Northern Baits: S-Prococo mit Bestseller-Potential. Ein Erfahrungsbericht

Erst vor Kurzem berichteten wir auf unseren Seiten über den dänischen Köderhersteller Northern-Baits. Mit einiger Berechtigung: Die Herkunft der Boilies und deren Entstehungs- und Entwicklungsprozesse verdienen in mehrerlei Hinsicht besondere Aufmerksamkeit. Das liegt zu Einen an den Besonderheiten der Vertriebsstrukturen: Northern Baits bezieht seine Produkte direkt von den berühmten dänischen Mühlen, die die hochwertigsten Mehle und Proteine liefern, die heimische Köderhersteller bisweilen vor logistische Herausforderungen stellen können. Brian Westergaard, federführender Entwickler hinter den Produkten, bezieht sich auf deren Homepage gar auf  „die hochwertigsten Zutaten, die jemals in Ködern verwendet wurden“.

Boilies auf Bewährung – Vertrauen ist gut….

Dieses Selbstbewusstsein, das vom Vertrauen in die Boilies geleitet ist, steckt zweifellos auch eine hohe Erwartungshaltung ab. Diese Erwartungshaltung wiederum erweist sich als Richtmaß, das die Rahmenbedingungen für die Produkttests vorgibt, die das Team um Brian Westergaard als unabdingbaren Bestandteil der Köderentwicklung betrachten. Damit ist umgekehrt auch eine gewisse Fallhöhe markiert: Die Boilies aus dem Hause Northern Baits müssen schon sehr gut sein, um den Anforderungen gerecht zu werden. Was in der Theorie von der hohen Qualität der Boilie-Bestandteile zeugt, muss sich also erst im Test am Wasser bewähren. Und zwar nicht nur in Dänemark, sondern auch hierzulande, unter den Bedingungen in südlicheren Gefilden, lies: bei uns in Mitteleuropa.

Ein guter Grund also, um einen der Testangler des österreichischen Ablegers von Northern Baits zu Wort kommen zu lassen. Dieser hat sich dem neuesten Emporkömmling der Range, der sich noch in der Tetsthase befindet, gewidmet. Wir übergeben das Wort an Andreas Traxler, der uns auf eine Session mitnimmt, deren Verlauf und Ausgang neben taktischen Kunstgriffen nicht unerheblich mit der Rolle des S-Prococo in Zusammenhang steht.

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Unverhofft kommt oft – von schweren Anfängen und glücklichen Fügungen

Wir schreiben Anfang Mai 2022: Für mich ging es einmal mehr an mein Lieblingsgewässer, einen alten und tiefen Baggersee. Diesmal mit im Gepäck unser neuer Testboilie: der S-Prococo. Zugegeben: Die Hoffnungen hielten sich in Grenzen, wusste ich doch, dass ein langes Wochenende vor uns lag – ein untrügliches Zeichen also, dass sehr viele Angler am Gewässer anzutreffen sein würden. Bei meiner Ankunft am Gewässer war schnell klar, dass ich damit Recht behalten sollte. Aber das Glück war mir hold: Trotz hohen Betriebes und vieler besetzter Stellen fand ich einen etwas abgelegenen Platz in einem Eck.

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Die Spotsuche gestaltete sich relativ einfach, da ich in der Nähe ein paar GPS-Punkte abgespeichert hatte. Diese bin ich der Reihe nach abgerudert, um sie mir mit der Unterwasser – Kamera anzuschauen. Jedoch sind die Plätze optisch nicht so überzeugend gewesen. Was also sollte ich tun, denn schließlich war ich in Ermangelung an Alternativen auf den Platz angewiesen. Mir blieb nichts anderes übrig, als zu bleiben. Und das beste daraus zu machen. Die Zuversicht war nicht ganz unbegründet, denn immerhin ermöglichte mir mein begrenzter Aktionsradius noch die Begutachtung zweier weiter in Frage kommender Spots. Das bedeutete für mich neuerlich: Spots abfahren und mit der Kamera checken. Am Spot angekommen, traute ich meinen Augen nicht.

