Im Juli starteten Adrian und ich auf eine spontane Tour ins gelobte Land – zum Karpfenangeln in Frankreich. Am Wasser angekommen wurde der See erst einmal erkundet und wir versuchten die Fische ausfindig zu machen. Leider konnten wir kaum Aktivität ausmachen und so beschlossen wir uns am See strategisch zu platzieren. Eine Landspitze fiel uns dabei ins Auge, wo wir unsere Ruten weit fächern konnten. Kleine Fallen, gepimpt mit Lachsöl / Fischprotein sollten es zunächst richten. Wir legten die Ruten in Tiefen zwischen 5 und 7 Meter ab und gingen so in die erste Nacht.

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Am frühen Morgen klingelte Adrians Rute das erste Mal. Eine Stunde später lief dann auch eine meiner Ruten ab und wir waren happy, dass wir beide die ersten Fische dieser Session sicher landen konnten. Nach kurzer Freude über die ersten Fische meldete sich Adrians Rute erneut. Adrian drillte aller Vorsicht, der Fisch stand tief und übte mächtig Druck aus. Auf einmal kam von einer anderen Rute ein „piep“ und dieser eine Ton entwickelte sich zum Vollrun. Ich nahm Adrians Rute auf und nun drillten wir beide knietief im Wasser. Was für ein geiler Moment. Adrian konnte seinen Fisch als erstes über den Kescherrand führen. Es war ein uriger und sehr markanter alter Spiegler.

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Kurz danach konnte ich meinen Fisch mit Adrians Rute auch Keschern, so geht Teamwork. Schnell wurden Bilder gemacht und die Ruten neu platziert. Unsere Taktik ging voll auf. Kleine Fallen mit wenig, aber hoch attraktiven Futter schnappten zu.

Der Tag verging wie im Flug. Abends kontrollierten wir die Ruten nochmals für die zweite Nacht. Gegen 3 Uhr in der Nacht meldete sich Adrians Rute die in einer kleinen Bucht lag. Es war die Rute mit einem 20er Stone Hooker ummantelt mit dem passenden Teig. Der Drill wurde durch das hohe Kraut in der Bucht sehr erschwert, aber auch dieser Fisch fand den Weg in die Maschen. Zum Vorschein kam wieder ein richtiger Charakterfisch.

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Der Vormittag verging und mittags lief dann noch eine meiner Ruten ab. Ich spürte sofort kräftigen Druck in der Rute. Es waren kaum Kopfschläge zu merken. Ich konnte den Fisch bis kurz vor das Ufer drillen. Doch dann geschah es, der Fisch scheuerte über die Muschel besetzte Uferkante und die 65er Schlagschnur riss. Meine Enttäuschung war riesig, und wir schauten uns beide ohne einen Ton von uns geben an. Wir waren uns beide einig, das war kein kleiner.

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Als der Schnurbruch „verdaut“ war, kontrollierten wir nochmal alle Ruten und es ging in die nächste Nacht. Leider blieb es ruhig. Beim morgendlichen Kaffee beratschlagten wir wie es weiter geht. Als wir gerade dabei waren kam der nächste Lauf bei mir. Wieder stand Fisch sehr tief und je näher ich ihn ans Ufer brachte stieg die Nervosität. Doch dieses Mal ging alles gut, Adrian kescherte den Fisch ab. Es war ein richtig guter Fisch. Er konnte einen einzelnen 24er Boilie nicht widerstehen. Für mich der erste Fisch, der die 20 Kilo Marke knackte. Ich war überglücklich nachdem ich am Vortag den Schnurbruch hatte.

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Am Nachmittag lief wieder eine meiner Ruten ab. Der Fisch zog kräftig Schnur meiner Rolle. Nach gefühlten 100 Metern konnte ich ihn langsam abbremsen. Der Drill dauerte gute 30 min. Etliche Fluchten und Nerven später konnten wir den Fisch sicher landen. Und wieder das nächste Brett. Ein massiver Spiegler mit riesigen Flossen kam zum Vorschein. Köder war hier 20er GLM Boilie mit einem 16er  Pop Up.

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Die Nacht verlief wieder eher ruhig. Am Morgen konnte Adrian die nächsten Fisch auf 2 einzelne 16er GLM Stone Hooker fangen. Wir genossen danach den letzten Tag und Abend bei guten Fleisch und einen kühlen Kronebourg. Die Nacht war wieder totenstill. Als es langsam wieder hell wurde bekam ich einen bekam brachialen Biss. Meter um Meter verließ die Spule. Doch auch dieser Fisch fand den Weg in den Kescher. Ein langer Spiegelkarpfen von über 1 Meter konnte den einzelnen 16er GLM nicht liegen lassen. Kurz darauf lief bei Adrian eine Rute ab. Ein wilder Schuppi kam zum Vorschein und wir waren beide happy.

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Doch das Beste kam zum Schluss. Wir beschlossen noch bis zum Nachmittag zu bleiben. Die Zelte waren schon abgebaut nur noch die Ruten lagen da bekam ich einen Biss auf einen 20er GLM mit einem 12er White Banana Pop Up. Der Fisch stand sehr tief und legte sein ganzes Gewicht rein. Sofort kam mir der ein paar Tage zuvor verlorene Fisch in den Kopf. Hoffentlich geht alles gut? In der Luft lag eine Spannung die nicht zu beschreiben ist. Da kam der erste Schwall vor dem Kescher an die Oberfläche, ich konnte einen richtig massiven Rücken erkennen. Mir stockte der Atem. Kurz darauf war er drin. Jaaaaaa! Ein lauter Jubel hallte über den See. Als wir den Fisch auf der Matte legten und ich ihn abhaken wollte, bemerkte ich auf einmal einen zweiten Haken im Maul. Wir schauten uns beide verdutzt an. Was ist denn hier los. Eine andere Schlagschnur kam auch zum Vorschein. Es war klar. Es war genau der Fisch, den ich Tage zuvor durch den Abriss verloren hatte. Solche Momente und Geschichten erlebt man nur am Wasser. Die Waage blieb schließlich bei weit über 20 Kilo stehen. Was für ein krasser Moment.

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Wir packten unsere restlichen Sachen zusammen und waren immer noch geflasht was passiert war. Wir können euch nur sagen: „Fahrt ans Wasser, erlebt selbst das nächste Abenteuer und schreibt eure eigene Geschichte mit Freunden und den richten Baits.

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