Erst vor wenigen Wochen hat Janik Wolf über sein Winterangeln am Fluss berichtet – an dieser Stelle kannst du seinen Bericht nochmal nachlesen. In der kalten Jahreszeit zieht es Janik an das fließende Gewässer, obwohl er das restliche Jahr fast ausschließlich an Baggerseen unterwegs ist. Er ist der Ansicht, dass die Fische aufgrund der Strömung auch im Winter aktiv auf Nahrungssuche sein müssen. Dadurch erhofft er sich doch den ein oder anderen Biss.

Nachdem seine beangelte Strecke im Januar jedoch immer größeren Angeldruck bekam, fassten Janik und sein Angelbuddy Julian den Entschluss, weiterzuziehen. So verbrachten sie einige Tage mit der Location an zwei anderen Abschnitten. Über seine Erlebnisse berichtet Janik heute.

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Neue Strecke, alte Probleme

Julian war es, der den Auftakt einläutete und direkt mit einem hohen Dreißiger belohnt wurde. Mich trieb es ein paar Tage später ebenfalls zu jenem Spot, an dem wir bei jeder Location-Tour Fische ausmachen konnten. Ein langgezogener Busch, der als einziger hier über das Wasser ragt, scheint den Fischen Sicherheit zu geben.

Ich platzierte die Ruten jeweils ober- und unterhalb des Busches. Um die Sache abzukürzen: ich ging bei dieser Session leer aus. Allerdings brachte mich die Tatsache, dass stets Fische am Spot waren, stark ins Grübeln. Dies konnte ich durch meine Polbrille beobachten, selbst an den Aufschlägen der Bleie haben sie sich nicht gestört. Somit stand ich wieder bei Null und musste dringend etwas ändern.

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Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!

Von Julian weiß ich, dass er ausschließlich sinkende Boilies fischt – er hasst Pop-Ups und andere ausbalancierte Köder regelrecht. Ich hingegen habe auf mein softes Multi-Rig mit orangenen Waftern gesetzt, getreu dem Motto: „never change a winning team“. Doch habe ich die Gegebenheiten, die an diesem Spot gänzlich andere sind als in meinem Loch, anfangs nicht bedacht. In dem Loch herrschte nahezu keine Strömung – ich konnte hier sogar Slack Line fischen und die Köder lagen auf dem Grund. Jetzt, direkt im Hauptstrom, könnten sich ausbalancierte Hookbaits durch eben diese Strömung unnatürlich bewegen und die Karpfen verschrecken.

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Mit dieser Theorie im Hinterkopf bereitete ich akribisch die nächste Session vor. Ich setzte nun auf meine simplen Standardvorfächer, bestehend aus einem ummantelten Geflecht und 4er Curve Shank. Das Haar fixiere ich bei diesem Rig gern mittels einfachem Knoten auf dem Hakenschenkel. Einfach und robust lautete die Devise. Als Köder sollten zwei 14 mm Boilies dienen, die ich direkt aufzog und die fertigen Rigs anschließend in einem Soak der Lockstoff-Manufaktur einlegte. Dieser Soak beinhaltet neben verschiedenen Fressstimulanzien exakt dieselben Attraktoren, die ich auch in meinen Boilies verarbeite. Hiervon erhoffte ich mir, dass die Attraktorenwolke, die sich auch im extrem kalten Wasser sehr gut löst, stromab ziehen und sich dort aufhaltende Fische ansprechen würde.

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Einige Tage später startete ich die Session. Wieder legte ich eine Rute oberhalb und eine Rute unterhalb des Busches ab. Dieses Mal konnte ich keine Fische sehen, die starken Regenfälle der vergangenen Tage haben das Wasser deutlich ansteigen und eintrüben lassen. Ich vertraute den zuvor gemachten Beobachtungen, schließlich standen hier immer Fische. Kurze Zeit nachdem die Ruten lagen, bekam ich ein paar Signale, die meiner Meinung nach durch Treibgut hervorgerufen wurden. Sekunden später änderte ich allerdings meine Meinung, als sich die einzelnen Signale in einen Dauerton wandelten. Leider konnte sich der Fisch beim Aufnehmen der Rute mittels Kopfschlag verabschieden. Motiviert war ich dennoch, schließlich schien mein Plan aufzugehen. Schnell schnippte ich das Rig wieder an die Strömungskante unter die überhängenden Äste. Kurz darauf lief die andere, stromab liegende Rute ab. Hier konnte ich nach kurzem Drill einen kleinen Schuppi fangen.

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Vorsicht geboten!

Während ich alles für die Fotosession vorbereitete, lief erneut die Rute, die ich eben neu gelegt hatte, voll durch. Allerdings befand sich der erste Fisch noch im Kescher. Diesen schnell versorgt und den Kescher zusammengesteckt, eilte ich zur Rute. Leider hatte der Fisch genug Zeit, um sich in den ins Wasser ragenden Ästen festzuschwimmen. Ich entschied mich, mit der Wathose ins Wasser zu steigen und den Fisch zu befreien, schließlich kenne ich das Gewässer gut und weiß, wo ich hintreten kann. Allerdings habe ich den deutlich erhöhten Wasserstand nicht bedacht und trat kurz nachdem der Fisch frei war in ein Loch. Die Wathose lief voll. Zum Glück wusste ich, dass ca. 5 m stromab eine flache Sandbank kommen würde, auf der ich mich abfangen könnte. Definitiv eine gefährliche Situation, wenn ich bedenke, dass ich hätte ertrinken können. Diese Situation hat mir wieder einmal gezeigt, wie schnell es gehen kann. Passt also auf, wenn ihr Wathosen verwendet und steigt niemals in unbekannte Gewässer.

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Glücklicherweise konnte ich diesen Schuppi ebenfalls landen. Nachdem ich ein paar Fotos schoss, beendete ich die Session und begab mich umgehend nach Hause in die warme Badewanne. Zwei Tage später sollte die nächste Session folgen, war ich doch durch die jüngsten Erfolge motiviert. Leider wurde hieraus aber nichts, da der Wasserstand weiter gestiegen war und meine 280 g Bleie einfach weggespült wurden und keinen Halt fanden.

Aktuell betreibe ich viel Location für die Gewässer, die ich im Verlauf dieses Jahres befischen möchte. Davon berichte ich dann im nächsten Update. Vielleicht ist auch eine Session an dem zweiten Flussabschnitt, den ich mir ebenfalls mit Julian angeschaut habe, drin. Bis dahin wünsche ich Euch viel Erfolg und vor allem bleibt gesund!

Mehr über Janik und seine Angelei erfährst du auf seinem Instagram-Kanal. Dort kannst du ihn auch erreichen, falls du Anmerkungen, Fragen oder sonstige Themen an ihn richten möchtest.