Hin und wieder bringt unser Informationsauftrag das Privileg mit sich, die neuesten Tackle-Innovationen und Weiterentwicklungen in Augenschein nehmen zu dürfen – und sogar zu testen. Und genau das haben wir mit der Graphenon Carp aus dem Hause Sportex gemacht. Nachfolgend erfährst du, was die Rute meistert und wo sie womöglich Schwierigkeiten hat. Am Ende dieses Artikels findest du eine Empfehlung, für wen die Rute am ehesten geeignet ist.
Bevor wir uns dem eigentlichen Test-Setting widmen, ein paar wesentliche Vorbemerkungen: Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung zwischen 480 und 800 Euro (je nach Ausführung) gehört die Graphenon Carp zweifellos zu den Ruten der höheren Preisklasse. Das steckt – gerade bei einer renommierten Firma wie Sportex – eine hohe Erwartungshaltung ab, zumal die Material-Technologie der Rute auf Top-Wurfperformance abstellen lässt.
Das ist auch der Grund, aus dem wir unser Testsetting auf die Wurfperformance der Rute konzentrierten, von der das Datenblatt sagt: Diese Rute ist auf das Erreichen maximaler Wurfweiten getrimmt. Sportex spricht hier von „beeindruckenden Beschleunigungswerten“ beim Wurf und von einem extra-schlanken, durchgehenden Hintergriff für den optimalen Hebel und nötigen Grip beim Werfen (Quelle: Sportex.de)
100 Würfe zum Glück – Unsere Testreihe
Hand auf’s Herz: Lässt sich die Rute wirklich so gut werfen, wie das Datenblatt verlauten lässt oder handelt es sich womöglich um findige Werbe-Lyrik? Wir wollten es wissen und haben die Probe auf’s Exempel gemacht. Und für unseren Wurftest sind unsere begrenzten Wurf-Skills richtiggehend prädestiniert: Schließlich geht es darum, zu prüfen, ob auch der ungeübte Werfer binnen überschaubarer Zeit spürbare Fortschritte in Punkto Wurfweite erzielen kann. 100 Würfe zum Glück sollten uns der Antwort näher bringen. Unser Ziel: Ca. 120 Meter zu werfen. Das sollte doch schaffbar sein.
Für unseren Test lag uns die Modell-Ausführung in 13 Fuß, 3,75 Pfund vor. Es handelt sich hier um die straffsten Ableger der Ruten-Range. Grundsätzlich gilt: Eine Rute der 13-Fuß-Klasse ist das Mittel der Wahl, wenn es um hohe Wurfweiten geht. Der Hebel und die kraftvolle Aufladung über die Lauflänge des Blanks begünstigen den gewünschten Katapult-Effekt – jedenfalls in der Theorie. Und unter der Voraussetzung, dass es uns gelingen würde, die Rute beim Schwung richtig „aufzuladen“. Wir würden sehen…
Grau ist alle Theorie – Mit der Graphenon Carp auf Weitenjagd
Wir legten los. Wir versahen die Rute mit einer Big-Pit Rolle und durchgehender monofiler Schnur in 0,35mm. Das Ganze angelten wir in Verbindung mit einem tropfen-förmigen Inline-Blei in 120 Gramm.
Mit diesem Set-Up ging es los an das nahegelegene Kleingewässer in der Nähe, die perfekte Wahl, denn die zugänglichen Uferpartien ließen uns genug Platz zum Werfen. Zur Kontrolle der Wurfweite befestigten wir Distance-Sticks im Abstand einer Rutenlänge – also 3,90 Meter – im Boden. Schließlich wollten wir unsere Wurfergebnisse protokollieren. Zur Buchführung dienten Stift und Papier und eine vorgefertigte Tabelle mi 100 Eintragungsfenstern. Würden wir die 120 Meter knacken?
Erstmal nicht, wie es schien. Die ersten Würfe waren, sagen wir, wie der erste Pfannkuchen beim Ausbacken – noch nicht so ganz rund und gut. Und das lag daran, dass wir uns an den Hebel gewöhnen mussten, waren wir es doch nicht gewohnt, mit 13 Fuß-Ruten zu werfen. Zweitens waren wir überrascht, wie viel Kraftreserven der Blank bereithielt. Das 120 Gramm-Blei schien hier fast zu leicht, um den Blank richtig aufzuladen.