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Sehenden Auges: Showtime für die Carps

Was ich da sehen musste, ließ mich gebannt auf den Monitor blicken. Selten habe erlebt, dass man Karpfen so unbehelligt beim Fressen beobachten konnte. Das war allerdings nur von begrenzter Dauer, denn leider habe ich die Karpfen durch meine Anwesenheit verscheucht. An meiner neu-gewonnenen Zuversicht änderte das aber nichts: Ich glaubte fest daran, dass sich der ein oder andere Fisch im Schutze der Dunkelheit wieder über diesen Platz hermachen würde.

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S-Prococo im Einsatz: Holpriger Start

Also schritt ich zur Tat: Ich setzte mir mitten am Spot einen Marker und fütterte großflächig etwa 3 kg S-Prococos in 3 verschiedenen Größen. Die linke Rute am Spot beköderte ich mit einem S – Prococo Sinker, dem ich zuvor mit etwas Kork Auftrieb verlieh. Die rechte Rute am Spot fischte ich einfach mit einem Doppel – Sinker. Meine selbstgemachte Wafterrute legte ich am Rande des Platzes im leicht verkrauteten Bereich ab. Die andere Montage legte ich mittig auf den Spot. Leider verlief die erste Nacht – wie so oft – ereignislos. Die Delkims schwiegen wie ein Grab. Doch kurz nach Sonnenaufgang meldete sich die Rute am Rande. Nach kurzen aber wildem Drill landete ein kleiner Schuppi in meinen Keschermaschen. Na also, geht doch!

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Ich war schon voller Motivation und dachte es beginne mal richtig zu laufen, doch es kam wiederum anders als man denkt. Kaum den nächsten Biss gehabt und schon im Kraut verloren. Dieser Rückschlag setzte jedoch in mir neue Kräfte frei. Die Ruten wieder scharf gemacht, etwas am Stuhl relaxed und die Tacklebox auf Vordermann gebracht. Allein: Die Hoffnung wurde jäh durch Enttäuschung abgelöst.: Bis zum nächsten Morgen verbuchte ich wieder keinen Biss. Ich kontrollierte anschließend die Plätze mit der Unterwasser – Kamera. Alles Boilies lagen mitsamt fangfähigem Rig unangetastet am Spot. Kurz vor dem Sonnenaufgang am letzten Morgen lief dann doch noch eine Rute ab. Leider jedoch mit einer Brasse am Haken. So fuhr ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge nachhause. Nichtsdestotrotz: Nach der Erfahrung mit der Untwerwasser-Kamera hatte ich den Entschluss gefasst, schon bald wieder kommen. Mit etwas mehr Zeit im Gepäck.

Auf ein Neues – Es wird heiß

Wir schreiben bereits Juli, der Neumond war bereits vorbei – und damit auch die vermeintlich beste Zeit, wie viele sagen. Auch ich hatte leider nur zu dieser Mondphase Zeit, um Angeln zu gehen. Aber ich war  durch meine jüngeren Erfolge am Gewässer eigentlich sehr zuversichtlich.

Mittwoch gegen Mittag kam ich endlich am Gewässer an. Bei brütender Hitze und kaum einem Angler in Sicht wähnte ich schon größere Aussicht auf Erfolg. Somit konnte ich endlich an einem Platz angeln, der sonst immer belegt ist. Doch mein Vorgehen war recht simpel: Angle anders, als die Anderen an dem Gewässer.

Nach dem schweißtreibenden Aufbau in der Mittagshitze begab ich mich auf Spotsuche. Da ich hier noch nie geangelt habe, bin ich den mir verfügbaren Bereich mal grob abgefahren, um mir ein Bild der Situation unter Wasser zu machen. Von früheren Sessions wusste ich, wo die Marker der anderen Angler standen, weshalb diese Bereiche für meine Taktik, alles anders machen zu wollen, nicht in Frage kamen. Meine linke Rute fand auf einer steilabfallenden Kante mitten im Nirgendwo Platz. Der Spot war perfekt, um am Fuße der Kante schön mit Futter zu arbeiten, zumal meine Montage ist durch das Unterwasserfeature gut getarnt war.

