Schon vor weit über einem Jahr hatte mich mein Freund Jeroen Albers (der Mann hinter The Carp Specialist) gefragt, ob ich nicht mit zum Etang des Gaulois kommen wollte – er plane wieder einen Gruppentrip an dem See. Das ganze läuft so: Jeroen bucht einfach den gesamten See und organisiert dann eine Gruppe. Einige kennen sich dann schon von vorherigen Gruppentrips, andere, so wie ich, wären dann erstmals mit dabei.

Etang des Gaulois – ein Traum für jeden Karpfenangler

In der zweiten Mai-Woche 2019 sollte es los gehen. Nur nette Leute, ein schöner See in toller Umgebung, relaxtes Angeln und ein paar Fische fangen… Jeroen wusste ganz genau, was er mir sagen musste, damit mir das Wasser im Munde zusammen lief. Ich überlegte ein paar Tage, dann sagte ich schließlich zu. Bei mir klappte es allerdings aufgrund einer Einladung zu einer Hochzeitsfeier nur mit einem Tag Verspätung, also nur für sechs Nächte, anstatt der normal üblichen sieben. Ich fragte meine Freundin, ob sie nicht Lust hätte mitzukommen und siehe da, sie wollte. Der Angelpartner war also gefunden, unsere Angelstelle für die Woche war die 18 und 19.

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Der Gaulois ist ein Paylake mit 28 ha Wasserfläche und drei Armen, im Hauptteil direkt am See gelegen liegt das Haus vom Eigentümer. Dort angeschlossen gibt es ein schönes Ferienhaus, welches sich über zwei Etagen erstreckt und von dem aus auch geangelt werden kann. In jedem der drei Seeteile gibt es einige Angelstellen, insgesamt 14 Stück plus das Ferienhaus. Einige der Stellen sind zwei oder sogar drei Personen Stellen, wir waren in unserer Woche insgesamt 21 Angler.

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Endlich ist die Rute im Wasser

Kurz vor der Abfahrt gründeten wir eine WhatsApp-Gruppe mit allen Anglern, es wurde natürlich fleißig gepostet und geschrieben. Die Anderen waren ja schon einen Tag eher am See und bereits am Angeln, meine Freundin und ich befanden uns noch auf der Autobahn immer weiter Richtung Süden. Der See liegt ganz grob in der Umgebung von Dijon. Erste Fangmeldungen trudelten sogar auch schon ein. Das Gaspedal immer tiefer durchgedrückt, kamen wir schließlich am Sonntag gegen 10 Uhr am See an. Irgendwann am Nachmittag waren dann auch meine Ruten im Wasser. Mein Bereich war wenig spannend, das Ufer fiel am Rand schnell ab von 0,8 m bis auf 1,9 m und ging bis zur Mitte schließlich bis auf 2,3 m runter. Am gegenüberliegenden Ufer das gleiche Spiel, klare Strukturen oder Krautfelder gab es keine. Das schien aber überall im See so zu sein, einzig an den Enden der Arme findet man Totholz und Büsche im Wasser, in denen oft viele Karpfen stehen. Mein Platz befand sich aber leider nicht an einem dieser Enden, somit hatte ich nur offenes Wasser zur Verfügung. Ich startete so, dass ich meine Ruten in verschiedenen Entfernungen staffelte: eigenes Ufer, zwei in der Mitte und gegenüberliegendes Ufer. Weiter wollte ich auf springende Fische reagieren und Ruten entsprechend umlegen. Nach zwei Nächten war klar: es sind nicht viele Fische in meinem Bereich. Es springt wenig und über die WhatsApp Gruppe konnte man klar erkennen, dass die meisten Fische in dem Arm gegenüber dem Ferienhaus und am Ende bei Platz 20 standen. All diese Stellen (7, 11, 14 und 20) hatten mittlerweile schon etliche Karpfen gefangen, aber auch alle anderen Plätze kämpften sich langsam Fisch um Fisch weiter nach vorne. Ich konnte nachts immer gegen 1 Uhr einen Fisch am gegenüberliegenden Ufer fangen. Die anderen Ruten brachten bisher noch keine Fische. Was nicht ist, kann ja noch werden…

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Der Spaß steht im Vordergrund

Aus Erfahrung weiß ich: ein Tag bzw. ein Fisch kann beim Karpfenangeln über Sieg oder Niederlage entscheiden. Das Wetter z.B. könnte sich ändern und die Fische mobiler werden lassen, eine Gruppe mit fetten Fischen könnte über meine Rigs schwimmen und anfangen, zu fressen. So etwas kann hier jederzeit passieren, also hieß es konzentriert weiter angeln, die Zeit genießen und den Spaß nicht vergessen.

