twelveft ausgabe17 joshgoddar 27 - Auf den einen Fisch – Low-Stocks

Auf den einen Fisch
-Low-Stocks-

Interview mit Josh Goddard

13 Minuten Lesezeit

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Auf den einen Fisch
-Low-Stocks-

Interview mit Josh Goddard

13 Minuten Lesezeit

Die Angelei an Low-Stock-Gewässern ist sicher nicht jedermanns Ding. Doch Josh Goddard aus England ist fokussiert und bereit diesen Weg zu gehen. Schon lange befischt er Low-Stocks und macht an diesen Gewässern sein Ding. Die wilde Natur, die einzigartigen Fische und die imposante Atmosphäre. Alle diese Punkte sind die Basis für Josh an den Gewässern in Norfolk zu fischen. Lehn dich zurück, genieß die folgenden Zeilen und denk darüber nach, wie Josh sein Ding angeht.

Hallo Josh, in den letzten Jahren gingen einige dicke Fänge auf deine Kappe. Aber erzähl uns kurz wo du mit dem Fischen begonnen hast?

Ich war 13 und habe meinen Bruder beim Fischen begleitet. In den Sommerferien habe ich immer einige Nächte mit ihm gemeinsam am Wasser verbracht. Ich habe selbst nicht einmal geangelt. Ich war nur stiller Teilhaber und fand es abenteuerlich am Wasser zu übernachten. Als ich 16 Jahre alt war, ist das Feuer in mir entfacht und ich wollte selbst auch mit dem Fischen beginnen. Ich habe einiges an Tackle von meinem Bruder bekommen, um mit der Jagd auf Karpfen zu starten.

 

Hast du schon immer an den klassischen Karpfengewässern gefischt?

Als Kinder sind wir in der Umgebung von Norfolk, England, aufgewachsen. Wir hatten ziemlich viel Glück mit der Location und den vielen Seen um uns herum, die große Fische inne hatten. Ich hatte früher immer mein Fahrrad mit Hundekuchen beladen und bin morgens zum Posenfischen gefahren. Lange bevor überhaupt einer der anderen Angler am Wasser auftauchte. Gute Fänge blieben da natürlich nicht aus. Einige Zwanziger gingen mir regelmäßig ins Netz.

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Nichts ist besser als sie am Floater zu fangen. Ja, ich kann mich auch noch daran erinnern. Eine geile Angelei...

Ja, wir lernten die Gewässer von einer ganz anderen Seite kennen. Wir hatten noch immer die gleiche Lizenz, doch geangelt haben wir anders. Freier. Wir konnten Fische im Flachwasser beobachten und sie fangen. Es war eine geile Erfahrung und wir haben bei dieser Angelei sehr viel lernen können. Über das Verhalten. Darüber wie sie fraßen und vieles mehr. Es war eine großartige Erfahrung, die ich heute nicht mehr missen möchte.

 

Von dem Zeitpunkt aber fingst du damit an mehr und mehr dünnbesetzte Gewässer zu befischen. Echte Low-Stocks eben...

Ja richtig. Aber es war auch der Einfluss der älteren Jungs. Alle berichteten über ihre einzigartigen Geschichten, über dieses einzigartige Gewässer. Jeder hatte seinen Part und steuerte ihn zur Gesamtstory bei. Diese Einflüsse trieben mich dazu an diesem einen ganz speziellen See zu fischen. Es war eine Herausforderung, die aber eben auch zu einer ganz besonderen Belohnung heranwuchs. Eines Tages entschieden wir uns, dieses Gewässer mit unseren Bikes zu besuchen. Wir liefen umher und schauten uns eines der sagenumwobenen Gewässer an. Wir wollten es einfach mal versuchen und eins der begehrten Tickets in den Händen halten. Wir wussten, dass es schwer werden würde. Aber unser Vorhaben war fest in uns verankert. Wir wollten dort einen Fisch fangen, koste es, was es wolle. Es war unglaublich, denn es dauerte nur etwa 4 Stunden, bis der erste Fisch gefangen war. Dass meine Freude durch die Decke ging, war da wohl kaum mehr ein Wunder...

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Ich liebe sie. Sagenumwoben. Low Stock. Und trotzdem erfolgreich!

 

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Ich liebe sie. Sagenumwogen. Low Stock. Und trotzdem erfolgreich!

 

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War die Umstellung schwierig? Erst fischst du an Gewässern mit vielen Fischen und dann an Gruben mit weniger als 20 Karpfen darin.

