Mario Winter ist auch bei kalten Wassertemperaturen draußen und zeigt, wie man mit der richtigen Köderwahl und einer passenden Vorgehensweise weiterhin zum Erfolg kommen kann. An seinem Wissen, das er sich in den vergangenen Jahren angeeignet hat, lässt uns Mario heute teilhaben.

Die ersten Nächte unter null Grad haben Einzug gehalten. Bei meinem vergangenen Ansitz betrug die Wassertemperatur gerade noch sechs Grad. Das Wasser war glasklar. Fressblasen oder eingetrübte Wasserstellen Fehlanzeige. Lediglich die Wasservögel waren noch aktiv. Spätestens jetzt war mir klar, dass das große Fressen für den Winterspeck vorbei war. Ab sofort gilt die Devise: Taktik umstellen, um bei diesen frostigen Temperaturen dennoch erfolgreich zu sein.

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Futtermenge und Frequenz

Die langen Futterkampagnen über mehrere Wochen und viel Futter sind für mich jetzt vorbei. Es reichen zwei bis drei Tage vor der eigentlichen Session. Ich füttere dafür täglich kleine Mengen: zwischen 500 g und maximal einem Kilo. Abhängig vom Karpfen- aber auch vom Weißfisch-Bestand des Gewässers.

Da die Fische nun deutlich weniger Nahrung aufnehmen und lethargischer agieren, empfiehlt es sich, kleinere Köder zu füttern. Wenn ich z.B. einen Platz von 1 m x 1 m mit 500 g 20 mm Boilies anlege, liegen deutlich weniger Köder auf dem Boden, als wenn ich 500 g 15 mm Köder oder sogar 12 mm Köder füttere. Somit erzeuge ich bei gleicher Futtermenge mehr Aufmerksamkeit und eine geringere Sättigung.

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Grundfutter ist nicht gleich Grundfutter

Sowohl bei der ersten Fütterung zur Vorbereitung als auch am eigentlichen Angeltag ist bei kalten Temperaturen ein Grundfutter aus verschiedenen Mehlen (Fischmehl, Getreidemehl, verschiedenen Biskuits und Birdfoods) ein absoluter Gamechanger. Die Aromen in löslichem Futter breiten sich bei kaltem Wasser viel schneller aus als durch einzelne Boilies. Der zweite Vorteil ist, Grundfutter lockt die Fische zum Platz, aber sättigt durch die kleinen Partikel nicht. Des Weiteren erzeugt Grundfutter eine Säule mit anfangs sinkenden und später immer wieder aufsteigenden Partikeln. Der eine oder andere twelve ft. Leser möge jetzt behaupten, damit ziehe ich aber auch die Weißfische an meinen Angelplatz. Recht habt ihr, aber wenn Weißfische anfangen, zu fressen, lassen die Karpfen nicht lange auf sich warten. Zudem liegen immer noch einzelne Boilies und unser Hakenköder speziell für unsere Rüsselfreunde da. Und was ist mit den Brassen? Auch diese bei Karpfenanglern meist unbeliebte Spezies fährt im Winter ihren Stoffwechsel herunter und sind kein Faktor.

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Beim Anfeuchten des Grundfutters ist darauf zu achten, dass es nicht zu nass und klebrig à la Teig gemacht wird. Die Bindekraft des Futters darf nur so stark sein, dass man gerade so Ballen formen und pressen kann, jedoch muss es mit leichtem Druck auseinanderfallen. Immer wieder sehe ich Angler, die einen festen Knetteig herstellen, der sich, wenn überhaupt, erst nach mehreren Stunden oder Tagen auflöst. Natürlich ist hier eine Lockwirkung durch Geruch und Geschmack im Wasser vorhanden. Jedoch wird so kaum eine Futtersäule erzeugt. Sollen die Karpfen im Winter „Keks-Teig“ naschen oder auf unseren Hakenköder aufmerksam gemacht werden? Deshalb gilt beim Anfeuchten mit Wasser oder Flüssigaromen, weniger ist mehr. Man kann immer noch nachfeuchten.

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Garnierter Hakenköder

Im Winter, besonders wenn das Wasser klarer geworden ist, lohnt es sich, auch auf den visuellen Reiz zu setzen. Während ich im Frühjahr, Sommer und Herbst ausschließlich mit Bodenköder angle, garniere ich im Winter alle meine Hakenköder mit einem Pop-Up oder verwende auch Mal ein reines Pop-Up-Rig. Dabei ist zu achten, dass sich der Pop-Up auch vom Boden abhebt. Angelt man auf einer hellen Sandbank, lohnt es sich, pinke oder orangene Köder zu nehmen, anstatt weiße oder neon-gelbe. Angelt man hingegen über dunklem Blattwerk oder in Tiefen ab 5 m, lohnt es sich hingegen, helle Köder zu verwenden.

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Mit der Aussage „hoch-attraktive“ Köder tue ich mich immer schwer, denn selbstverständlich angelt jeder Karpfenangler nur mit „hoch-attraktiven“ Ködern. Um dennoch eine „erhöhte“ Attraktivität bei kaltem Wasser zu bieten, lohnt es sich, ummantelte Hakenköder zu benutzen, die eine zusätzliche Lockwirkung aufweisen. Auch ein aufgezogener PVA-Strumpf mit kleinen Pellets, Stickmix/Grundfutter oder einfach mit gecrushten Boilies erhöhen die Fangchancen. Im Winter muss eben alles aufgefahren werden, um unsere lethargischen und argwöhnischen Schuppenfreunde zu überlisten.

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