevorstehenden Trip. Die Arbeitstage ziehen sich schier ins Unermessliche. All die Entbehrungen sowie coronabedingte Angelverbote und überlaufene Gewässer steigerten diese Freude nur noch mehr. Nicht zuletzt sollte dieser Trip etwas ganz besonderes werden, da ich ihn mit meinem guten Freund Andreas bestreiten sollte.

Um den Trip bestens vorzubereiten, habe ich mich bereits Tage zuvor auf den 400 km langen Weg nach Holland in die Pro Line Zentrale gemacht, um mein Auto mit ausreichend Baits zu füllen. So mussten am Vorabend nur noch fix die Klamotten – inklusive Bier und gutem Essen – im Auto verstaut werden und der Trip konnte beginnen.

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Los geht´s, die Session startet

Endlich, der Tag der Tage war gekommen. Selten steht man vom Dröhnen eines Weckers, mitten in der Nacht, so gerne auf, wie vor einem solchen Trip. Noch schnell unter die Dusche und dann ab ins Auto, um die 850 km in Richtung des großen deutschen Natursees, hinter mich zu bringen.

Andreas, der aufgrund der Nähe zum See bereits zwei Tage zuvor anreißen konnte, hatte bisher noch keine Aktion. Da sich das Wetter jedoch ändern sollte, sprich fallender Luftdruck sowie auflandiger Wind, entschlossen wir uns mit der Hoffnung, dass die Jungs nun mit dem Fressen beginnen, den Platz weiter zu befischen. Immerhin hatte Andreas zwei Wochen davor dort richtig gut abgeräumt.

Aufmerksamkeit am Platz: Meine Futterwahl

Unser Camp befand sich idyllisch gelegen im Flussdelta des Sees, wo wir dennoch gute 70 ha Wasserfläche vor unseren Füßen hatten. Durch den Einsatz einer Drohne, konnten wir relativ schnell sehr markante Spots ausmachen. Unter anderem eine große, von Fresslöchern übersäte Sandbank. Dass hier zwingend eine Rute liegen muss, war uns beiden sofort glasklar, und somit landete eine von Andreas Ködern auch genau dort. Seine anderen Ruten verteilte er relativ Ufernah an Krautbänken und Schilfkanten in Tiefen von 80-18 0cm.

Ich hingegen entschied mich für den linken Teil, in dem sich einige Hot Spots in Form von Totholz und umgestürzten Bäumen befanden. Bei der Köderwahl habe ich mich einmal mehr für Schneemänner aus NG-Squid coated Hookbaits mit grünen Fluo Pop-Ups und NG-Squid Hookbaits mit Crayfish coated Pop-Ups entschieden. Um die Köder herum fütterte ich großzügig NG Squid sowie Crayfish Boilies in 15 mm. Mit den beiden anderen Ruten war es der Plan, fernab der Futterplätze Fallen zu stellen. Eine Rute landete schließlich an einer steilen Kante von ca. 1,20 m auf 2,90 m sowie die andere vor einer großen Krautbank im Übergang von Kies auf weichen Sedimentboden in etwa 2,50 m Wassertiefe. Als Köder sollten hier Coated Nutrition Hookbaits und XXL Black Tigers dienen.

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Bringt der Wetterwechsel Fisch?

Aufgrund der vergangenen Strapazen versank ich letztendlich relativ schnell, noch vor dem Sonnenuntergang, in meiner Liege. Bedauerlicherweise konnten wir auch in der folgenden Nacht keine Aktion vermelden. Da uns der Wetterwechsel jedoch erst noch bevorstand, machte uns dies kaum Sorgen. Immerhin lag der Luftdruck noch bei über 1030 hPa und sollte erst in den kommenden zweit Tagen auf ca. 1010 hPa fallen. Durch die leichten Gewitter, die zudem gemeldet wurden, machten wir uns Hoffnung auf ideale Bedingungen.