Der Unterschied war nur gering. Man muss nur ein wenig härter arbeiten und ein wenig ehrgeiziger sein, um sich nicht abschrecken zu lassen. Meine Taktik blieb identisch. Ich fischte schon immer mit wenigen Ködern und nutzte nur eine Handvoll Baits je Rute. So fischte ich weiter – mit Erfolg. Ich war es schon von Beginn meiner Angelei an gewohnt, so weit zu gehen, bis ich ein Zeichen erhielt, um dort dann hartnäckig dran zu bleiben. An den Low Stocks, die ich in der Vergangenheit befischte, war es im Prinzip das gleiche. Man muss nur eben etwas länger warten, bis ein Fisch auf meinen Köder treffen würde. Hinzu kam die große Anzahl gleichgesinnter Karpfenangler, die sich an diesem Gewässer herumtrieben, um das gleiche Ziel zu verfolgen, wie ich. Alle wollten einen dieser heissbegehrten Juwelen heben.

 

Und hast du es geschafft, die Fische zu fangen, die du fangen wolltest?

Nun, ich habe den See für ein Jahr oder so befischt. Danach habe ich die Angelei dort zunächst ruhen lassen. Ich habe neben der Angelei ein weiteres großes Faibel: Autos. Ich habe ein Car zum driften gebaut und wollte es unbedingt fertigstellen. Ich bin erst danach wieder an den See zurückgekehrt. Es war Sommer und die Atmosphäre etwas ruhiger als in der Zeit, in der ich zuletzt dort war. Die Wetterlage war perfekt. Eine leichte Brise rollte sich über der Wasseroberfläche aus. Die Fische schienen sich zu stapeln. Ich verbrachte viel Zeit an diesem einzigartigen Gewässer. Habe wunderbare Freundschaften geknüpft und am Ende fing ich diesen einen ganz besonderen Fisch, um das Gewässer danach zu verlassen und weiterzuziehen. Irgendwie traurig, aber dennoch so real. Ich ließ alles hinter mir und zog weiter. Wie ein Nomade. Getrieben vom Instinkt und des Glauben, an einen noch größeren Fisch, den ich fangen wollte.

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Nach was hast du anschließend gesucht? Nach einem Gewässer, das dem vorherigen ähnelte?

Nein, ich habe das Angeln ruhen lassen. Andere Dinge haben mich anschließend mehr interessiert. Autorennen waren da meine Leidenschaft. Ich baute mir ein Auto zum driften und reiste ins Ausland, um Rennen zu fahren und um zu driften. Das Angeln kam erst wieder auf meine Tagesordnung, als ich den Job wechselte. Ich arbeitete zuvor von Montag bis Freitag. Mein neuer Job brachte einen neuen Zyklus. Ich arbeitete 4 Tage und hatte danach 4 Tage frei. Das eröffnete mir neue Fenster zum Fischen. Ich wollte es schon immer machen. In der Woche fischen gehen. Angeln und Arbeiten konnte ich zuvor aber nie in diesem Maß kombinieren. Dies änderte sich nun.

 

Wir wissen, dass dich primär Low-Stock-Gewässer interessieren. Sind dabei die Fische und die Umgebung sekundär?

Ich suche mir einen Zielfisch und befische diesen. Ich liebe dicke fette Spiegler. Einen Schuppi als Zielfisch, hatte ich noch nie. Der Charakter des Gewässers muss aber natürlich auch passen. Das Wasser muss auf mich eine Anziehung haben. Ich liebe wilde Gewässer und ruhige Orte – so dass ich mein Ding machen kann. Es gibt nichts schöneres, als einen Platz vorzubereiten, um zur passenden Zeit anzugreifen und der Platz ist mit Sicherheit frei. Es gibt Gewässer, da muss man darum fürchten. Solche mag ich nicht so gern. Das befriedigt meine Gier nach Freiheit einfach nicht.

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Während deine Autorennen interessanter waren – hast du da ans Fischen gedacht und an Orte, die du gerne mal befischen würdest?

Meine Auszeit war eher der fehlenden Zeit geschuldet. Der Wunsch an einem dieser zauberhaften Gewässer zu sein, war stets vorhanden. Ich besuchte regelmäßig Freunde am Wasser und war auch an dem ein oder anderen Gewässer regelmäßig zu Besuch, ohne zu fischen. Nachdem ich meinen neuen Job startete, war das Fieber plötzlich wieder in voller Stärke zurück. Ich holte mir direkt wieder ein Ticket für einen kleinen ganz intimen See mit nur 7 Fischen. Der See ist sehr tief, sodass sich die Fische immer in einer ganz flachen Ecke über dem Kraut aufhielten. Selbst wenn die Sonne nur wenige Momente rauskam, waren die Fische rasch da. Ich musste es dort einfach direkt wieder versuchen und einen der Fische überlisten.