Hier habe ich reichlich 16er, sowie  ganze und halbierte S- Prococo verteilt und legte die Rute mit 2 halbierten Boilies am Haar am Ende der Futterstraße ab. Das Rig meiner Wahl: Einfaches Stiffrig mit weichem Haar und Longshank Gr.4.

Strategiewechsel – Eine gute Entscheidung?

Die zweite Rute legte ich inmitten zweier Krautfelder auf einer sehr weichen sandigen Stelle, die ich zuvor mit dem Poseidon-Groundtester untersuchte, ab. Keinerlei Anzeichen von Schlamm, lediglich schöner heller Sand. Hier dachte ich mir ich nutze diese natürliche Stelle, um mit einem Single-Hookbait zu angeln. Hier platzierte ich an einem weichem Geflecht mit einem 2er Wide Gape Haken, eine einzelne 24er S-Prococo, um die vorbeiziehenden Fische nicht zu viel zu beschäftigten. Sie sollten den visuellen Köder gleich einsaugen können.

Kaum war es dunkel, lief die Rute zwischen den Krautfeldern ab. Diesmal war es ein kleiner aber schöner Spiegler.

Ich legte sofort wieder im Schutze der Dunkelheit ab, ohne ein Gramm Futter zu verteilen. Gegen Mitternacht kam der nächste Biss auf die Rute zwischen den Krautfeldern. Diesmal entpuppte sich der Gegner als etwas heftiger, denn der Fisch flüchtete ins Kraut. Zum Vorschein kam ein Schuppi mit geschätzten 10kg. Doch diesmal war etwas anders, der Köder sah nach nur kurzer Zeit sehr angenagt aus. Somit entschied ich mich noch im Boot, den S-Prococo zu wechseln und auf eine ausbalancierte-, einzelne Tigernuss zu setzten, um bis zum Sonnenaufgang ein fängiges Rig am Spot liegen zu haben. Die verbleibende Nacht verlief dann wieder sehr ruhig. Bis zu besagtem Sonnenaufgang. Diesmal meldete sich meine Rute am Fuße der Kante. Nach kurzem und hartem Drill kam ein torpedoförmiger Schuppi im klaren Wasser hoch. Jedoch schlitze der Fisch kurz vor dem Kescher aus.  Als ich das Rig kontrollierte, ist mir aufgefallen, dass sich das Haar um den Hakenbogen gewickelt hat. Der schlechte Hakensitz infolge des verkürzten Abstands zum Haken verursachte womöglich den Aussteiger.

Am Ufer überlegte ich, was ich ändern könnte und entschied mich auf einen sehr leichten Köder zu wechseln, der ganz leicht schwebt. Ich fischte nun einen 16er Sinker mit einem 15er NB4 Pop up.

Aller guten Dinge… – neuer Versuch mit fettem Ende

Die nächsten 24h verliefen wieder ohne jegliche Aktion, was an diesem Gewässer nicht unüblich ist. Ich kontrollierte die Ruten alle 12h mit der Unterwasser-Kamera, doch es schien alles in bester Ordnung zu sein.  Es dauerte bis zum nächsten Sonnenaufgang, als sich wieder eine Rute meldete. Diesmal meldete sich die Rute an der Kante, wobei der Fisch sofort ins noch tiefere Wasser flüchtete – ein untrügliches Zeichen, dass es ich um en besseres Exemplar handelt. Nach gut 20 Minuten Drill kam ein kugelrunder Spiegler zum Vorschein. Was war ich erleichtert als ich den Fisch im Kescher hatte. Doch dies war der Auftakt zu einer regelrechten Serie von Fischen. Auch diesmal legte ich noch am Rückweg mit dem Fisch die Rute wieder ab und fütterte die Stelle nochmals nach.

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Am frühen Nachmittag wie aus dem Nichts lief die Rute schon wieder. Diesmal kam nach einem heftigen Drill ein langer Schuppi an die Oberfläche. Auch diesmal legte ich die Rute wieder am Rückweg ab. Kaum waren die Bilder gemacht und alles wieder am Ufer auf Vordermann gebracht lief die Rute erneut ab. Dieser Schuppi lieferte einen tollen Fight im klaren Wasser und zog mir immer wieder die Schlagschnur von der Rolle, bis ich ihn schlussendlich keschern konnte. Ich blickte in den Kescher und dachte mir, dass er womöglich die magische Grenze von 20 kg erreicht haben könnte. Die Waage pendelte sich schließlich bei 19,7 kg ein.

