95% seiner Angelzeit verbringt Philipp Resch direkt vor seiner Haustür am schönen Main. Er ist quasi der perfekte Ansprechpartner, wenn es um das Thema Flusstackle geht. Einige seiner Ausrüstungsgegenstände hat er über die letzten Jahre hinweg sehr zu schätzen gelernt. Doch lassen wir den sympathischen Oberfranken selbst zu Wort kommen und über seine Angelei am Main erzählen.

Philipp Resch über Tackle am Fluss

Mein Tackle hält sich für ein Wochenende am Fluss relativ überschaubar. Ein kleines Schlauchboot, das aufgeblasen in den Innenraum des T5 Bus passt. Das kleine Packmaß ist wichtig um auch mal spontan eine schnelle Nacht am Fluss ansitzen zu können. Dazu gehört ebenso ein starker 45lbs E-Motor sowie eine zuverlässige LiFePo4-Batterie mit 80Ah dazu. Zwei Taschen – in der einen etwas Verpflegung fürs Wochenende und in der anderen diverses Tackle & Baits, wie zum Beispiel Schlagschnur, Bleie, Waage, Köder usw. Ein Schirm und eine Liege mit Schlafsack gehören ebenso dazu. Zwei Ruten sowie die Abhakmatte, in der Kescher, Rod Pod, Fotostativ etc. sicher verstaut sind, runden das Tackle fürs Wochenende am Fluss stimmig ab.

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Das richtige Boot – ein Schlauchboot

Wie schon erwähnt, gehört ein kleines Boot mit 2,10 m zu meinen festen Ausrüstungsgegenständen. Da am Fluss relativ viele Stellen vom Ufer aus, aufgrund von starkem Uferbewuchs, nicht betreten werden können, werden die Plätze mit dem kleinen Boot angesteuert. In das kleine Boot passen alle Ausrüstungsgegenstände rein – sogar mein Hund (Labrador) hat noch Platz im Boot. Das P.R. 210er Boot hat auf der Unterseite komplett rundumgehende Scheuerschutzleisten, die das Boot perfekt auf den rauen Steinen am Flussufer vor Beschädigungen schützt. Ein kleines, aber feines Detail, das die Lebensdauer des Bootes um ein vielfaches erhöht!

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Das richtige Endtackle  – stark und zuverlässig

Das Endtackle fällt im Fluss etwas gröber und stärker aus, als in den meisten Kiesgruben und Baggerseen. Als Vorfachmaterial setze ich hier seit eh und je das Quicksilver in 45 lbs von Kryston ein. In diesem Material sind Kevlar- & Aramidfasern eingearbeitet, die einen Abriss so gut wie unmöglich machen… Bevor das Material reißt, bricht vorher die Rute durch – garantiert.

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Dazu ein starker Gaper Hook in der Größe 6 und ein 300 Gramm Grippa Blei im Safety-Clip und die Montage ist perfekt. Mir ist wichtig, dass die Montage unkompliziert zu binden ist und nicht all zu viele Komponenten aufweist. Warum so ein schweres Blei? Bei starker Strömung und Schiffsverkehr bleibt die Montage, egal ob an der Flusskante oder in der Rinne, immer perfekt liegen und erlaubt so eine ideale Köderpräsentation – auch bei regelmäßigem Schiffsverkehr von Schubverbänden oder Ausflugsdampfern!

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Die richtige Schlagschnur ist wichtig!

Ebenso gehört zu meinen Ausrüstungsgegenständen eine starke Schlagschnur mit mindestens 0,60 mm oder gar 0,70 mm, die immer und überall auf den Rollen mit drauf ist. Ideal sind circa 25-30 m Schlagschnur, so hat man auch noch genug Puffer wenn der Fisch im Drill flussabwärts entlang der Steinpackung zieht und die Schnur aufraut, was im schlimmsten Fall zu einem Schnurbruch führen kann… Eine durchgehende monofile Schnur mit 0,35 mm und stärker ist nicht ratsam da in den Flüssen sehr viel natürliche Nahrung vorhanden ist – unter anderem auch Dreikantmuscheln (Dreissena Polymorpha), und diese extrem Scharf sind. Ein Abriss bei einem Run wäre vorprogrammiert und der Ärger über den verlorenen Karpfen im Fluss groß! Genau deswegen ist es wichtig, eine ausreichend kräftige und abriebfeste Montage zu haben.