 

Aah, okay, da wissen wir genau über welches Gewässer du sprichst. Kein einfaches Ding, diese nur sieben vorhandenen Fische zu überlisten...

Stimmt. Die Fische sind eine Besonderheit. Der geringe Fischbestand und die intime Umgebung machen es wahrlich nicht einfach. Wenn das Kraut in den Sommermonaten hochkommt, stehen die Fische häufig dazwischen und bewegen sich stundenlang fast überhaupt nicht. Wie soll man da überhaupt die Chance bekommen, einen dieser Fische zu überlisten? Eine interessante Frage, der man erstmal eine passende Antwort geben muss. Im klaren Wasser begegnen die Fische auch Futter sehr argwöhnisch. Eine ziemlich schwierige Geschichte.

 

Wie bist du den Fischen dann letztendlich auf die Schliche gekommen? Wie konntest du sie überlisten?

Es ging einmal mehr darum kleine Fallen zu stellen, um auf einen Biss zu hoffen – sofern man diesen überhaupt jemals bekommen wird. Ich vermutete, dass sie sich in der Nacht ans flache Ufer trauen. Während der Nachtstunden platschten die Fische auf eine irre Weise. So laut, als wären es 8 mal so viele Fische im See. Und doch frustrierte das Gewässer extrem. Die Fische zeigen sich, man sieht sie. Sie springen und sind agil, doch auf einen Biss wartete ich vergebens. Ich hatte vielleicht zwei Fische während der Nachtstunden, was wahrlich verrückt ist.

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Wie ging es an diesem See weiter? Fingst du den Fisch, den du dir zuvor zum Ziel gesetzt hattest?

Obwohl ich ein Ticket besaß, machte ich nur noch wenige Nächte. Im Allgemeinen eigentlich nur noch während der Herbstzeit, als die Sommerhitze vorüber war und die kühleren Morgen wieder erstrahlten. Ich wollte die Fische fangen, wenn sie richtig gut im Futter standen. Mittlerweile war es mein dritter Herbst an diesem See und ich wusste, dass ich es in diesem Jahr zu meinem Ziel schaffen musste. Bis dahin hatte ich erst zwei Fische gefangen. In diesem dritten Jahr hatte ich mir im Frühling extra Urlaub genommen, um den Fischen nachzustellen. Ich wahr nah dran, so glaubte ich. Einer meiner Freunde fing einen meiner Zielfische, den ich bis dato noch nie am Ufer gesehen hatte. Ich war over the moon, wie wir Engländer sagen. Aber irgendwie enttäuschte mich der Fang innerlich auch ein wenig, sodass ich kurzer Hand den See bereits früh im Jahr wieder verließ. Erst im Herbst kehrte ich wieder zurück und begann mit einer Futteraktion. Ich hoffte dieses Mal auf einen dicken Coup und den Fang einer dieser Monster, den der See lange für mich behielt. Ich wusste, dass ich ihn irgendwann fangen würde. Diesen fetten massigen Fisch mit knappt über 33 Pfund. Es vergingen nur wenige Tage, da hatte ich genau diesen urigen Fisch im Netz. Er wog weit mehr, als ich zuvor dachte. Über 40 Pfund. Es war schier unglaublich, aber wirklich sehr großartig. Der Plan schien zu funktionieren.

 

Nach diesem großartigen Erfolg ging es an das Gewässer "The North Met". Auch hier wartete eine ganz andere Challenge auf dich.

Oh ja. Es war ganz anders dort. Eine viel größere Wasserfläche, kleine Ecken und Buchten. Es war ziemlich unzugänglich und somit ein Ort, an dem ich mehr Zeit verbringen wollte. Mir gelang es einige Fische zu fangen, doch so richtig wollte es aufgrund der begrenzten Zeit nicht laufen. Und dennoch sollte dies mein Weg sein und ich wollte einige Zeit später mit mehr Invest zurückkehren. Ich hatte einige Dinge in meinem privaten Umfeld zu klären und konnte demnach nur wenig Zeit in dieses Projekt reinstecken. Dennoch war ich mir sicher, unter anderen Umständen mehr Erfolg haben zu können. Ich musste mir zu diesem Zeitpunk zunächst aber wieder ein anderes Gewässer suchen, da ich gerade ein Haus gekauft hatte und die Umstände keine andere Situation zuließen.

 

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Oftmals ist es die Zeit, die darüber entscheidet, ob man erfolgreich ist oder nicht. Die Zeit da draussen ist kostbar, so kostbar, dass man sie unendlich stark genießen sollte.