Wie immer bei einer von Jeroen organisierten Gruppenreise, wurde einmal mit allen Leuten gemeinsam gerillt. Jeder hatte seine Ruten eingeholt und sich für einige Stunden zum Haus begeben. Es wurde fett gegrillt, es gab ein vier Gänge Menü: Pizza vorab, ohne Ende Grillfleisch als Hauptgericht, zum Nachgang wurde eine Käseplatte gereicht und zum Schluss nochmals Kuchen. Dazu natürlich Wein und für die Kulturbanausen Bier.

Kay konnte schon direkt am Sonntag einen der ganz Großen des Sees fangen. Einen massiven Spiegler namens „Uncas“ mit 33,6 kg, neuer PB für ihn, größter Fisch der Gruppe und on top noch der zurzeit aktuelle Seerekord. Petri Heil lieber Kay!

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Am Mittwochabend fing ich meine ersten zwei Fische am Tage, einen Koi und einen kleinen Schuppi. Meine Erfolgsköder waren bisher ausnahmslos PopUps, die Karpfen im Gaulois sind bisher noch nicht besonders schlau, so zumindest meine Einschätzung. Sie lassen sich noch mit ganz normalen Montagen fangen. In der Regel kommt immer eine ganze Gruppe von Fischen auf den Platz. Es entsteht Futterneid, was die Fische unvorsichtig macht und sich somit schnell einer hakt. In der WhatsApp-Gruppe kamen jeden Tag neue Bilder rein und alle machten sich gegenseitig heiß. Das Wetter hatte es auch gut mit uns gemeint, es hat in der Woche nur einmal für zwei Stunden geregnet. Ansonsten immer Sonne, 18-22 Grad warm aber immer starken Wind aus Nord/Nordost. Im Wind war es dann doch deutlich kühler und man brauchte Jacke und Mütze. Am Donnerstag ging mir wieder, wie in jeder Nacht gegen 1 Uhr, einer ans Band.

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Unsere Stellen 18 und 19 liegen in direkter Nachbarschaft zu den Stellen 16 und 17 und selbst die Stelle 14 ist nicht weit entfernt. So konnten wir uns gegenseitig super beim Fotografieren, Wiegen, Trinken und Keschern helfen. Eigentlich stand immer einer bei dem anderen vorm Zelt zum Quatschen, der Gesprächsstoff ging uns nie aus. Grüße an dieser Stelle an meine direkten Nachbarn Tobi, Zsolt, Jeroen und David und an alle anderen, die mit uns am See waren!

Neue Stelle, neues Glück

Die letzte Nacht stand bevor, am Freitagmittag haben Jeroen und David ihre Stelle 14 bereits verlassen, auch Zsolt ist von seiner Stelle 16 schon am Freitagmorgen weg. Alle drei hatten schon gut gefangen und konnten somit ganz beruhigt fahren. Tobi und ich hatten also all diese Bereiche in der letzten Nacht für uns ganz allein. Es blieb uns noch Zeit bis Samstagmorgen um 8 Uhr, spätestens dann mussten wir einpacken. Denn gegen 10 Uhr sollte man den See verlassen haben. Wir verteilten unsere Ruten auf die verschiedensten Stellen und hofften auf die letzten Stunden des Urlaubs. Es kam wie es kommen musste: in dieser letzten Nacht (von Freitag 16 Uhr bis Samstagmorgens um 8 Uhr) fing ich insgesamt acht Karpfen und Tobi einen. Mit darunter ein paar schöne Dreißiger und ein mega Zeilenkarpfen – was für ein toller Abschluss!

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Der See wird mich auf jeden Fall wiedersehen, es hat einen riesigen Spaß gemacht!

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