Mit dem Sommer gings langsam, aber sicher zu Ende. Nach den letzten Nächten schwand auch langsam die Hoffnung auf Fisch. Bisher war das Jahr nicht besonders fischreich, aber das wollte ich im letzten Drittel der Sommerferien definitiv ändern. Was machte ich falsch, woran lag es?  Egal, ich musste was ändern. So zog ich auf einen Platz um, von dem ich wusste, dass schon Fische gefangen wurden. Das Camp war schnell aufgebaut und das Set-up stand. Nach kurzem Loten fand ich ein paar interessante Stellen. Die Ruten waren schnell montiert und zielsicher ausgebracht. Nachdem mit der Futterrakete die Spots befüttert waren, baute neben mir ein Kumpel ebenso sein Camp auf. Die Stunden vergingen und es tat sich nichts.

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Das Set-up war schnell aufgebaut…

 Fehlalarm

Plötzlich ertönte der Bissanzeiger und ich war in der nächsten Sekunde an meinen Ruten. Aber was war das? Fehlalarm! Anstatt einem Fisch der sich den Köder hat schmecken lassen, schwamm nur ein Schwan durch meine Schnur. So kehrte erneut Ruhe ein und das Warten begann von vorne. Nach längerem Gespräch mit meinem Angelnachbarn brach aber auch langsam die Dunkelheit über uns herein.  Im 10-Minutentakt bekamen wir Aktionen an den Ruten, welche jedoch von Fledermäusen kamen, die durch die Schnüre flogen.  Nach Mitternacht war jedoch alles still.

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Erstmal war es ruhig am See.

Wenn es nicht läuft, dann läuft es nicht

Die ganze Nacht nichts, schon wieder. Ich wusste echt nicht weiter. An allen Ruten befanden sich verschiedene Köder und selbst die Gewässertiefen waren unterschiedlich. Doch als ich die Hoffnung schon fast aufgegeben hatte, weckte mich früh morgens endlich das langersehnte Schreien meines Bissanzeigers. Der Fisch zog so heftig, dass er die Rute fast komplett aus der Halterung riss. Nachdem ich den Anschlag setzte, merkte ich sofort, dass dies ein guter Fisch war. Doch nach wenigen Sekunden schwamm der Fisch sich fest. Egal was ich tat, er bewegte sich keinen Zentimeter. Es war wie verhext! Nach großem Kraftaufwand löste sich die Montage aus dem Kraut, wovon massenhaft vorhanden war, jedoch ohne Fisch.

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Es gab Massen an Kraut in dem Gewässer…

 Die zweite Chance

Deprimiert brachte ich die Rute neu aus, dieses Mal mit einer Tigernuss und einem Pop-up Maiskorn bestückt. Und ich bekam eine zweite Chance. Um kurz nach 10 Uhr lief die Rute erneut ab.  Nun ging alles gut. Der Fisch schwamm ins Freiwasser, leistete jedoch keinen großen Widerstand. Kurz bevor ich die Silhouette des Fisches unter der Oberfläche sehen konnte, schoss dieser zurück in die Tiefe. Das Selbe geschah ebenso beim nächsten Versuch den Fisch in Richtung Oberfläche zu ziehen. Langsam wurde er müde. Das typische Fluchtverhalten deutete auf einen Graskarpfen hin und tatsächlich, als dieser an der Oberfläche auftauchte, kam seine wahre Größe zum Vorschein. Nach der Landung, wurde dieser gewogen. Die Wage zeigte 40,5 Pfund an.

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40,5 Pfund – Yannick mit einem langen Torpedo.

Nach kurzer Fotosession kam der Graser zurück in sein Element. Es war mein bisher größter Fisch und ich war stolz, auch wenn ich lieber einen richtigen Karpfen im Kescher hätte .Aber eine Nacht hatte ich ja noch. In dieser wollte ich alles auf eine Karte setzen, warf auf einen anderen Spot, fütterte und fischte nur mit Boilies.

Karpfenangeln ist mehr als nur dicke Fische fangen

Schon wieder lief alles ruhig, der ganze Tag. Naja, mit den richtigen Leuten ist auch die Zeit ohne Fisch, mehr als erträglich. Wir redeten bis in die Dunkelheit hinein. Ein kurzer Blick in den Nachthimmel offenbarte sich ein wunderschönes Sternenbild. Auch als schon alle in ihren Zelten verschwunden waren, verharrte ich draußen und blickte empor, um die ein oder andere Sternschnuppe zu erblicken. Eine sternschnuppenreiche Nacht war diese definitiv nicht, jedoch zahlte es sich aus, draußen zu bleiben. Um kurz nach Mitternacht lief die linke Rute ab, mein Plan ging auf. Nach kurzem Drill  konnte ich einen, wenn auch kleinen, 10 Pfünder landen.

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Happy – Da gabs doch noch einen Karpfen für Yannick.

Ich war überglücklich, da es mein erster Karpfen in diesem Baggersee war.  Der Rest der Nacht und auch der nächste Morgen verliefen aktionslos. Nachdem das Camp abgebaut und alles im Auto verpackt war, verließ ich den See mit positiver Einstellung und war heiß aufs nächste Mal.

Euer Yannick