 

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Oftmals ist es die Zeit, die darüber entscheidet, ob man erfolgreich ist oder nicht. Die Zeit da draussen ist kostbar, so kostbar, dass man sie unendlich stark genießen sollte.

 

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Am D-Lake bist du mit neuen Umständen konfrontiert. Hier sind wesentlich mehr Fische drauf, als an den Seen vorher. Wie bist du vorgegangen?

Tatsächlich hatte ich zuvor bereits einen Einblick in die Angelei an diesem See bekommen. Freunde von mir fischten hier und ich gewann erste Eindrücke, die ich durch mein eigenes Vorgehen jedoch weiter vertiefen wollte. Beobachten, Fische finden und ihr Verhalten deuten ist das Wichtigste im gesamten Lernprozess an einem neuen Gewässer. Die Spots unterscheiden sich von Jahr zu Jahr. Was letztes Jahr noch funktionierte, ist in diesem Jahr schon wieder uneffektiv. Meine ersten Sessions begannen gut. Ich hatte beobachtet, dass die Fische an diesem See immer wieder einen sehr flachen Kanal nutzten. Hier platzierte ich meine Köder und erwischte tatsächlich einige der scheuen Seebewohner auf Anhieb. Als das wärmere Wetter sich verzog begann ich im offenen Wasser zu fischen. Erst als ich dies tat wurde mir klar, dass der Fisch auf den ich es abgesehen hatte, bestimmte Bereiche des Sees garnicht erst ansteuerte. Ich beobachtete ihn und verlagerte meine Angelei auf diese Bereiche. Ich versuchte diesen Fisch gezielt zu angeln und hatte es mittlerweile wirklich nur noch auf ihn abgesehen. Ich war voll im Fokus und er war mein Ziel!

 

Hast du Verhalten beobachten können, die Parallelen zu anderen Zielfischen ziehen lässt?

Klar. Parallelen gibt es immer wieder. Fische sind von Instinkten geprägt, unterscheiden sich in ihrer Lebensweise nur durch die von außen auf sie einwirkenden Störboten. Die Nacht ist die beste Zeit, um Ausschau zu halten, wo sich Fische aufhalten können. Meist sind es diese Bereiche, in denen sie am Morgen dann auch fressen werden. Immer wenn ich von der Nachtschicht zurückkehrte und die Arbeit hinter mir ließ, suchte ich meine Zielgewässer auf, um herunterzukommen und Fische zu beobachten. Ich blieb oft lange und wenn sich nichts tat, schlief ich einfach ein. Immer wenn ich Beobachtungen machte, führte dies auch unweigerlich zu Erfolgen, denn lokalisierte Fische kann man auch fangen! Oft waren die Beobachtungen aber auch sehr demotivierend. Immer dann, wenn die Fische sich wieder einmal im dichten Kraut aufhielten und ich sie nicht effektiv befischen konnte. Erst als das Kraut zurückgeschnitten wurde, verteilten sich die Fische auf der gesamten Seefläche.

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Denkst du es ist effektiver die Fische auf der gesamten Seefläche zu suchen, als sich auf einzelne Bereiche zu beschränken, in denen die Fische vielleicht schon einmal gefallen sind?

Zu Beginn des Jahres habe ich mich damit beschäftigt, wo ich die Fische tatsächlich aufsuchen sollte und suchte mir Bereiche und Stellen, die für den Erfolg gemacht waren. Schnell lernte ich die effektiven Stellen kennen und hatte regelmäßig Erfolg. Ich wollte mich hier aber durch meine eigenen Erfahrung leiten lassen, nicht dort fischen, wo andere erfolgreich waren. Eigene Erfahrungen zu machen. Das ist wichtig. Das ist der richtige Weg. Häufig fütterte ich wenig, platzierte einfach zwei Ruten auf den Plätzen und fütterte etwas dazu. In den Morgenstunden war ich so häufig erfolgreich. Interessant war meine Taktik, bei der Wafter eine maßgebliche Rolle spielten. Viele Angler setzen bei Krautbewuchs auf Pop Ups und präsentieren ihre Köder oberhalb. Ich setzte auf Wafter, die ich in Bodennähe präsentierte. Eine Art und Weise, die besser funktionierte, weil die Fische diese Präsentation nicht kannten und sich vor Pop Ups teilweise sogar fürchteten, weil sie zu oft gehakt worden waren.
Denkst du, dass regelmäßiges füttern zu mehr Erfolg führt?