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Das Vertrauen in die Köder stimmt

Jeder, der regelmäßig an großen Naturseen angelt, kann uns mit Sicherheit folgendes bestätigen: Diese Dinger schreiben einfach ihre eigenen Gesetze! Mögen die Bedingungen noch so gut sein, schweigen die Bissanzeiger, hingegen kann man auch unter den miesesten Bedingungen Sternstunden erleben. Und so blieben auch unsere Bissanzeiger erst einmal nach dem Wetterwechsel still.

In solchen Momenten oder Phasen ist es oft wichtig, die Ruhe zu bewahren. Natürlich hätten wir moven können, jedoch hatten wir absolutes Vertrauen in unsere Platzwahl sowie die Köder. Zudem entschädigten Rehe, die wir in unmittelbarer Nähe beim Grasen beobachten konnten, und Ringelnattern, die sich vor unseren Füßen sonnten, zumindest zum Teil die momentane Beissflaute.

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Am dritten Abend, wie so oft, genau beim Essen nun endlich die Wende. Meine linke Rute, die sehr flach vor einer Krautbank lag, schoss voll los. Nach einer kräftigen Flucht schwieg der Bissanzeiger jedoch wieder. Schon bei der Kontaktaufnahme war mir klar, dass dieser Fisch kerzengerade ins Kraut geflüchtet sein musste. Ich fuhr mit dem Boot zum Fisch und es begann ein wahrer Gewaltakt. Kraut, Kraut, Kraut soweit das Auge reicht und inmitten hoffentlich noch das Tier, weswegen wir hier sind. Diese Momente, in denen man nicht weiß, ob der Fisch noch am Haken hängt, sind nach drei Tagen blank einfach furchtbar. Gefühlt eine halbe Stunde dauerte der Kampf mit dem Bewuchs, letztendlich konnte ich aber einen völlig erschöpften Spiegler über die Maschen ziehen. Unsere Freude war in diesem Moment riesig und wir tankten damit neue Motivation für die folgenden Tage.

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Läuft der Futterplatz jetzt?

Es dauerte zwar bis zum nächsten Abend, jedoch konnte ich direkt noch eine wahre Schönheit auf der Habenseite verbuchen. Nur eine Stunde später lief die gleiche Rute erneut und ein kurzer, kompakter Spiegler kam zum Vorschein. Nun langsam schien also der Platz anzulaufen. Andreas konnte jedoch bis dato nur einen Aussteiger und einige große Brassen verzeichnen. Nun hieß es für die letzte Nacht auf sein Bauchgefühl zu vertrauen und alles bzw. fast alles auf eine Karte zu setzen. Er beköderte folglich drei seiner vier Ruten mit den XXL Black Tigers. Den Abend verbrachten wir bei unvergesslicher Szenerie, in unbeschreiblich schöner Natur bei einem Glas Wein und ließen die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren. Die Gedanken an die 850 km Heimreise ließen mich noch einmal ganz bewusst die Atmosphäre aufsaugen und diesen einzigartigen Moment genießen.

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Nachts dann der ersehnte Vollrun auf die Tigernussrute bei Andreas. Der Fisch biss auf der vielversprechenden Sandbank und nahm schnell viel Schnur von der Rolle. Bestimmt 30 Minuten stand ich nervös am Ufer und hoffte auf ein gutes Ende. Sichtlich erleichtert und freudestrahlend fuhr er aber schließlich mit einem Fisch im Kescher zurück zum Platz. Ein auch für mich wunderbarer Moment.

Die restliche Nacht schliefen wir durch und starteten in den ersten Lichtstrahlen zunächst mit Kaffe und Frühstück, ehe wir den Fisch von Andreas ablichten wollten. Als ihm jedoch die Worte „mit dem Doppelbild wird’s dann eben beim nächsten mal was“ über die Lippen kamen, schoss meine Rute, die vor dem Krautfeld lag, los. Glücklicherweise konnte dann auch ich letzten Endes noch einen Fisch zur Fotosession bringen und wir bekamen unser Doppelfoto.

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