Die Ruhe vor dem Sturm

Nach den beiden Fischen am Nachmittag kehrte wieder Ruhe ein. Ich musste wieder bis zum nächsten Tag warten, als die Rute an der Kante neuerlich ablief. Diesmal hob ich die Rute an und wollte die Bremse etwas fester stellen, doch der Fisch nahm Schnur. Meter um Meter. Als ich endlich mit dem Boot über dem Fisch war, zog dieser gemütlich seine Bahnen, ohne sich von meinem Gegendruck beeindruckt zu zeigen. Ganz im Gegenteil: Die ersten gefühlten 20min im Drill dachte ich wirklich, dass ich nun einen Waller im Drill hatte. Entsprechend groß war die Erleuchtung, als ich den Fisch zum ersten mal sah. Kein Waller freilich, sondern ein Karpfen. Und was für einer!  Ich öffnete schlagartig die Bremse und justierte mit dem Finger gefühlvoll nach. Als der Fisch die Oberfläche durchbrach war ich sprachlos, ein Spiegler so groß wie mein Kescher und dann noch ein „Two – Tone“.

Der Kampf wurde zu meinen Gunsten entschieden: Beim Abhaken im Kescher noch direkt am Wasser dachte ich noch, es könne sich um einen 30+ Fisch handeln. Immerhin lag da ein Stiernacken vor mir. Fürwahr: Die Waage bestätigte anschließend, was die ausgefüllte Abhakmatte bereits vermuten ließ:  Ein Fisch über 30 Kilo!!!! Wie lange habe ich auf diesen Moment gewartet und mit meinem Kumpel darüber geredet und nun ist der Moment da. Schnell wurden die Bilder gemacht und der Fisch neuerlich seinem Element übergeben.

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Nach einer kurzen Pause, einem starken Kaffee und unzähligen Nachrichten an Familie und Kumpel, legte ich 2h später wieder diese Rute ab. Es dauerte schließlich bis zur Morgenröte, als mich gegen 04:00 Uhr ein brachialer Biss aufschrecken ließ. Der Fisch nahm wieder Schnur ohne eine Pause, zog sofort ins tiefe Wasser und wieder begann ein Drill, den ich bis heute nicht vergessen werde. Endlich am Ufer angekommen, sah ich in den Kescher. Der Rest geschah wie in Trance: Mit zittrigen Knien die Waage geholt, den Fisch gewogen. Und dann die Vergegenwärtigung: Wieder 30 Kilo, wieder 24h auf dieselbe Rute und wieder mit demselben Köder– dem S-Prococo. Ich war sprachlos. Ich habe wohl noch nie mit so einem Gefühl die Heimreise von diesem Gewässer angetreten, wie nach dieser Session.

Mein Fazit: Wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, können auch mal Träume in Erfüllung gehen. Dem richtigen Köder sei Dank.

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Das ist der S-Prococo von Northern Baits

Der Hersteller beschreibt den Boilie, dem der Fang dieser Fische zu verdanken ist, wie folgt:

Beim Aufreissen der Tüte wird euch ein Cremig süßer Geruch Nach Cocos und Vanille in die Nase steigen. Aufgrund der Optik könnte man vermuten, dass es sich hier um einen HNV (High Nutritional Value) Boilie handeln würde. Weit gefehlt, denn die Bestandteile  S-Prococo sprechen eine andere Sprache: Ein Gerüst aus LT-Fischmehlen verfeinert mit den feinsten Attraktoren wie N-Butyric Acid, Vorverdautem Fischmehl, Squid extrakt, Hydrolyzed Liver Powder und und Erdnuss Extract, verfeinert mit dem – im Matchangeln sehr etablierten – Vanillin runden diese Kugel im wahrsten sinne ab. Erste Tests im Team Northernbaits haben für Aufsehen gesorgt und einige richtig gute Fische verbuchen können.

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