twelvefeet ausgabe21 bradwegner 2 - Der Zig Rig Style

Der Zig Rig Style –

Karpfen-
angeln

mit dem Zig-Rig

twelvefeet ausgabe21 bradwegner 1 - Der Zig Rig Style

Ein Tutorial von Brad Wegner

7 Minuten Lesezeit

Egal ob warmes oder kaltes Wasser. Zigs funktionieren. Besonders wenn Fische in den höheren Wasserschichten zu finden sind und sich von der Sonne und Tageslicht angezogen fühlen. Doch mit einem Hooklink am Grund sind die scheuen Fische dann kaum zu erreichen. Brad Wegner zeigt dir, wie du mit dem Zig Rig fischst und Karpfen in den oberen Wasserschichten überlistest.

Die richtige Location

für die Angelei

mit Zig Rig

Wie zu jeder Jahreszeit ist die richtige Location ein entscheidender Punkt in unserem Vorgehen. Besonders in der kälteren Zeit sind die Fische in ihrer Bewegung eingeschränkt und verbreiten sich nur wenig. Sie bilden häufig kleinere Grüppchen und raffen sich zusammen. Wird es dann wärmer, bewegen sich die Fische mehr und mehr und suchen die sonnigen Bereiche der Gewässer auf.

Ich gehe häufig so vor, dass ich mir direkt nach dem Erreichen des Gewässers einen Überblick verschaffe. Vor dem Angeln suche ich gezielt vielversprechende Spots auf und halte Ausschau nach Fischen, die sich vielleicht sonnen oder sich in einer ihrer Holding Areas aufhalten.

Du musst sie finden. Alles steht der richtigen Location nach. Köder, Rig, Tackle – angelst du an der falschen Stelle, fängst du nichts!

Den ganzen Tag über kannst du die Fische finden, wenn du an den richtigen Orten suchst. Nur ein Grad Temperaturunterschied machen manchmal den Unterschied. Windbewegungen führen im Frühling häufig dazu, dass sich Fische am windzugewandten Ufer stapeln. Behalte alle Einflüsse im Auge. Die Karpfen sind wechselwarme Tiere und verhalten sich instinktgesteuert. Das heißt, dass sie sich dort aufhalten, wo sie die besten Bedingungen vorfinden. Sonnige Bereiche eher als schattige, wärmere eher als kühlere und so weiter. Finde heraus, wie es an deinem Gewässer funktioniert und halte die Augen auf.

Suche beliebte Plätze wie Schilfbereiche oder heranwachsende Seerosen, um deine Köder anzubieten. Diese Bereiche speichern die Wärme etwas länger als offene, vielleicht vom Wind angreifbare Stellen. Auch krautige Bereiche sind ideal, um Fische zu finden. Sie bieten Nahrung, Schutz und Unterstand, sodass Karpfen sie bevorzugter anschwimmen als Freiwasserstellen.

Im kalten Wasser habe ich an meinen Gewässern festgestellt, dass der Wind keinen großen Einfluss hat. Wichtiger ist der Standort an sich und dass er möglicherweise Schutz bietet.

Wähle das

Richtige Gewässer

aus!

Die Wahl des richtigen Gewässers ist ebenso wichtig, wie der richtige Spot. Es macht keinen Sinn, zur kalten Jahreszeit an besonders tiefen, schwierigen Gewässern zu fischen. Auch der Bestand hat großen Einfluss auf deine Angelei bei kälteren Temperaturen. Wenn das Wasser langsam wärmer wird und die Aktivität der Fische steigt, dann solltest du jene Gewässer auswählen, an denen du mit einer gesunden Fischdichte rechnen kannst. Besonders für das Zig Rig Angeln sind Erfolge wichtig, um Vertrauen in diese Technik zu gewinnen. Ansonsten setzt du relativ schnell wieder auf andere Techniken, weil es dir keinen Erfolg brachte. Ich kann dir aber sagen, dass es funktioniert! Ich mag es, an verschiedenen Spots zu fischen, auch verschiedene Gewässertypen sind gut, um herauszufinden, wo und was genau funktioniert.

Je nach Wetter musst du verschiedene Gewässertypen oder Gewässerbereiche in Petto haben. Richte dich nach dem Wetter

Mit Glück stichst du in ein Nest und kannst großartige Erfolge feiern

Ich setze dabei auf unterschiedliche Gewässer. Eines mit sehr viel Holz und flacher Bodenstruktur, das bei Sonne schnell warm wird und die Fische sofort auf gutes Wetter reagieren lässt. Ein anderes Gewässer, an dem ich konstante Temperaturen erwarten kann, auch wenn es die Umgebungstemperatur schwankt und das Wetter wechselhaft ist.

Meine Erfahrungen zeigen, dass flache Gewässer an hellen Tagen gut funktionieren. Das liegt tatsächlich am Einfluss des Tageslichtes. Dieses dringt bis auf den Grund durch und aktiviert die Fische aufzusteigen, um Sonne zu tanken. Dies ist besonders im Frühjahr der Fall. Wenige Grad machen den Unterschied. An bewölkten Tagen wiederum sind tiefere Gewässer oder auch Gewässerteile besser. Die Fische scheinen hier trotz wechselnder Bedingungen nicht so stark auf den Einfluss des Tageslichts zu reagieren. Vielleicht ist das eine Momentaufnahme, die Erfahrung zeigt jedoch ein klares Muster. Findet man die Fische an bewölkten Tagen, dann sticht man häufig in ein Nest, da sich die Fische häufig in Grüppchen aufhalten. Scheue dich nicht, die erfolgreichen Spots auch nach einem Erfolg wieder anzuwerfen.

