Seit einigen Jahren ist ihm dieser eine Fisch nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Immer wieder hat es ihn zu dem kleinen Baggersee gezogen, in dem er ansässig sein sollte. Vor einigen Tagen erreichte uns dieser Fangbericht von Jan Gailing, in dem er uns auf mit auf die Jagd nach dem sagenumwobenen Schuppenbrett mitnimmt. Los geht´s.

Als ich im Sommer 2016 zu meiner Freundin an den Niederrhein zog, war ich schier überfordert von der Masse an potenziellen Gewässern. So viele Seen und Flüsse mit guten Fischen war ich aus meiner Heimat, dem Taunus, absolut nicht gewohnt. Ein Bekannter meiner Freundin erzählte mir von einem kleinen Angelverein direkt vor unserer Haustür, der an einem kleinen Baggersee ansässig war. Dieser war für mich der perfekte Ausgangspunkt, um ein paar Fische zu fangen und ein paar neue Kontakte zu knüpfen.

twelvefeetmag zielfischjagd beim karpfenangeln 2 -  - Zielfisch, Karpfenangeln am Baggersee, Jan Gailing

Nach ein paar anfänglichen Fischverlusten durch Muscheln und Hindernissen unter Wasser, stellte ich meine Angelei etwas um: Mit Pop-Ups und wenig Blei versuchte ich, die Fische schneller vom Grund weg zu bekommen. Dies funktionierte auch sehr gut und ich konnte einige schöne Fische landen. Im Winter konnte ich dann nach einem zähen Drill einen überraschend großen Spiegler fangen, der nur knapp an der 20 Kilo Marke vorbei schrammte. Die Freude über diesen urigen Fisch war natürlich groß, vor allem weil ich dort nicht damit gerechnet hatte.

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Der Fisch geht mir nicht aus dem Kopf

Nach diesem Fang erzählte mir ein Vereinskollege von einem noch größeren Schuppi, der in dem Baggersee schwimmen sollte. Allerdings wusste er nicht, ob sich der Fisch noch im Gewässer befand oder ob es ihn überhaupt noch gab. Das machte mich natürlich richtig heiß. Nach ein paar intensiven Wochen und einigen gefangenen Fischen, geriet jedoch erstmal der große Strom in meinen Fokus und erforderte meine volle Aufmerksamkeit, wenn ich dort zum Erfolg kommen wollte. Zusammen mit einem guten Freund konnte ich dort nach intensiver Vorbereitung ein tolles Wochenende mit ein paar starken Fischen erleben.

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Danach zog es mich zusammen mit meiner Freundin für ein Jahr nach Spanien an den Ebro. Jedoch geisterte mir auch dort immer mal wieder der große Schuppi aus dem kleinen Baggersee im Kopf herum und somit war klar, dass ich dem Verein nach unserer Rückkehr wieder beitrat. Allerdings war ich gleichzeitig auch viel in Holland und anderen, größeren Gewässern der Region unterwegs, wodurch ich hauptsächlich kurze, schnelle Nächte an dem kleinen Baggersee machte. Die Fänge konnten sich trotzdem aber auch weiterhin sehen lassen.

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Ausdauer zahlt sich aus

Anfang November fuhr ich nach der Arbeit direkt an den See. Nachdem das Camp stand und ich nach längerer Beobachtung keine aktiven Fische ausmachen konnte, die verraten hätten, wo die Fische aktiv waren, entschloss ich mich, eine kleine Sandbank zu befischen, die zwischen viel Kraut in den See hineinragte und stark von Wasservögeln frequentiert war. Ich wartete mit dem Füttern bis sich die Blässhühner nach der Dämmerung vom Spot verzogen hatten und schoss dann einige Boilies und Pellets oben auf die Sandbank. Dort platzierte ich einen Sweet Dream Schneemann und unten an die Kante kam ein einzelner Birdfruit Pineapple Pop-Up, beides aus dem Hause CoD-Baits.

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Nach einigen halbstarken Fischen, die auf dem Futterplatz abliefen, meldete sich am frühen Morgen die Pop-Up-Rute mit einem kräftigen, ruhigen Lauf. Sofort hatte ich im Gefühl, wer sich da den kleinen Bait abseits des Futterplatz weggesaugt hatte. Doch sollten unfassbare 40 Minuten harten Drills vergehen, in denen der Fisch durch mehrere Hindernisse zog und der 60er Snagleader mehrmals zeigen musste, was er kann, bis der Fisch endlich im Kescher lag. Der Iseama Handground von BKK saß zum Glück bombenfest in der Unterlippe des für mich persönlich absoluten Traumfischs. Dieser wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.

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