Wenn ich die Möglichkeit habe, versuche ich die Fische über Futter zu ziehen. Es hängt aber davon ab, wie viele Angler tatsächlich am See sind. Sind zu viele Schnüre im Wasser, dann macht es keinen Sinn, wenn ich mich zwischen sie setze. Die Fische merken den starken Druck und das resultiert mit einer reduzierten Aktivität. Ich komme dann einige Tage später wieder und fische, wenn sich der Trubel gelegt hat. Als Futter setze ich in der Regel einen Tuna Boilie ein, der sehr gut funktioniert und auch langfristig Fische zum fressen animiert. Sie kehren an meinen Spot immer wieder zurück, denn sie haben Vertrauen darin aufgebaut. Daher muss man mit seinen Futterplätzen auch äußerst sensibel umgehen.
Du beschreibst schon ein wenig wie du mit Angeldruck umgehst, erzähl uns mehr über dein Vorgehen bei starkem Angeldruck

Ich habe die richtige Taktik gefunden und kann Angeldruck mit Abwesenheit begegnen. Meine Arbeit lässt es zu dann zu fischen, wenn wenig am See los ist. Ich bin in der Woche los und kann frei über die meisten Plätze verfügen. Das ermöglicht mir extreme Flexibilität und Anpassung meiner Taktik. Zuletzt war sehr wenig los am See, da das Kraut extrem gewuchert ist. Das führt dazu, dass einige ihre Angelei nicht mehr ausüben können oder wollen. Mich stört das nicht, ich habe meine Taktik darauf angepasst. Durch meine hohe Flexibilität kann ich mir die besten Tage und Nächte der Woche herauspicken. Passen die Konditionen nicht, so bleibe ich weg oder fahre wieder nach Hause, sofern mir die Konditionen nicht zusagen.

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Uns ist aufgefallen, dass du mit geflochtener Schnur fischst...

Ja genau. Ich bin vor ein paar Jahren umgestiegen. Ich liebe es, weil es einfach direkter ist und man direkt eine klare Aktivität verspürt. Natürlich hilft mir die Geflochtene auch dabei, mich durch das Kraut zu fischen. Im Drill schneidet die geflochtene Schnur das Kraut einfach durch – funktioniert nicht immer, aber ziemlich oft.

 

Wie verlief es in der letzten Saison am D-Lake?

Ich hatte einige Fische auf der Liste. Am meisten wollte ich Barry fangen. Ein sehr langer Fisch, den ich bewunderte und unglaublich gerne auf meiner Erfolgsliste gehabt hätte. Es war nach dem Fussballspiel gegen Panama. Ich war mit meiner Familie zusammen, wir schauten Fussball, grillten und saßen gesellig zusammen. Nach dem Spiel machte ich mich auf, um am D-Lake zu fischen. Der See war voll, aber ich fand einen Platz, an dem ich zuvor sogar einen Fisch beobachten konnte. Der Swim war flach und krautig, aber dennoch probierte ich es. Ich war zuversichtlich und konnte mit dem ersten Licht am nächsten Morgen einen der Juwelen dieses Sees heben. Ich hätte die gesamte Saison blanken können, um nur diesen einen Fisch zu landen. Es war unglaublich intensiv.

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Momente des Erfolges sind unglaublich intensiv. Viele Rückschläge machen den ersehnten Fisch zu etwas Besonderem. Du wirst dich immer daran erinnern können. Ich liebe diese Angelei.

 

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Momente des Erfolges sind unglaublich intensiv. Viele Rückschläge machen den ersehnten Fisch zu etwas Besonderem. Du wirst dich immer daran erinnern können. Ich liebe diese Angelei.

 

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Konzentrierst du dich bei deiner Angelei besonders auf jene Plätze, die du zuvor befüttert hast, oder bist du flexibel?

Ich beobachte natürlich sehr genau, wo ich fische und bleibe flexibel. Ich befüttere erst Plätze, wenn ich mir sehr sicher bin, dass diese auch Erfolg bringen könnten. Beim Angeln selbst bin ich sehr akkribisch und bis ins kleinste Detail genau. Meine Köderpräsentation muss optimal sein, schließlich kann es sein, dass ich nur diese eine Chance bekomme. Dann muss alles klappen. Ich darf keine Fehlerquellen unbedacht lassen. Und wenn es manchmal 20 oder 30 Würfe benötigt, um den dünnen sauberen Streifen zu treffen, dann ist es so. Ich muss mir sicher sein, dass alles perfekt ist – bei jeder Session!

Nur wenn du dir 110% sicher bist und deinem Vorgehen vertraust, keine Puzzleteile für Zweifel sorgen, kannst du es durchhalten dein Ding an Low-Stocks durchzuziehen. Bist du nicht fokussierst, suchst du schnell wieder gut besetzte Gewässer auf. Glaube mir: Du wirst etwas verpassen.

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