Gerade erst frisch aus dem Sommerurlaub zurück gekehrt, zieht es unseren Gastautor Janik Wolf gleich schon wieder an die heimischen Gefilde der hiesigen Gewässer. Was er diesmal erlebt, und vor allem auch gelernt hat, liest du in den folgenden Zeilen.

Das gesamte Jahr beschränkte ich mich schon auf ein Gewässer, in welchem mein aktueller Zielfisch schwimmt. Abgesehen von kurzen Stalking- und Oberflächenrunden, nach der Arbeit, sah ich bei jeder Session die selbe Kulisse. Gemeinsam mit meinem Buddy Julian wollte ich, nach seiner Rückkehr aus den USA, einen kurzen Wochenendtrip durch unsere Heimat starten. Genügend kleine Gewässer, welchen gar keine Aufmerksamkeit durch andere Angler geschenkt wird, standen auf unserer Liste. Dabei wollten wir nicht „business as usual“ fischen, sondern andere Techniken und Methoden anwenden. Da an den örtlichen Gewässern Boote und Futterboote strengstens verboten sind, wollten wir genau diese beiden Hilfsmittel, an zwei Seen mit dem entsprechenden Regelwerk, anwenden.

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Das blaue Loch – still und tief

Wir starteten freitags, nach dem Feierabend, direkt zu einem kleinen Waldsee, an welchem wir die erste Nacht verbringen wollten. Mit der Hilfe eines Futterbootes erkundeten wir die vorherrschenden Tiefenverhältnisse. Der gerade einmal einen halben Hektar kleine Pool war tatsächlich bis zu 18 m tief. Die Kanten fielen steil auf 8 m ab. Mittels dem GTM ermittelten wir die Sprungschicht zwischen vier und fünf Meter. Zudem fanden wir offensichtliche Hot Spots, wie ein Seerosenfeld und zwei versunkene Bäume. Hier sahen wir auch die ersten Fische rollen. Wir entschieden uns dazu, die Ruten auf einzelnen Banksticks zu staffeln, sodass jeder jeweils eine Rute knapp unter der Sprungschicht und eine Rute darüber ablegen konnte.

Da ich bei diesem Gewässer auf keine Erfahrungswerte zurückgreifen konnte, setzte ich auf bewährte Rigs und Köder – alles eine Frage der Vertrauenssache! Eine bunte Mischung aus Coco & Banana und Fruity Raspberry in 20 mm sowie BBQ & Squid in 25 mm sollten es richten.

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Bei leckerem Grillgut und einem Bier feierten wir Julians Rückkehr und stimmten uns positiv auf das bevorstehende Wochenende. Da unsere Wetter-Apps keinen Tropfen Regen anzeigten, wollten wir „Open Air“ schlafen, um am nächsten Tag direkt weiterzufahren. Jedoch wurden wir direkt beim Abendessen von einem heftigen Unwetter überrascht – glücklicherweise hatte Julian noch einen Schirm im Bus. So teilten wir uns die gesamte Nacht mit zwei Liegen einen Schirm.

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Gefangen hatten wir im Übrigen auch. Nach einem Satzer, für jeden, konnte Julian früh morgens einen guten Spiegler fangen. Sicherlich einer der größten dieses kleinen, unscheinbaren Gewässers. Besonders für Julian freute ich mich, dass er nach seiner Abstinenz, über mehrere Monate, direkt einen guten Fisch fangen konnte.

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Da das Trocknen unserer Sachen bis in den frühen Nachmittag hinein dauerte und das regnerische Wetter ein Oberflächenangeln nicht ermöglichte, begaben wir uns direkt zum Gewässer für die zweite Nacht.

Der verkrautete Baggersee und seine urigen Bewohner

Das zweite Gewässer an diesem Wochenende sollte ein stark verkrauteter Baggersee sein. Um hier erfolgreich vom Feld zu gehen, ist das Finden und präzise Ablegen in Kräutlöchern essentiell. Eine willkommene Abwechslung, da das punktgenaue Ablegen mit dem Boot nicht zu meiner täglichen Angelei gehört. Wir wussten von dunklen Spieglern – urige Fische aus dem Altbestand, wie wir sie lieben. Dank der Messung mit dem GTM konnten wir auch hier eine Sprungschicht ausmachen – dieses Mal zwischen 7 und 8 m. Deshalb entschieden wir uns für den flacheren Seebereich. Mittels Schlauchboot bahnten wir uns den Weg durch das Kraut, welches teilweise bis dicht unter die Oberfläche stand. Ich fand meine Spots auf 1,5 und 4 m, Julian befischte identische Tiefen. BBQ & Squid Boilies und ein Partikelmix aus Tigernüssen & Hanf sollten mir an diesem See zum Erfolg verhelfen.

Die Ruten lagen präzise, wir genossen den Sonnenuntergang und gönnten uns wieder Feinstes vom Grill. Noch vor dem finalen Untergehen der Sonne konnte jeder von uns den ersten Karpfen landen. Die anschließende Nacht gestaltete sich ereignisreich.

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Bei einer anschließenden Auswertung waren wir uns einig: durch die Sprungschicht konnten wir die produktive Wasserfläche stark eingrenzen – und somit den Aufenthaltsort der Karpfen bereits erahnen. Vorab konnten wir auf Grund zu flacher Gewässer, die wir normalerweise befischen, noch keine großartigen Erfahrungen mit der Sprungschicht machen. Schlussendlich blicken wir auf ein gelungenes Wochenende mit neuen Erfahrungen, gestärkter Freundschaft und geilen Fischen auf der Speicherkarte zurück.

Janik Wolf

PS: Über Anmerkungen, Fragen oder sonstige Kritik würde ich mich sehr freuen, schreibt mir gern über Instagram.

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