Herbst? Die Zeit ist noch nicht angebrochen und bevor wir uns den großen Futterplätzen und krassen Futtermengen widmen, versuchen wir es gemeinsam mit Daniel Weigand noch einmal Instant. Genau, quasi ohne vorzufüttern und ohne, dass wir nur einen Gedanken daran verschwänden die Futterkelle zu schwingen. Wir wollen Fische fangen, ohne große Vorbereitung und ohne großen Aufwand. Mal sehen ob es klappt und ob Daniel Weigand uns mit den richtigen Tipps unter die Arme greift. Wir überlassen ihm das Wort und geben an einen Instant-Profi ab. Check seine Tipps und probier es vor dem Herbst unbedingt auch noch einmal instant! Ruten raus, Köder dran, los geht´s

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Spätersommer – alles was noch über 10 Grad ist

Zu den Sommermonaten zählt für mich der Zeitraum nach der Laichzeit bis zu den Nächten, in denen die Temperatur wieder regelmäßig und deutlich unter die 10 Grad Marke fällt – sprich in etwa im Zeitraum Anfang Juni bis Mitte/Ende September. Also im Grund genommen genau jetzt.

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Keine Kohle. Keinen Bock. Ich mach´s instant!

Der Sommer kann, wie jeder wahrscheinlich schon mehrmals selbst erlebt hat, sehr launisch für uns Karpfenangler sein. Hauptsächlich Hochdruckwetter mit viel Sonnenschein, windstill, wenig Regen, natürliche Nahrung ohne Ende und extrem hohe Wassertemperaturen. Unsere Zielfische stehen oft wie versteinert im Totholz oder ziehen in Zeitlupe dicht an der Oberfläche entlang. Vermutlich macht ihnen der wenige Sauerstoff im Wasser zu schaffen. Dies konnte ich bisher in jedem Sommer und an verschiedenen Gewässern beobachten. An den Haken bekommt man sie in solchen Momenten nur äußerst selten. Die besten Chancen auf kreischende Bissanzeiger hat man dann Nachts und in den frühen Morgenstunden. Weitere gute Chancen auf Fisch hätte man auch mit einem dauerhaft angelegten Futterplatz, welchen die Fische regelmäßig anschwimmen und sich ohne große Mühe den Bauch vollschlagen können. Jedoch hat nicht jeder die Zeit, das Geld oder die Lust so etwas über drei Monate am Stück durchzuziehen. So in etwa erging es auch mir in diesem Sommer. Die fehlende Zeit und das passende Gewässer, das für einen Langzeitfutterplatz in Frage kommt, war nicht wirklich gegeben. Somit machte ich nur spontane einzelne Nächte – aber das mit regelmäßigem Erfolg.

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Die Taktik, um instant erfolgreich zu sein

Meine Taktik sah bei jeder Session gleich aus: Am See angekommen, musste ich häufig den erstbesten Platz nehmen der noch frei war, da in der momentanen Lage die meisten nur an ihren Hausgewässern unterwegs sind. Habe ich einen Platz bezogen und es zeigen sich an diesem keine Karpfen in Form von springen oder rollen, wird erstmal mit der Markerrute und dem Markerblei das Areal ausgelotet um zu sehen, in welcher Entfernung sich besondere Bodenstrukturen, Hindernisse und Untergrundbeschaffenheiten befinden. Dies kann schon mal locker eine halbe Stunde Zeit in Anspruch nehmen. Habe ich etwas gefunden, was ich für Gut befinde, wird die Schnur, je nach Gewässertiefe, etwas kürzer eingeklippt und die Spomb montiert.

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Das richtige Futter bei der Instant-Karpfenangelei

Nun geht es ans Futter: Im Sommer, wenn die natürliche Nahrung am explodieren ist, ist es für mich umso wichtiger nur äußerst hochwertige und attraktive Boilies zu verwenden, da diese trotz der vorhandenen Nahrung in Form von Muscheln, Schnecken, Krebsen, usw. immer wieder gerne angenommen werden. Ich vertraue hierbei voll und ganz auf das Sortiment von Bullet Baits, da ich weiß, dass dort nur die besten und hochwertigsten Zutaten verarbeitet werden. Neben den Boilies kommt aber auch noch frisch gekochter Hanf zum Einsatz. Gefüttert werden dann pro Spot etwa zehn Spombs im Radius von etwa zehn Metern. Danach werfe ich mit dem Wurfrohr noch einige Boilies dazu. Der Gedanke dabei: Der Hanf gibt im Wasser sofort sein Öl ab und dieses steigt dann vom Grund bis zur Oberfläche. Bei leichtem Wellengang kann man dieses Spektakel übrigens schön beobachten. Somit habe ich nun in der gesamten Wassersäule Lockstoffe verteilt und neugierige/hungrige Karpfen folgen diesen zum Gewässergrund, wo dann die kleinen schwarzen Körnchen auf sie warten. Liegen dann noch, wie bereits erwähnt, hochattraktive Teigkugeln hier und dort mit dabei, gibt es für die Karpfen kein Halten mehr. Dies konnte ich mehrfach feststellen, da des öfteren beide Ruten innerhalb weniger Minuten abliefen. Ist dies der Fall, dann wird nach dem erneuten auswerfen, vorerst nur noch mit Boilies gefüttert. Erst wenn nach einigen Stunden keine Bisse mehr kommen, weil die Fische vermutlich gemerkt haben, dass die Sache einen Haken hat, dann kommt auch wieder die Spomb mit dem Hanf zum Einsatz und das Spiel kann von vorne beginnen. Besonders in Verbindung mit einem einzelnen White Tigernut Boilie am Haar, konnte ich im bisherigen Sommer überdurchschnittlich viele und große Karpfen auf die Matte legen. Vom sogenannten Sommerloch gab es keine Spur.

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Die Gründe? Relativ schwer zu erklären

Ob es nun am verrückten Sommer mit seinen zeitweisen doch relativ kalten Nächten lag, an meinem Futter und der Taktik oder doch einfach nur Glück war, kann natürlich niemand mit Sicherheit sagen. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus allem und ich bin gespannt was die nächsten Wochen noch alles in meinem Kescher landen wird. Danach geht es dann langsam aber sicher in den Herbst hinein und es wird allmählich auch wieder weniger Verkehr an den Gewässern geben. Dann wird mein Hauptaugenmerk auf einem Futterplatz liegen, welcher mit proteinhaltigen Fischmehlködern, wie dem GLM-Force und Tuna/Berry, aufgebaut wird.

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