Ende Oktober ging es für Jens Schneider auf eine Session, die er über 4 Wochen vorbereitet hat. Dennoch war die Ausgangslage schwierig. Er war nicht der einzige, der den Spot befischte und außerdem war das Wetter sehr stürmisch. Doch dann kam alles anders. Aber überlassen wir am besten Jens direkt das Wort, los geht`s.

Vorbereitung zahlt sich aus

Es war einer dieser Sessions, an die ich ohne jegliche Erwartung herangetreten bin. Ich bereitete meinen Spot 4 Wochen mit den Hardcore Fish und Tigernuss Hanf Boilies von Karpfenhans vor. Ich merkte jedoch, dass ich nicht der einzige war, der diesen Spot befischte, ich bin beim Füttern beobachtet worden. Nun gut, dachte ich mir und befütterte diesen Spot trotzdem insgesamt 4 Wochen, 3-4 mal die Woche.

Am Abend zuvor baute ich in aller Ruhe mein Camp auf. Doch es kam, wie es kommen musste und mein Deeper verabschiedete sich. Ganz oldshool habe ich also damit begonnen, zu loten. Die Nacht war wettertechnisch extrem stürmisch. Ich musste mein Rod Pod, meinen Kescher und meine Abhakmatte mehrere Male aus dem Gebüsch fischen, da es weggeweht wurde. Morgens legte ich dann die Ruten neu aus, da wir sehr mit Krebsen zu kämpfen hatten und ich sicher sein wollte, dass der Köder noch dran ist.

twelvefeetmag erfolgreiche karpfensession jens schneider 2 -  - Jens Schneider

30 Minuten nachdem ich die Ruten ausgebracht habe, lief die Rute mit dem Hardcore Fish Boilie ab und lieferte mir einen sehr schönen und kniffligen Drill. Warum knifflig? Zwischen dem Spot und meinem Platz waren einige Baumstümpfe und ein kleiner Unterwasserwald. Alles wurde erfolgreich überwunden und der goldige Schuppi kam hervor. Der erste Fisch nach einer langen Durststrecke!

Unperfekt ist besser

Nachdem der Schuppi erfolgreich gekeschert und versorgt war, hatten wir ihn gerade auf der Matte, als der zweite unfassbare Fisch dieser Session ablief. Der Drill war sehr seltsam. Er lief erst wie ein D-Zug ab und dann passierte im Drill erstmal nichts mehr. Ich dachte erst, es war eine Brasse oder er wäre abgerissen. Als er Richtung Ufer kam, merkte ich, wie etwas von links nach rechts und zurück schwamm. Keine Gegenwehr, nichts. Kurz vorm Kescher kam er hoch, es war definitiv kein schlechter Fisch, jedoch gab er ganz schnell auf und drehte sich mit dem Bauch direkt nach oben. Als wir ihn auf der Matte hatten, sahen wir, dass es kein Unbekannter war. Dieser Fisch wurde dieses Jahr zum 3. Mal gefangen, jedoch ca. 1,5 km entfernt von dem Gebiet, in dem er sich sonst eigentlich aufhielt. Was ist passiert? Zog er wirklich ständig kilometerweit durch den See? Wurde der Druck im Gebiet so groß? Wir wussten es nicht.

twelvefeetmag erfolgreiche karpfensession jens schneider 1 -  - Jens Schneider

Ein Fisch, der gezeichnet war, von der harten Natur. Der Körper war übersät mit Narben und kleineren Verletzungen. Die Brustflosse war zweigeteilt und verwachsen. Dieser Fisch offenbarte mir das harte Leben unter Wasser. Der tägliche Kampf ums überleben. Der tägliche Kampf gegen die Angler und gegen die Angriffe der Raubfische.

Der Fisch war sehr ruhig auf der Matte und hätte alles mit sich machen lassen. Es ist mir im Leben noch nicht untergekommen, dass ein Karpfen sich nicht einmal gewehrt hat. Der Fisch imponierte mich so sehr und lehrte mich eins, schätze jedes Lebewesen auf dieser Welt und behandel es so, wie du dich selbst behandeln würdest.

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