Silas Sickbert

Zuhause am Strom – Taktik. Tackle.

5 Minuten Lesezeit

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Die Flussangelei ist nicht leicht. Sie hat viele Faktoren, die man berücksichtigen muss. Die Fische auf solch einer langen Wasserstrecke ausfindig zu machen, ist nicht leicht. So bleiben dort auch mal die Bisse aus. Also was machst du, wenn die Fische nicht beißen wollen, alles gegen dich zu sein scheint und die Motivation schwindet? Durchhalten, die eigenen Sinne schärfen und vor allem das Ganze aushalten. Wenn die Seeangler wie wild große Fische posten, bist du oftmals jener, der vielleicht ein schönes Setup-Bild beisteuern kann. Aber lehn dich zurück, stärke dein Mindset und lass es dir gut gehen. Flussangeln ist einfach so.

Meine Strategie basiert auf Futter.

Ich möchte dir ein wenig über meine Taktik am Fluss erzählen. Denn Taktik und Strategie gehören einfach dazu, wenn du erfolgreich am Strom fischen möchtest. Die Instant-Angelei ist kaum darin vertreten, meistens ist es die Futterplatz-Angelei, die ich dort betreibe und das aus einem ganz einfachen Grund. Das Flussangeln ist nicht einfach. Viel Wasserstrecke und wenig Überblick hinsichtlich des Gewässers bringen einen hohen Schwierigkeitsgrad mit sich.

Ich versuche, die Fische auf meinen Spot zu bekommen und auch dort zu halten. Dafür nutze ich folgende Futtertaktik: Zuerst kommen Partikel wie Mais, Tigernüsse, Hanf, und Weizen zum Einsatz. Nach ungefähr einer bzw. zwei Wochen werden Boilies und Pellets den Partikeln beigegeben. Ich kontrolliere die Spots regelmäßig, sei es mit dem Aquascope oder mit der Taucherbrille. Wenn ich sehe, dass das Futter angenommen worden ist, wird der Anteil an Partikeln reduziert. Boilies kommen dann immer mehr zum Einsatz. Dadurch möchte ich erreichen, dass nur die Karpfen am Platz gehalten werden und der Rest der Mitesser wie kleinere Weißfische wieder das Weite suchen.

Dadurch, dass das Wasser im Fluss etwas trüber ist und die Karpfen durchgehend in Bewegung sind, verwende ich gerne helle Köder, um die visuellen Reize des Karpfens in dem kurzen Augenblick anzusprechen, in dem er den Spot überschwimmt. Da wären z.B. der Gorilla Baits #333, der Gorilla Baits #21, und der Gorilla Baits Banane. Diese werde als Doppelboilie oder als Snowman mit einem G-Pop getoppt.

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Vergiss das richtige Setup nicht

Das Setup, was ich bei der Flussangelei verwende, besteht aus Ruten ab 3 lbs aufwärts. Diese Stärke ist ganz wichtig, da ich schwere Bleie mit 140-250 g verwenden und die Fische im Fluss über sehr viel Kraft verfügen. Eine dicke und abriebfeste Schnur ist mir ebenso wichtig wie ein Snackleader, der davor geschaltet ist. Bei Hindernissen im Wasser angel ich so fischschonend wie möglich. Ich verwende grundsätzlich eine semifixed-seitenblei-Montage, sodass der Fisch das Blei direkt nach der Köderaufnahme verliert. Falls es nun doch einmal zu einem Abriss kommen sollte, wird der Fisch die Montage schnell wieder los. Oft verwende ich bei dieser Art der Karpfenangelei einen Clip, um den Druck direkt aus dem Hindernis kommen zu lassen. Dies begünstigt, dass der Fisch aus dem Hindernis, also von dort, wo der Widerstand kommt, flüchtet.

“Das Wissen um das Karpfenangeln am Fluss ist weitreichend.  Setup. Tackle. Futter. Plätze. Der Unterschied zur Seeangelei ist groß.”

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Wissen, wo man Karpfen erwarten kann

Die Platzwahl am Fluss fällt mir eigentlich sehr leicht. Ich suche mir meistens Stellen, die sich vom Flussverlauf flussaufwärts und -abwärts abheben. Seerosenfelder, Weiden, ins Wasser gefallene Bäume, steil abfallende Kanten, tiefe Löcher, Brückenpfeiler, Wehre, scharfe Kurven und strömungsberuhigte Bereiche sind meistens gute Anlaufstellen. Im Vorfeld kann man diese gut mit Google Maps finden und planen. Gerne fahre ich diese Stellen dann mit dem Boot ab und schaue mir das Flussbett und die Kanten mit dem Echolot und dem Aquascope an.

Das richtige Endtackle

Bei meinen Rigs, die ich bei der Fluss Angelei verwende, mache ich keine Spielereien. Meist sind es dieselben Rigs, wie die, die ich im See verwende. Ich achte jedoch darauf, dass ich ein stabiles Vorfachmaterial (30 lbs) und scharfe sowie sehr starke Harken verwende (Größe 2-4). Meistens benutze ich drei verschiedene Rigs am Fluss: Das wären das D-Rig, das KD-Rig und das Blowback-Rig. Diese werden je nach Strömungsstärke zwischen 25-35 cm lang gebunden. Aufgrund des hohen Aufkommen an Mitessern wie Krebsen, Weißfischen und Grundeln, verwende ich ein sogenanntes Semi Stiff Material. Dies besteht aus einer geflochtenen Schnur, die mit einem Schrumpfschlauch überzogen ist und somit das Rig aussteift, damit Verhedderungen vorgebeugt werden.

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“Es ist die Freiheit. Das Gefühl. Das Abenteuer. Das Unberührte.”

Flussangeln – Freiheit und Feeling

Flussangeln bedeutet für mich Freiheit. Du bist meistens für dich alleine in der Natur. Es gibt fast niemanden, der dir sagt, „Nein, hier fische ich“. Der Fluss bietet dir so viel Platz, um dich auszuleben. Keiner kann etwas über den genauen Bestand sagen. Alles ist möglich! 

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Die Rute läuft ab und du weißt, das könnte der Ausnahmefisch sein! Der Fluss hat immer eine Überraschung für dich parat. Du weißt einfach nur nicht wann. Fische, die zuvor noch niemand gefangen hat, sind eine Herausforderung für den Angler und das Gerät. Sowas findet man einfach nur am Fluss!

 

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“Karpfenangeln am Fluss. Eine Challenge. Ein Gewinn.”

Ein Artikel von Silas Sickbert