Karpfenangeln im Frühjahr hat sein Tücken und Herausforderungen. Eine der großen Aufgaben ist die Taktik, mit der man jetzt agiert. Füttern oder nicht füttern, wenn ja wie viel und wie baue ich eigentlich einen funktionierenden Futterplatz im Frühjahr auf? Fragen, die sich viele stellen. Wir haben Martin Abels um seine Tipps in Sachen Futterplätze im Frühjahr gebeten. Wie er vorgeht, schildert er anhand dreier Tipps zur Taktik und Strategie.

Das Timing ist wichtig!

Auch wenn das Frühjahr nicht gerade die Zeit ist, in der man über (viel) Futter an die Fische kommt, kann es jedoch bei entsprechenden Bedingungen durchaus sinnvoll sein seinen Platz 1- 2 Mal vorzubereiten. Warum nicht länger? Ganz einfach – im Frühjahr sind die Wetterbedingungen oft so unbeständig, dass eine längere Vorbereitungszeit oft unweigerlich dazu führt, dass an Futtertagen oder im ungünstigsten Fall am Angeltag für den präparierten Platz ungeeignete Bedingungen vorherrschen. Ohnehin bin ich der Ansicht, dass es oft sinnvoller ist, sich ein oder zwei Hintertüren offen zu halten, für den Fall, dass der auserkorene Platz besetzt ist oder die Wetterbedingungen nicht passen sollten und ich Fische in einem anderen Bereich des Gewässers vermute oder gar sehen kann. Dieser Leitgedanke gewinnt bei mir ganz besonders im zeitigen Frühjahr an Bedeutung. Dies führt oft dazu, dass ich gar nicht vorfüttere. Ein attraktiver Hakenköder an der richtigen Stelle ist oft die effektivere Variante. Also lautet mein erster Tipp ganz klar:

Lieber kurze, gut getimte Vorbereitung, als stur einen Platz über einen längeren Zeitraum mit Futter zu bombadieren.

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Beachte die Temperatur im Frühling!

Da sich die Temperatur unter Wasser im März und April je nach Gewässertyp häufig noch im winterlichen Bereich befindet, ist der generelle Einsatz von Futter stets gut zu überdenken. Zu viel oder gar schlecht verdauliches Futter kann nicht nur unser Fangergebnis ruinieren sondern, und das ist wohl um einiges schlimmer, auch die Gesundheit der Fische ernsthaft gefährden. Der Verdauungstrakt dieser ist noch nicht auf die Verwertung größerer Mengen Nahrung eingestellt und das Immunsystem nach dem Winter ohnehin geschwächt. Alljährlich beobachtet man jedoch vielerorts das gleiche Schauspiel: Sobald die ersten Sonnenstrahlen die Lufttemperatur in den zweistelligen Bereich steigen lassen und sich das erste zaghafte Grün an den Bäumen und Sträuchern zeigt, zieht es Heerscharen von chronisch unterangelten Huntern an die Ufer der Gewässer. Motiviert bis in die Haarspitzen und die Futtervorräte dank der ein oder anderen (Haus-)Messe bis zum bersten gefüllt, fällt es vielen scheinbar schwer das richtige Maß zu finden. Wie sieht dieses denn nun aus? Pauschal lässt sich die Frage (wie so viele beim Angeln) nicht beantworten, doch gibt es eine einfache Methode diese herauszufinden – prüfe, was sich unten abspielt…

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Kontrolliere deine Spots!

Dank moderner Technik kann man heutzutage auch schon ohne Boot oder Taucheranzug seine Plätze kontrollieren (Stichwort: Fishspy / Waterwolf). Da sich die guten Frühjahrsspots aber häufig sowieso in sehr flachem Wasser befinden, reicht oft auch einfach die visuelle Kontrolle mittels Polbrille. Im Idealfall bringe ich also an mehreren attraktiv erscheinenden, ufernahen Spots kleine Futtergaben aus und kontrolliere am Folgetag welche Plätz angenommen wurden und welche nicht. Die, die offensichtlich von den Fischen (Achtung: auch das Federvieh hat zu der Zeit einen gesegneten Appetit und nimmt unsere Futtergaben im flachen Wasser sehr dankend an) leergefressenen Spots können nun entweder noch ein einziges Mal befüttert, oder aber direkt befischt werden.

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In den Baitbag geschaut

Womit ich füttere hängt natürlich auch im Frühjahr ein Stück weit vom vorhanden Weißfischvorkommen ab. Kommen beispielsweise zahlreiche Brassen im Gewässer vor, kommen immer auch einige wenige große 24 – 30 mm Kugeln dazu. So gehe ich sicher, dass zumindest ein paar Happen für meine Zielfische liegen bleiben. Lassen es die Bedingungen zu, tendiere ich jedoch eher zu kleineren, weicheren Happen. Diese sind für die Fische einfach attraktiver und leichter zu verwerten. Wie oben bereits angesprochen, lege ich besonderen Wert auf eine gute Verdaulichkeit der Boilies, weshalb ich darauf achte den Ballaststoffanteil zu erhöhen (z.B. Haferflocken(-mehl), Weizenkeime/-kleie, Leinsamen), den Fettanteil zu reduzieren und bei den Eiweißen auf eine hohe Bioverfügbarkeit zu achten. Vorverdaute Fisch-, Fleisch-, und Schalentiermehle und Extrakte werden nicht nur diesem Aspekt gerecht, sondern üben auch eine massive Anziehungskraft auf den Karpfen aus. Auch in Punkto Wasserlöslichkeit trumpfen diese Zutaten auf und sind für die sensorische Lockeigenschaft eines Köders essenziell. Für den Instanteinsatz eigenen sich auch leckere, attraktive Kohlenhydratboilies. Füttere ich jedoch 1- 2 Mal vor, dürfen die leichtverdaulichen tierischen Proteine nicht fehlen. Schließlich steht die Laichzeit bevor und hierfür benötigen die Fische nun mal Eiweiß. Zwei Boilies, die all die oben genannten Kriterien erfüllen sind der Crazy Shit und der Tangerine Honey 2.0 aus dem Hause R&L Baits. Neben Boilies verwende ich im Frühjahr aber auch sehr gerne Dosenmais, ungekochten Boilieteig und Hanf. Bei zu hohem Wasservögelaufkommen rate ich jedoch von dem auffälligen Dosenmais dringend ab. Zusammengefasst lautet mein dritter Tipp also:

Leicht verdauliches, wasserlösliches attraktives Futter verwenden, ohne hierbei die Mitesser außer Acht lassen.

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