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Ohne Rod Pod – vieler Orts fast unmöglich

Das Pod, das ich im Fluss einsetze, positioniere ich immer so, dass die Ruten gen Himmel stehen und so möglichst viel Schnur aus dem Wasser bekomme. Dies hat zwei Gründe: je steiler die Rute steht, desto mehr Schnur bekomme ich aus dem Wasser und somit lindert sich die Gefahr durch einen Schnurbruch durch aufliegende Schnüre an der Kante, die zu 99% aller Fälle mit natürlicher Nahrung, wie z.B. Dreikantenmuscheln übersäht ist und somit ein Schnurbruch vorausprogrammiert ist. Der zweite Grund, warum die Ruten hoch gestellt sind, ist der Druck der Strömung, der gegen die Schnur drückt. Je steiler der Winkel der Schnur aus dem Wasser, desto weniger Druck wird auf die Schnur ausgeübt. Im Herbst wenn das Kraut vom Grund abstirbt und von der Strömung abgetrieben wird, bleibt diese leicht in der Schnur hängen. Stellen Sie sich vor, die Ruten liegen parallel zum Wasser und die Schnur bietet die größtmögliche Angriffsfläche für dieses Treibgut. All das bleibt dann in der Schnur hängen und würde die Montage verziehen, die sie vor kurzer Zeit erst an den Platz geworfen haben.

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Mein Futter – ein wichtiger Punkt

Abschließend möchte ich noch ein paar Worte zu dem von mir eingesetzten Futter im Fluss schreiben. In der Regel füttere ich den Platz drei mal vor , bevor es zum Angeln geht. Pro Anfütterung kommen ca. 15-20 kg Partikel in Form von Mais und Weizen, sowie ca. 10 kg Boilie auf den Platz. Die Partikel sollen die Kleinfische auf den Platz ziehen lassen und somit die Neugierde der großen Karpfen wecken. Mit der Menge an Boilies bleibt somit auch noch genug Futter für die größeren Karpfen am Platz, während die Weißfische und kleinere Karpfen die Partikel vertigeln. Für diesen Zweck haben wir extra einen Boilie namens Feed-Grade Fish entwickelt, bestehend aus 40% Fischmehl, sowie Hefe- & Milchproteine, die mit N-Butyric Acid und Liver Liquid abgerundet werden. Man sieht, für einen eingefleischten Fluss-Angler kann somit einiges an Futter über den Monat verteilt zusammenkommen, wenn die Futterplätze regelmäßig angefüttert werden. Geringe kosten für die Köder sind extrem wichtig, wobei dabei unbedingt auch Qualität eine Rolle spielen sollte!

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Als Hakenköder kommen extra harte und leichtere Bodenköder zum Einsatz. Aufgrund der Härte tun sich Weißfische und vor allem Plagegeister, wie Schwarzmeergrundeln sehr schwer, die Köder zu zerlegen – im wahrsten Sinne des Wortes beißen diese sich daran die Zähne aus. Da Schwarzmeergrundeln keine Schwimmblase haben, haben diese somit ein leichtes Spiel, die Grund liegenden Boilies zu zerlegen – somit auch einen normalen Boilie als Hakenköder. Unsere High-Light Hookbaits jedoch haben einen leichten Auftrieb, der vom Gewicht des Hakens aber wenige Zentimeter über dem Grund gehalten wird, und sorgt damit für eine sichere Köderpräsentation.

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Ich wünsche euch viel Erfolg am Fluss und ein paar dicke Flussnomaden als Krönung eurer Arbeit!

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