Der Sommer erlebt gerade ein Comeback – zumindest bei uns in Nordrhein-Westfalen. In diesem Beitrag erläutert Nils Burch, wie du den September nutzen solltest, um beim Karpfenangeln im Spätsommer erfolgreich zu sein und um jetzt deine Futterplätze für den anstehenden Herbst richtig vorzubereiten. Los geht´s, Nils.

Das Angeln im September ist für mich in den vergangenen Jahren zu der erfolgreichsten Zeit des Jahres geworden. Die warmen Sommerwochen ziehen sich mittlerweile bis in den September hinein, nicht selten erreichen wir anfangs noch Temperaturen bis über die 30°C-Marke. Dementsprechend hoch ist auch noch die Wassertemperatur, was bedeutet, dass auch die Fische durchaus sehr aktiv nach Fressbarem suchen.

Futterplätze für den Herbst vorbereiten

Genau die richtige Zeit also, um spätestens jetzt die Plätze für den anstehenden Herbst vorzubereiten. Auf den richtigen Plätzen an dem passenden Gewässer kann es hier auch etwas mehr Futter sein. Denn der Wetterwechsel in Richtung Herbst wird definitiv kommen und genau dann kann man am Wasser wahre Sternstunden erleben.

Die Fische haben in vielen Gewässern nun schon etwa ein halbes Jahr Angeldruck hinter sich, aber mit ein paar kleinen Kniffen und hochqualitativem Futter kann man dennoch den ein oder anderen misstrauischen Karpfen zusätzlich überzeugen.

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Vorbereitung ist meiner Ansicht nach der wichtigste Faktor, denn gut vorbereitete Plätze sind das A und O. Im 2-Tagesrhythmus konstantes Einbringen von Futter steigert definitiv den Fangerfolg. Dabei sollten jedoch nicht sinnlos Boilies versenkt werden, sondern am Besten die Plätze vor dem nächsten Futtereintrag mittels Unterwasserkamera, Aquascope oder ähnlichem kontrolliert werden. Je nachdem, kann dann auch die Futtermenge erhöht werden. Anfangen würde ich dennoch mit 2-5 Kilo Boilies alle 2 Tage. Natürlich kommt es hier auf das Gewässer an, aber in der Regel fährt man damit sehr gut. Mit dieser Vorgehensweise schafft ihr Vertrauen zu euren Ködern und auch euren Plätzen, darauf kommt es schlussendlich an. Auf Partikel verzichte ich dabei komplett, denn die Weißfische sind aufgrund der Wassertemperatur immer noch sehr aktiv. Bei der Boiliegröße mische ich 16 mm sowie 20 mm und 24 mm, hauptsächlich damit sich die Karpfen nicht auf eine Größe einschießen. Zudem spreche ich damit auch verschiedene Fischgrößen an und kann in meiner Ködergröße am Angeltag variieren.

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Unscheinbare Plätze wählen

Ich persönlich bevorzuge dabei Plätze mit gleichbleibender Tiefe, die relativ unscheinbar wirken. Einfach aus dem Grund, weil die bekannten Spots wie Sandbänke, Totholz, Krautfelder und Kanten nun schon etwa ein halbes Jahr Angeldruck erfahren und quasi totgefischt sind. Hierbei gefallen mir Tiefen zwischen 3 m und 8 m, je nach Gewässer. Vorteil dieser unscheinbaren Plätzen ist ebenfalls, dass dort meist keiner fischt und ihr so in Ruhe eure Plätze vorbereiten könnt. Stay undercover!

Anders als die anderen – meine Futterwahl

Zudem achte ich hierbei sehr auf die Auswahl meines Futters, dieses besteht aus genau den beiden Boiliesorten, die ich am Angeltag fischen will. Meist findet hier ein solider Fischboilie und meine geliebten GLM den Weg ins kühle Nass. Diese sind bei mir meist bis aufs Maximum getrocknet, um die Selektivität zu steigern. Einfach ein paar Tage im Schatten aufgehängt und schon hat man Boilies, die deutlich selektiver sind als zuvor. Was dabei natürlich auf der Strecke bleibt, ist die Attraktivität dieser Köder. Um dem entgegen zu wirken, benetze ich diese einige Tage vorher mit Liquid und auch Öl. Vor allem das Öl ist einfach super attraktiv zu dieser Zeit, denn es steigt in die komplette Wassersäule auf und verbreitet sich dann. Nun kommt es mir nur noch dadrauf an, mich von anderen Anglern abzuheben, hierbei setze ich auf eine große Auswahl an Insekten und zudem Boilieteig. Sowohl Zuckmückenlarven, Seidenraupen, Garnelen als auch Bachflohkrebse finden hierbei Verwendung. Köder also, die die Karpfen aus ihrer natürlichen Nahrungsaufnahme kennen und die nicht von vielen Anglern genutzt werden. Doch seit ich diese verwende, konnte ich einige unbekannte Fische zum Landgang überreden. Definitiv mal einen Versuch wert.

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Auch als Köder nutze ich nicht einfach immer nur Boilies. Eine Rute bestücke ich dann am liebsten mit einem Wafter in Kombination mit einer Garnele oder Seidenraupe. Bei der anderen montiere ich ganz standardmäßig jedoch einen Showman aus einem 24er Hooker und einem 16er Pop-Up. Je nachdem, welcher Köder dann besser läuft, passe ich meine andere Rute dann an. Somit sollte dem Erfolg nichts mehr im Wege stehen.

Probiert es einfach mal aus, ihr werdet euch wundern, was im September möglich ist. Fischt euren eigenen Style, überlegt euch was neues und schon werdet ihr maximalen Erfolg erreichen. Ich hoffe, ich konnte euch hierbei ein paar Anregungen geben und wünsche euch viel Erfolg für die kommende Zeit.

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