Beim Karpfenangeln im Winter ist der richtige Futterplatz sehr wichtig, um erfolgreich zu sein. Doch nach welchen Kriterien findet man die richtigen Hotspots? Wir haben Franz Rettenbacher um seine Tipps in Sachen Futterplätze im Winter gebeten. Vier Anhaltspunkte sind für ihn dabei besonders entscheidend. Welche das sind? Wir lassen ihn direkt selbst zu Wort kommen…

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Wenn die Blätter auf den Bäumen anfangen, sich zu verfärben und langsam abfallen, ist es für mich die richtige Zeit, meine Futterplätze für den Winter anzulegen. An meinem Vorgehen, wie ich die Plätze suche, hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert. Ein Grund dafür ist natürlich, dass die Angelei stetig moderner wird und es mittlerweile viele nützliche Helfer wie Unterwasserkamera, Ground Tester und Co. gibt. An Gewässern, wo das Befischen mit einem Boot erlaubt ist, nehme ich auch diese Hilfsmittel gerne wahr, um den Gewässergrund nach Hotspots abzusuchen. Bei vielen Gewässern ist ein Boot allerdings nicht erlaubt – so z.B. auch bei meinem Hausgewässer. Hier muss ich auf die Unterwasserkamera vom Boot aus verzichten. Als adäquaten Ersatz verwende ich hier die Spotrute mit einem schweren Blei und die Waterwolf Kamera zum Kontrollieren der Plätze.

Die Winterplatzsuche fängt bei mir nicht erst im Herbst an, sondern sobald es die Wassertemperatur erlaubt. Wenn möglich suche ich bereits im Frühjahr mit Taucherbrille die Hotspots für den Winter. Der Vorteil der frühen Suche ist, dass man am Gewässergrund die Spuren der Karpfen erkennen kann und so die Verweilplätze der Karpfen bei kalten Temperaturen eingrenzen kann. Es gibt keine Regel, bei welchen Temperaturen sich die Karpfen in welcher Wassertiefe aufhalten, aber die Sprungschicht kann uns einen Richtwert liefern. Je nach Gewässergröße kommt es auf die Gewohnheiten der Fische an. Die Kriterien, nach denen man Hot Spots im Winter sucht, sind für jeden Angler natürlich anders aber für mich sind diese vier die wichtigsten…

Natürliche Nahrungsquellen für Winterkarpfen

Meiner Erfahrung nach, halten sich die Karpfen bei kälter werdenden Temperaturen immer in dem Bereich des Sees auf, wo sie mit wenig Aufwand an Nahrung kommen. Die Karpfen fressen auch im Winter und versorgen sich mit Energie. Diese Stellen sind meist Muschelbänke, Sediment Ablagerungen oder Schlammbereiche. Wichtig ist jedoch, die Schlammbereiche nicht mit Faulschlamm zu verwechseln. Ein Tipp daher von mir: Seht bei Schlammplätzen immer vorher gründlich nach, ob es sich nicht um Faulschlamm handelt bzw. ob sich auch natürliche Nahrung im Schlamm oder Sediment befindet. Dies kann man sowohl durch Tauchen, als auch mit Hilfe des Ground Testers, erkennen.

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Steil abfallende Kanten

Meine Vermutung ist, dass eine steile Kante für den Karpfen bei großen Wasserflächen ein Anhaltspunkt ist – wie der Leuchtturm für die Bootsfahrer. Am Fuße der Kante sammelt sich die Nahrung und das Wasser ist fast immer etwas wärmer wie bei konstant gerade Flächen. Durch Wind und der Strömung verwirbelt sich das Wasser in diesem Bereich nicht so stark, weshalb diese Stellen – sofern man sie erkennen kann – jedenfalls als heißer Tipp gelten.

Quellen, die den See mit Wasser versorgen

Quellen, die den See mit Wasser versorgen, sind immer Hotspots – egal bei welcher Jahreszeit. Bei Quellen sind die Karpfen durch den Eintritt von Frischwasser aktiv und suchen nach Nahrung. Wenn ihr richtig Glück habt, ist das Wasser von der Quelle auch etwas wärmer als vom See. Dann hat man schon so gut wie gewonnen, denn dann halten sich die Fische dort mit ziemlicher Sicherheit auf. Leider hat aber natürlich nicht jede Wasserfläche das Privileg einer eintretenden Quelle.

