Rigs sind beim Karpfenangeln eines der meist diskutierten Themen. Es gibt zig verschiedene Varianten und häufig kommt eine Neuheit oder Abwandlung eines bereits bestehenden Rigs in den Trend – gerade Anfänger können dabei schnell den Überblick verlieren. Zwar hat jeder seine eigenen Ansichten und Rigs, denen man besonders vertraut. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die immer noch sehr häufig falsch gemacht werden und die man grundsätzlich beachten sollte. Martin und Frederic nehmen diese Punkte heute für uns in den Blick. Los geht´s.

Rigs beim Karpfenangeln – Weniger ist mehr

Gerade bei Anfängern und Neulingen im Karpfenangeln sieht man immer wieder, dass sie sich die Mühe machen und unnötig komplizierte Rigs zusammenbasteln, weil sie es vielleicht bei einem bekannten Angler gesehen haben und es für richtig halten. Grundsätzlich ist es nicht schlecht, sich etwas abzuschauen, doch wenn man seine Rigs zu kompliziert gestaltet, kann das ganz schnell ineffektiv sein.

Wir haben selber erst nach einigen Jahren und unzähligen verschiedenen Rigs, die wir gefischt haben, gemerkt: ,,Simple is Better‘‘. Das wohl bekannteste Rig ist mit Sicherheit das klassische Hair-Rig und das aus einem einfachen Grund – es fängt. Natürlich gibt es einige Szenarien, in denen das Rig keinen Sinn macht oder ineffektiv ist, doch in den allermeisten Situationen ist es unschlagbar.

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Um es zu vermeiden, etliche verschiedene Rigs mitzuschleppen, macht es viel mehr Sinn, sich für zwei bis drei Rigs zu entscheiden und diese immer wieder den Gegebenheiten und Angelbedingungen anzupassen. Wir haben beispielsweise entschieden, ausschließlich ein Hair-Rig und ein Multi-Rig zu fischen. Das Hair-Rig für Bodenköder und das Multi-Rig für Pop-Ups. Das Einzige, das verändert wird, sind die einzelnen Komponenten. Dabei passen wir das Vorfachmaterial, die Vorfachlänge und die Hakengröße immer individuell der jeweiligen Angelsituation an.

Die Länge macht´s – Rigs

Wenn ihr euer Rig nach Wahl gefunden habt, geht es daran, die Länge zu definieren. Die Rig-Länge ist eine sehr heiß diskutierte und extrem wichtige Komponente des Rigs. Wenn nicht sogar die Wichtigste, neben dem Haken. Es gibt ein paar Anhaltspunkte, an denen man sich orientieren kann, um die Bissausbeute zu erhöhen. Die Rig-Längen kann man allerdings nicht verallgemeinern. Das muss jeder Angler für sich herausfinden. Daher sprechen wir nur von „lang“ und „kurz“.

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Das Einfachste und Erste, auf das man bei der Länge achten sollte, ist die Grundbeschaffenheit des Spots. Ist der Spott schlammig oder nicht ganz rein ist (Kraut, Äste, usw.), sodass das Blei leicht versinkt, muss man das Rig etwas länger binden, damit der Haken samt Köder nicht in den Schlamm gezogen wird. Bei sandigem oder generell hartem Grund (Kies, Lehm, usw.) ist es besser, ein kurzes Rig zu fischen, da der Haken nicht in den Grund eindringen kann und der Fisch einen kürzeren Weg zum Blei hat, das die Hakenspitze in die Lippe des Fisches befördert.

Bei einem langen Rig muss der Fisch, sofern er auf das Blei zu schwimmt, mehr Wegstrecke zurücklegen, um in den Kontakt mit dem Blei zu kommen. Bei kurzen Rigs ist die Strecke kürzer. Daher tendieren wir dazu, extrem kurze Rigs zu fischen, falls der Spot es zu lässt, um die „Hakenspitze zu Blei-Strecke“ möglichst gering zu halten und einen schnellen Biss zu bekommen.

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Bei den verschiedenen Gewässertypen muss man auch drauf achten, die Rig-Länge und Beschaffenheit anzupassen. In einem fließendem Gewässer, wie in einem Kanal oder Fluss, sollte man ein langes möglichst steifes Rig benutzen, da die Strömungen und Kleinfische das Rig über den Grund ziehen können und der Haken stumpf werden kann. Deswegen sollte man auch im Fluss keine zu scharfen Haken fischen, da dieser komplett fangunfähig werden kann, wenn die Spitze umgebogen ist. Die Rigs sollten trotzdem lang genug sein, um genug Spiel im Wasser zu haben und trotz Strömung noch vom Fisch eingesogen werden können.

Neben der Beschaffenheit und Gewässertypen spielt das Futter eine essentielle Rolle. Wenn ihr feines Futter wie Partikel und Co. füttert und die Fische anfangen, zu wühlen und auch den Grund aufwühlen, ist ein kurzes Rig von Vorteil. Bei punktueller Fütterung mit Boilies, bei denen die Fische „picken“, kann man ein langes Rig verwenden, da keine großen Verwirbelungen unter Wasser entstehen.

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Sucht euch eure Lieblings-Rigs aus, versucht diese so einfach wie möglich zu binden aber passt die einzelnen Komponenten immer wieder euren Angelsituationen an und ihr werdet zu Einhundertprozent sicher sein, dass das Rig so gut wie immer funktioniert.

Mehr über Martin und Frederic gibt´s auf ihrem Instagram-Kanal. Dort sind sie unter angelfrager zu finden.