Erste Erfolge: Über 100 Meter
Ab dem ca. 20sten Wurfversuch zeitigten sich spürbare Fortschritte: Wir hatten das Timing zur Freigabe der Schnur an den Hebel angepasst. Und überhaupt legten wir mehr Kraft in den Wurf und drückten uns hierfür kräftig mit dem Hinterbein vom Boden ab. Die beherzte Kraftübertragung, gepaart mit der Schnelligkeit des Blanks und dem beeindruckenden Rückstellvermögen waren der Schlüssel für mehr Wurfweite. Die 110 Meter hatten wir geknackt. Aber da ging noch mehr….
Mit jedem weiteren Wurf tasteten wir uns an das gesetzte Ziel von 120 Meter heran. Und im selben Maße bekamen wir eine Vorstellung davon, was Sportex mit beeindruckenden Beschleunigungswerten meint: Die Rute zischte nur so durch die Luft.
Ermüdungsfreies Werfen
Und das führt uns zum nächsten Punkt. Beim ca. 50sten Wurf waren wir überrascht, wie ermüdungsfrei das Werfen von der Hand ging. Das lange Griffteil der Rute in Verbindung mit dem sehr leichten Blank aus hochverdichtetem Carbon begünstigte einen geringen Kraftaufwand beim Aufladen der Rute.
Die Aktion der Rute vermittelte uns beim Wurf enorme Kraftreserven, so dass wir uns mit jedem weiteren Wurf mehr Momentum beim Schwung zutrauten. Beeindruckt hat uns ein um’s andere Mal das schnelle Rückstellvermögen der Graphenon: Kaum, dass die Schnur freigegeben wurde, schnellte die Rute in ihre Ausgangsposition zurück.
Ziel erreicht – ab Wurf 67
Wir erinnern uns: Ziel sind die 120 Meter. Und genau diese Distanz hatten wir uns mithilfe der Distance-Sticks auf den Schnurclip übertragen. Bei Wurf 67 war es dann soweit. Mit einem hörbaren „Pling“ schnellte die Schnur in den Clip und wurde ausgebremst. Und es war klar: Jawoll – das Ziel war erreicht.
Und mehr sogar. Die Erkenntnis: Hätten wir die Schnur nicht eingeklippt, so wäre sogar noch mehr Wurfweite die Folge. Also disponierten wir für die restlichen Würfe um: Die Schnur wurde aus dem Clip befreit. Wir wollten schauen, wie weit es ohne Clip hinausging.
Das Ergebnis in Kürze: Es ging sehr weit hinaus – selbst für uns als ungeübte Werfer. Der weiteste Wurf brachte es auf beachtliche 134 Meter. Von solchen Wurfweiten hätten wir vorher nicht zu träumen gewagt.
Fazit: Graphenon Carp CS-2
Die Graphenon Carp CS-2 in der Ausführung 13 Fuß, 3,75 Pfund entpuppte sich als wahre Wurfmaschine. Und das führt uns zu unser abschließenden Empfehlung: Den hohen Anschaffungspreis zugrunde legend, bekommt der Angler eine erwartungsgemäß perfekt-verarbeitete Rute, die nach kurzer Eingewöhnungszeit ein ermüdungsfreies Werfen auf große Distanzen ermöglicht. Wenn es darum geht, den Karpfen an den aussichtsreichen Spots weit vom Ufer entfernt nachzustellen, während zugleich die Benutzung eines Bootes untersagt ist, bietet die Graphenon echten anglerischen Mehrwert für den ambitionierten Karpfenangler mit Sinn für Ästhetik.
Modell-Übersicht Graphenon Carp
Die Graphenon Carp CS-2 ist in folgenden Ausführungen erhältlich:
- Graphenon Carp CS-2 – 10 Fuß, 2,75 lbs
- Graphenon Carp CS-2 – 10 Fuß, 3,00 lbs
- Graphenon Carp CS-2 – 12 Fuß, 3,00 lbs
- Graphenon Carp CS-2 – 12 Fuß, 3,25 lbs
- Graphenon Carp CS-2 – 13 Fuß, 3,75 lbs
Hier gelangst du direkt zur Übersicht der Ruten-Modelle bei Sportex (hier klicken).












