Nur ganz selten kommt es vor, dass ein Ereignis aus dem Themenkreis des Karpfenangelns so große Wellen schlägt, dass sogar die Boulevard-Presse darauf aufmerksam wird –und befindet, dass es sich lohnt, darüber zu berichten.
Genau so ist es aber nunmehr aus gegebenem Anlass geschehen: Worüber selbst die englische Tageszeitung „The Sun“ in ihrer jüngsten Ausgabe berichtet, das berührt unseren Informationsauftrag umso unmittelbarer: Der Engländer David Knock verharrt bis zum heutigen Tage in Ungläubigkeit darüber, was geschah (Quelle: thesun.co.uk). Denn er war es, dem es kürzlich gelang, den inoffiziellen Schuppenkarpfen-Weltrekord mit einem sagenhaften Gewicht von 47,8 Kilo zu fangen – das entspricht der in England geläufigen Gewichts-Einheit von 105,4 englischen Pfund!
IGFA – keine offizielle Wertung des Rekordfangs
Aber warum inoffiziell – magst du dich fragen. Die Antwort liegt am Ort des Geschehens selber: Dem in Fachkreisen berühmten Euro-Aqua – eine Szene-bekannter Paylake (kommerzielles Gewässer) in Ungarn. Zur Erklärung: Die Richtlinien der für die internationale Annahme von Rekordfischen zuständigen IGFA ( International Game Fish Association) erlauben es nicht, den Fisch in die Wertung zu nehmen, da er aus einem kommerziell-bewirtschafteten Gewässer mit hohem Futtereintrag stammt, ein Gewässer, in dem die „Wertigkeit“ eines solchen Fisches infrage gestellt wird. Hingegen beläuft sich der von IGFA anerkannte aktuelle Weltrekord-Schuppi auf ein Gewicht von 34,33 Kilo. Allein – klar ist auch: Die bürokratische Richtlinien-Treue tut Davids Freude über den Fang seines Riesenfisches keinen Abbruch.
Ganz verwunderlich ist der Ausschluss von der Wertung nicht, denn immerhin ist der Euro Aqua durch seine Rekord-Historie bekannt – Fische von über 25 Kilo sind dort keine Seltenheit. Das ist auch der Grund, aus dem Angler mit Big-Fisch-Ambitionen teilweise monatelang darauf warten müssen, um einen der begehrten Plätze am See zu ergattern. So auch David Knock.
Umso größer war Davids Vorfreude, als er endlich die Zusage erhielt, auf den er sich ganze 18 Monate vorbereitet hatte. Mit Erfolg, wie man sagen kann. Wir schauen uns Details zum Fang an…

Grobe Kelle…und ein lebhafter Futterplatz – Davids Taktik
Hervorzuheben ist Davids außergewöhnlicher Futter-Eintrag – sowohl in Bezug auf die Art als auch auf die Menge. Davids Ansatz: Die großen Fische im Euro Aqua haben großen Hunger – soweit so klar. Gleichzeitig haben sie aber auch schon alles vorgesetzt bekommen, was die Köderindustrie hervorgebracht hat. Er entschied sich daher dafür, ganze 50 Liter Maden in Kombination mit gekochtem Weizen einzubringen, während wenige Pfund Boilies nur den kleinsten Anteil am Futterplatz ausmachten.
Dieser Ansatz ist offenbar aufgegangen: Nachdem David an seinen mit Bojen markierten Spots bereits in den ersten Tagen der Session Fische bis 25 Kilo fangen konnte, beschlich ihn das Gefühl: „Da geht noch mehr, mein Futteransatz geht schließlich voll auf“. David sollte Recht behalten: Inmitten der Session biss der Riesen-Fisch und bescherte ihm einen 20-minütigen Drill. Der Seebetreiber – bestens vertraut mit seinen Bewohnern – bemerkte unverzüglich nach der Landung: „Ja, da liegt er vor uns – der neue Weltrekord.“ Was sich auch bestätigte – nur eben nicht offiziell.
Unabhängig des Wertungsausschlusses der IGFA – es ist und bleibt einen Riesenfisch, zu dessen Fang wir David herzlich gratulieren! Es bleibt zu fragen, welche Rekorde der Euro-Aqua in der Zukunft noch bereithalten wird…

Pressestimmen und Medienecho
Unmittelbar nach seinem Fang äußerte sich der überglückliche Fänger zu seinem Erfolg auf Facebook:
„Ein Traum ist in Erfüllung gegangen – der beste Augenblick meiner langjährigen Angel-Karriere “ (Übersetzung der Redaktion, Quelle: Thesun.co.uk)
Gegenüber der Angling-Times äußerte sich David in einem Interview wie folgt:
Es gibt wirklich kein vergleichbares Gewässer auf der Welt, wenn es um den Fang von Großkarpfen geht.
Der Gedanke daran, dass.der nächste Fisch die 100 Pfund-Marke ( gemeint sind: englische Pfund) durchbrechen könnte, ist schwer in Worte zu fassen (Quelle: anglingtimes.co.uk).
Knock gab auch zu, dass er einen „Zusammenbruch“ hatte, als ihm die Größe des Karpfens bewusst wurde. Er war – wie er im Interview mit der Sun verriet – außerdem in „völligem Unglauben“, dass er ihn tatsächlich gefangen hatte – und damit einen Rekord aufstellte. Hierzu erneut Knock im Interview mit der Sun:
Er war einfach riesig, und ich bin total zusammengebrochen.
Ich bin so froh, dass Russ da war, um mich ruhig zu halten.
Er passt nicht ins Netz‘, murmelte Russ – aber zum Glück haben wir es irgendwie geschafft, ihn hineinzubekommen.
Wie es das Protokoll verlangt, haben wir den Besitzer angerufen, und zum Glück kam er schnell vorbei, um beim Wiegen zu helfen.
Zu diesem Zeitpunkt stand ich völlig unter Schock, alles, was danach passierte, war wie im Nebel.
Wir haben den Fisch gewogen – 47,8 Kilogramm. Und dann riefen wir aus, dass es ein Rekord sei. Ich konnte einfach nicht glauben, dass ich ihn wirklich gefangen hatte.