Und wie erkennt man eine Quelle überhaupt? Oft kann man sich schon am Ufer wichtige Anhaltspunkte suchen. Falls ein weiterer See oder Fluss in der Nähe ist, kann es gut sein, dass unterirdisch Wasser vom Fluss zum See läuft. Aber am besten hilft uns auch hier wieder der Griff zur Taucherbrille und viel Geduld. Eine natürliche Quelle erkennt man oft am Austrittspunkt und an der näheren Umgebung. Wichtig: immer gut auf die Strömung achten!

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Die Austrittspunkte der Quelle im Sediment ist oft mit Löchern versehen und die Bodenstruktur ist sehr locker im Gegenteil zur Umgebung. Am besten findet man diese Stellen im Frühjahr, wenn noch keine Vegetation gewachsen ist. Je mehr Vegetation bereits vorhanden ist, umso schwieriger wird es, solche Punkte zu finden, da Seegras und Algen die Löcher dann verdecken. Bei Quellen, wo warmes Wasser eintritt, ist die Vegetation meistens bereits ein wenig weiter fortgeschritten. Dies kann man allerdings nur ganz zu Beginn des Frühjahres entdecken. Allmählich verwachsen sich die Stellen und es wird immer schwerer, anhand dieser Methode vorzugehen.

Unterwasserholz – Ein Top Platz zum Karpfenangeln im Winter

Karpfen lieben es, ein Versteck und einen sicheren Platz zu haben. Nicht nur, weil in diesen Bereichen natürliche Nahrung vorkommt. Viel mehr sind diese Holding Areas mit viel Unterwasserholz richtige Rückzugsorte der Fische. Sie fühlen sich sicher und suchen diese Plätze vermehrt auf. Wichtig ist jedoch, wie man einen Unterwasserholz Spot oder ein Hindernis richtig befischt. Hierzu gibt es viele Hilfsmittel wie Umlenker oder Subfloat Montagen. Ich persönlich lege die Montagen immer einige Meter von den Hotspots ab, um einerseits den Karpfen sicher landen zu können und andererseits Abrisse zu vermeiden. Diese Bereiche setze ich immer unter Futter und lege eine Futterstraße zu meinem Spot.

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Auch das Futter ist entscheidend

Nahezu gleich wichtig wie der Spot, den man befüttert, ist meines Erachtens aber auch, welches Futter man im Winter überhaupt einsetzt. Hierzu muss man ein Gewässer sehr gut kennen, um keine falschen Entscheidungen zu treffen. Wichtig ist, den Fischbestand des Gewässers zu kennen und je nach Wassertemperatur die richtige Menge zu Füttern. Aber wie viel Kilo Futter soll man bei welcher Wassertemperatur in das Gewässer einbringen? Unter einer Wassertemperatur von 10 Grad schraube ich die Futtermenge um ein Drittel runter. Ab 8 Grad verwende ich die Hälfte der Futtermenge, die ich noch in den Sommermonaten verwendet habe. Oft kommt ein kleiner PVA Bag mit kleinen Boilies und einem High Attraction Fact Yellow Wafter zum Einsatz.

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Entscheidend ist aber nicht nur die Menge, sondern vor allem der Einsatz des richtigen Futters. Ich verwende eine Mischung der neuen Essential Orange und der Ciric Milk Range von der Bait Fabrik. Diese einzigartige Kombination von Geschmack, den richtigen Inhaltsstoffe und dem visuellen Reitz lassen die Karpfen nicht widerstehen. Als Hakenköder verwende ich seit dem Herbst sehr erfolgreich entweder den neuen Essential Orange oder den High Attraction Fact Yellow Wafter.

Wenn die Tage immer kürzer und die Temperatur immer kälter werden, kommt oft eine kleine oder große Überraschung ans Tageslicht. In den letzten Jahren konnte ich in den Wintermonaten bereits oft sehr schöne Karpfen fangen, die sich in den warmen Monaten nie gezeigt haben. Die Winterangelei ist sicher nicht die gemütlichste, aber wenn man sich Mühe gibt, wird man auch bei kalten Temperaturen erfolgreich sein.

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