So Wichtig ist

Die Tiefe beim Ziggen

Einer der wichtigsten Punkte beim Fischen mit dem Zig Rig ist die Wahl der richtigen Tiefe. Wählst du die falsche Tiefeneinstellung und bietest deinen Köder nicht in der richtigen Tiefe an, so kann es sein, dass du zwar Fische lokalisierst, diese aber vollkommen falsch befischst. Wählst du die richtige Einstellung, sind erfolgreiche Daytrips vorprogrammiert. Meiner Erfahrung nach ist an flachen Gewässern das untere Drittel am produktivsten. Bei einem Gewässer mit einer Tiefe von vielleicht drei Metern, würde ich meine Zigs auf 60-90 Zentimeter über Grund fischen. Scheint die Sonne, kann man das Rig weiter vom Boden entfernen. Einer Faustregel gehe ich oft nach und befische das untere Drittel der Gewässertiefe. In sehr tiefen Gewässern scheint dies genau gegensätzlich zu laufen. Bei einem Gewässer mit zum Beispiel 6 Metern Wassertiefe starte ich in Tiefen zwischen 4 und 5 Metern, also im oberen Drittel.

Wichtig ist, dass man von Beginn an verschiedene Taktiken fährt. Eine Rute tief, die andere etwas flacher. Hat man mit einer Taktik Erfolg, stellt man die andere Rute ebenfalls auf diese Tiefe ein. Manchmal sind wenige Zentimeter entscheidend.

Ich fahre verschiedene Taktiken und setz nie alles auf eine Karte

Bisse richtig

anzeigen lassen

Gegensätzlich der Taktiken anderer Angler, setze ich nicht auf straff gespannte Schnüre. Die Angelei mit Zig Rig funktioniert bei mir etwas anders und unterscheidet sich auch von der Angelei mit der Festbleimontage. Ich habe gelernt, dass mir ein großer Schnurbogen hilft, die Fische und ihre Standorte zu finden. Ich lasse dazu einen größeren Schnurbogen und versuche, Schnurschwimmer wahrzunehmen. Sind die Fische aktiv unterwegs, dann spüre ich sie mithilfe von Schnurschwimmern auf. Klingt spannend, ist es auch.

Piepser über den Bissanzeiger zeigen mir die Aktivität der Fische an. Bekomme ich einzelne Piepser, weiß ich, dass die Fische relativ nah an meinem Köder sind. Bekomme ich mehrere Piepser, befinden sich die Fische etwas weiter entfernt von meinem Spot. In letzterem Falle muss ich meine Zigs weiter in die eigene Richtung versetzen.

Schnurschwimmer geben mir Anzeigen, wo sich Fische aufhalten können. Achte auf die Zeichen, die sie dir geben

Sobald ich eine Karpfenschule gefunden habe, fixiere ich und straffe die Schnur immer weiter. Meine Beobachtungen, die ich vom Boot aus machen konnte, leisten mir heute treue Dienste. Ja, in der Tat ist es so, dass die Bissanzeige bei einem leichten Schnurbogen besser ist, als wenn ich meine Schnur wie eine Gitarrensaite aufziehe. Das hat in der Vergangenheit zu schlechterer Bissanzeige geführt.

Meine Hookbaits

für´s Ziggen

Ich setze im Grunde auf nur zwei Hookbaits beim Ziggen. Der erste ist Bait Foam – in 9 von 10 Fällen und Erfolgen in der Farbe schwarz. Der Grund dafür ist die prägnante Färbung der Silhouette. Unabhängig von den Bedingungen, strahlender Sonnentag oder bewölkter Nachmittag, hebt sich schwarz immer von der Masse ab. Das ist sehr interessant und basiert auf meinen vielen Zig-Erfolgen der letzten Jahre.

Gerne verwende ich Zig Aligner von Fox. Sie sind einfach zu verwenden und funktionieren sehr gut in der Praxis. Möchte ich die Farbe ändern, change ich sie schnell und einfach. Ich booste meinen Schaum häufig mit NS1 Hookbait Boostern von CC Moore. Das sorgt auch geruchlich für eine hohe Attraktivität.

Visuelles ist wichtig. Doch vergiss niemals den Geruch deiner Hookbaits!

An manchen Gewässern macht es Sinn, auch mit kleinen Boilies zu fischen. Hier fische ich mit 8 mm großen NS1 Pop Ups. Manchmal setze ich davon sogar zwei ein. Je nach Gefühl entscheide ich das spontan und probiere verschiedene Hookbaits und ihre Auswirkungen auf die Beissaktivität. Auch auf die kleinen Boilies konnte ich schon einige gute Erfolge feiern. Man muss es ausprobieren. Bei dir wird es sicherlich auch gut funktionieren. Der große Unterschied zwischen Hookbaits, die selbst auch Aroma verströmen und denen, die selbst nur visuelle Wirkung zeigen, ist die Attraktivität bei nicht so guter Klarheit des Wassers. Sie werden definitiv mehr Bisse bringen, da die Fische auch Geruchsstoffe wahrnehmen können. Probier es einfach aus und werde aktiver Zig Rig Angler. Ich wünsche dir viel Erfolg und ein paar dicke Zig-Fische.