An diesen kalt-nassen Tagen kommt uns der Catch-Report von Raphael Klackl mehr als gelegen. Bereits im Frühsommer des vergangenen Jahres hat er eine Session erleben dürfen, in der er ein unverhofftes Wiedersehen hatte. Erzähl doch mal, Raphael.

Nachdem das ungewöhnlich kühle Frühjahr nur geringe Chancen auf den Fang eines Karpfens in Aussicht stellte, begann ich in diesem Jahr erst Anfang Juni damit, die in der Regel produktiven Frühjahrsplätze des über 1000 ha großen Sees inmitten des Salzkammergutes mit 24er Easy Fish und Red Squid zu aktivieren.

Für das bevorstehende, verlängerte Wochenende entschied ich mich zu einem ersten Versuch in einer zentral gelegenen Flachwasserzone. Aufgrund des nährstoffarmen, kristallklarem Wassers, wachsen die Karpfen in diesem hochgelegenen Gewässer nur sehr langsam. Dementsprechend sind auch nur sehr wenige Fische mit einem Gewicht über 20 kg bekannt und der größte bisher gefangene Karpfen mit 22,5  kg datiert bereits aus dem Jahre 2012.

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Im Jahr 2017 hatte ich das Glück, einen mit 20 kg wahren Ausnahmefisch aus diesem Gewässer zu fangen. Der markante Schuppenkarpfen litt zu diesem Zeitpunkt an einer stark verpilzten Wunde an der rechten Seite des Kiemendeckels. Obwohl ich seine Wunde bestmöglich versorgte, war ich mir nicht sicher, ob er überleben würde.

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Er lebt noch – Wahnsinn!

In der Nacht von Freitag auf Samstag erfolgte tatsächlich der erste Biss auf meiner rechten Rute, die ich auf einer auslaufenden, sandigen Landzunge mit zwei Stück Red Squid in 24 mm am Haar platziert hatte.

Leider verlor ich den Fisch nach nur wenigen Sekunden im dichten Schilf. Obwohl der Verlust des Karpfens schmerzte, war es dennoch das ersehnte Signal, dass sich die Karpfen bereits in dieser Zone aufhalten und auch fressen würden.

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Am frühen Morgen der zweiten Nacht produzierte diese Rute wiederholt einen Biss. Der Karpfen zog direkt nach dem Anbiss in das trockene, dichte Schilf an der rechten Seite meines Futterplatzes und ich befürchtete bereits, auch diesen Fisch zu verlieren. Mit vollem Risiko folgte ich dem Fisch auf höchster Stufe des Motors meines Schlauchbootes in das vor mir liegende Schilf.

Nach 15 Metern sah ich zum ersten Mal den riesigen Fisch im flachen Wasser und es gelang mir, ihn auf Anhieb zu keschern. Was ich bereits beim ersten Blick in den Kescher vermutete, jedoch nicht glauben konnte, bestätigte sich letztendlich auf der Abhakmatte. Es ist tatsächlich mein Karpfen mit der Wunde am rechten Kiemendeckel vor mehr als vier Jahren.

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Der Fisch erfreute sich bester Gesundheit und seine verpilzte Wunde nur noch zu erahnen. Die Waage pendelte sich bei 22,3 kg ein, was ihn zum zweitgrößtem, bekannten Karpfen dieses Gewässers kürte. Ich kann nicht sagen, wie oft ich in den vergangenen Jahren an diesen Fisch gedacht hatte. Zu wissen, dass er wohlauf ist und ich ihn tatsächlich nochmals in Händen halten durfte, war ein wahrlich unbeschreiblicher Moment für mich.

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